Wahnsinnige Energieleistung: HSG Konstanz nach Coup in Großwallstadt vor Endspiel
Handball

Wahnsinnige Energieleistung: HSG Konstanz nach Coup in Großwallstadt vor Endspiel

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2. Handball-Bundesliga:

TV Großwallstadt – HSG Konstanz 24:25 (10:12)

 

Wenn die HSG Konstanz spielt, besteht akute Herzstillstand-Gefahr. Mit vier Toren lag sie beim zuvor sechsmal ungeschlagenen TV Großwallstadt in Front, dann jedoch kurz vor Schluss wieder einmal zurück. Der 19-Jährige David Knezevic drehte mit einem Doppelschlag die Partie, ehe Matthias Hild nach dem Ausgleichstreffer in höchstem Tempo über die schnelle Mitte zum TVG-Tor zog. Den fälligen Siebenmeter verwandelte Patrick Volz eiskalt zum 25:24 (12:10)-Auswärtssieg. Damit hat die HSG am Samstag, 18 Uhr, in der eigenen Schänzle-Hölle ein absolutes Endspiel vor sich. Holt Konstanz gegen Rimpar einen Punt mehr als Emsdetten in Lübeck, ist das Wunder perfekt und die HSG bleibt in der 2. Bundesliga.

 

Mehr Wechselbad der Gefühle geht nicht. Von souveränem Start, komfortabler Vier-Tore-Führung bis hin zu leichtfertigen Ballverlusten und scheinbar erneut aus der Hand gegebenem Erfolg war wieder alles dabei. Bis die ganz jungen im Team in der Schlussphase noch einmal aufdrehten und die schon totgesagte HSG Konstanz wieder reanimierten und voll zurück ins Rennen um den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga warfen. „Das war ein hochintensives Spiel“, sagte Daniel Eblen. Schweißgebadet, total am Ende. Das Glück konnte sich in ihm noch gar nicht ausbreiten, während seine junge Truppe die Untermainhalle ganz allein beschallte. Jubel, Erleichterung, aber auch der eindrucksvolle Biss und die absolute Entschlossenheit war in den Gesichtern zu lesen. Diese Mannschaft hat sich noch nicht aufgegeben.

 

Obwohl mit Topscorer Tom Wolf und Peter Schramm erneut Schlüsselspieler und Fabian Maier-Hasselmann fehlten, dazu viele angeschlagene Akteure mächtig auf die Zähne bissen oder kaum zum Einsatz kommen konnten, startete die HSG gut in die so wichtige Partie um die letzte Chance. Siegen oder fliegen hieß es für die Gäste. Mit dem Druck gingen die Konstanzer, die fast alle so gut wie durchspielen mussten, erstaunlich cool um. Den 2:4-Rückstand schüttelten die Gelb-Blauen ab und setzten sich früh auf vier Tore ab (11:7/21.).  Einmal mehr war die aggressive 5:1-Abwehr mit Markus Dangers als Speerspitze so beweglich und gut, dass die wurfgewaltigen Shooter des TVG in Person von Savvas Savvas und dem niederländischen Nationalspieler Tom Jansen kaum zur Entfaltung und erfolgreichen Torabschlüssen kamen. Wenn doch, war Michael Haßferter in starker Verfassung und immer wieder Sieger im Duell mit den TVG-Schützen. In Sachen Körpersprache strahlten die Konstanzer pure Leidenschaft und Galligkeit aus. Bei jeder gelungenen Aktion stand die Bank und es wurde sich gegenseitig gepusht.

 

Leichtfertig gaben sie jedoch kurz vor der Pause den klaren Vorsprung aus der Hand. Als dann Alexander Pfeiffer zwei HSG-Fehlpässe ins Nirwana per Gegenstoß zur 19:18-Führung für den Altmeister verwandelte, schien die Partie zwölf Minuten vor Schluss ein weiteres Mal zu Ungunsten der HSG zu kippen. Nicht an diesem Tag. Nicht mit diesen Kämpfern. Auch nicht, als es 22:20 stand und nur noch sechseinhalb Minuten auf der Uhr waren. „Wir hatten verständlicherweise Probleme mit der Energie“, gestand Eblen. „Wir konnten nicht viel wechseln und wenn doch, dann hatte dies große Auswirkungen. Jeder hat sich eingebracht und seinen Beitrag geleistet. Ich bin stolz auf die Jungs, was sie heute hinbekommen haben.“ Dies war die abermalige Auferstehung. Knezevic und Volz warfen die HSG ins Glück und in das erhoffte große Finale daheim. Eben: „Wir haben die Würfe aus dem Rückraum gebraucht. David hat das gut gemacht. Die ganz Jungen haben das am Ende gut gelöst, aber auch Markus Dangers muss man defensiv und offensiv hervorheben. Das war, was die Energie angeht, grenzwertig und ein Hammerspiel. Wir müssen das nun schnell verarbeiten.“ Ab Mittwoch beginnt die Vorbereitung auf Rimpar. Holt die HSG einen Punkt mehr als Emsdetten in Lübeck, spielt sie auch in der nächsten Saison in der stärksten zweiten Liga der Welt. „Ab Mittwoch freuen wir uns auf dieses Spiel“, gab der erschöpfte HSG-Coach noch zu Protokoll, und: „Das ist eines der größten Spiele, das gerade die Jungen in ihren Karrieren hatten.“

 

Im letzten Heimspiel der kräftezehrenden Spielzeit steht zudem der Abschied verdienter Spieler wie Fabian Schlaich, Tom Wolf, Felix Krüger, Fabian Maier-Hasselmann, Patrick Volz, Michael Haßferter, Markus Dangers, Felix Jaeger und Athletiktrainerin Jessica Bregazzi sowie André Melchert, der künftig statt als Co-Trainer als Geschäftsführer der HSG Konstanz GmbH wirken wird, auf dem Programm. Restkarten sind per E-Mail an [email protected] erhältlich.

 

HSG Konstanz: Maximilian Wolf, Michael Haßferter (7 Paraden/ davon 1 Siebenmeter) (beide Tor); Michel Stotz (1), Fabian Schlaich (3), Aron Czako, Felix Jaeger (4), Matthias Hild, Markus Dangers (2), Felix Krüger, Fynn Beckmann (1), Joschua Braun (3), Tim Bornhauser (2), Samuel Wendel, Patrick Volz (6/5), David Knežević (3), Joel Mauch.

Trainer: Daniel Eblen

Zuschauer: 335

 

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