HSG Konstanz in Coburg „sehr weit weg zu punkten“

HSG Konstanz in Coburg „sehr weit weg zu punkten“

Am samstag, 20 Uhr, Heimspiel gegen VfL Potsdam

Angekommen in Liga zwei war die HSG Konstanz erst nach etwas mehr als 20 Minuten. Bis dahin hatte der Ex-Erstligist HSC 2000 Coburg allerdings mächtig auf das Gaspedal gedrückt und seine Ambitionen auf die Erstliga-Rückkehr mit Nachdruck untermauert. Beim Spielstand von 17:3 war die Partie schon entschieden. Immerhin: Danach entwickelte sich ein Handballspiel. Eins, in dem die Konstanzer sich deutlich besser präsentieren konnten, letztlich aber 22:34 (9:19) unterlagen. Am Samstag, 20 Uhr, kommt nun der VfL Potsdam mit Bob Hanning zum ersten Heimspiel in die Schänzle-Hölle (Tickets unter www.hsgkonstanz.de/tickets).

Coburg spielt sich in einen Rausch

17 technische Fehler, eine Wurfquote von 46 Prozent und HSC-Keeper Jan Kulhanek bei 12 Paraden und über 52 Prozent abgewehrten Würfen. Soweit die Kurfassung des Konstanzer Dilemmas bei einem bärenstarken Kontrahenten. Auf die Gäste wartete mit der gut verstärkten Mannschaft aus Coburg, die wieder in die stärkste Liga der Welt strebt, zum Auftakt gleich eine mächtige Aufgabe. An dieser waren schon der ambitionierte HC Oppenweiler/Backnang, mit dem sich die HSG in der letzten Spielzeit zwei heiße Duelle geliefert hatte, und Zweitligist Wölfe Würzburg mit 23:41 respektive 24:45 zerschellt. Nicht viel besser erging es den Gelb-Blauen, die auf die Verletzten Janis Boieck und Jo Knipp verzichten mussten. Von der ersten Minute an marschierten die Oberfranken mit einer immensen Wucht auf die Konstanzer Deckung zu, die zunächst kein Mittel fand und Torwart Leon Grabenstein nicht unterstützen konnte. Zum schnellen Ablegen der Anfangsnervosität trug auch nicht bei, dass sich der ehemalige tschechische Nationaltorwart Jan Kulhanek wie seine Vordermänner schnell in einen richtigen Rausch spielte. Alles passte, alles funktionierte beim HSC. Auf der Gegenseite landeten gut herausgespielte Abschlüsse am Aluminium oder in Kulhaneks Fängen.

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Ergebniskosmetik in Hälfte zwei

„Wir waren sehr weit weg davon zu punkten“, gestand Jörg Lützelberger offen. „Coburg war von Beginn an kompakter, aggressiver und stärker in den Zweikämpfen. Wir waren in der Deckung zu weit auseinander.“ Nach maximal einseitigen ersten 20 Spielminuten fand seine Mannschaft langsam in die Partie. Steigerte sich im Abschluss und in der Abwehr. Das Manko in der Chancenverwertung blieb jedoch bis zum Schluss, „sodass wir außer Ergebniskosmetik in der zweiten Hälfe nicht viel erreichen. Coburg hat in seinem ersten Heimspiel stark gespielt, wir waren nicht am Optimum.“ Doch genau das sei gerade auswärts erforderlich um Punkte holen zu können, so der HSG-Coach. Der Blick in der Analyse ging deutlich tiefer als auf die auf der Hand liegenden Statistiken. Die Frage, die für ihn entscheidend ist: Warum kommen wir in diese Situationen? Der 37-Jährige lieferte die Antwort gleich mit. „Die Geschichte ist relativ schnell erklärt: Wenn du es im Angriff nicht schaffst, einen Bewegungsvorsprung zu erspielen, dann steigt der Druck in jedem Angriff in Richtung passives Spiel. Dann die Dinge geduldig zu Ende zu spielen gelang uns nicht immer. Auf der anderen Seite fanden wir oft genug nicht den richtigen Pass.“ Das gelang erst etwas flüssiger, als Luis Foege eingewechselt wurde.

Abpraller landen reigenweise bei Coburg

In der Abwehr versuchte sich Konstanz mit drei verschiedenen Abwehrformationen, war aber lange nicht griffig genug, um den enormen Offensivdrang der Gastgeber einzudämmen. Die letzten fünf Minuten vor dem Pausenpfiff konnte Konstanz noch mit 5:0 für sich verbuchen und auf 9:19 verkürzen. Im zweiten Durchgang bestand mehrmals die Gelegenheit, auf acht Tore heranzukommen, doch technische Fehler oder nicht genutzte Großchancen verhinderten mehr. Positiv bemerkbar machte sich die Einwechslung von Eigengewächs Moritz Ebert. Der 21-Jährige überzeugte mit acht Paraden, 40 Prozent Abwehrquote und einigen spektakulären Reflexen –sowie einem Treffer in das leere Coburger Tor. Ärgerlich aber auch bezeichnend an diesem Tag waren beispielsweise zwei herausragende Paraden aus kürzester Distanz beim Spielstand von 30:21. Zweimal landete der Abpraller direkt vor den Fängen eines Coburgers. Den dritten Pass fing David Knezevic ab – doch der Ball landete im Aus. Einwurf Coburg, kurz darauf die nächste tolle Parade – aber wieder landete der Abpraller bei Coburg. Belebendes Element war nach seiner Einwechslung mit Joel Mauch ein weiteres HSG-Eigengewächs. Schnell lernen und die richtigen Lehren ziehen ist nun die Aufgabe bis zum ersten Heimspiel am Samstag. „Wir waren nicht gut und haben nicht das gezeigt, was wir können und auch schon gezeigt haben“, urteilte der ehemalige Bundesligaprofi. „Das ist jedem bewusst. Deswegen dürfen wir nicht zu lange zu viele Fragezeichen aufmachen. Mir hat es trotz des unzufrieden stellenden Spielverlaufs Spaß gemacht, auf dem Level an den Start zu gehen. Das ist eine ganz große Motivation noch mehr reinzulegen und uns auf den nächsten Fight vorzubereiten – dann in unserer eigenen Halle.“

Erstes Heimspiel in der 2. Handball-Bundesliga

Im ersten Heimspiel der Saison wird am Samstag, 20 Uhr, der VfL Potsdam mit Trainer Bob Hanning und vielen (ehemaligen) Spielern der Füchse Berlin in der Schänzle-Hölle erwartet. Tickets sind unter www.hsgkonstanz.de/tickets erhältlich.

Telegramm

Aufstellung und Tore: Moritz Ebert (8 Paraden/1 Tor), Leon Grabenstein (4 Paraden) (beide Tor); Michel Stotz, Aron Czako (6), Luis Foege (2), Lars Michelberger, Gregor Thomann (1), Christos Erifopoulos, Joel Mauch (2), Fynn Beckmann, Samuel Wendel, Peter Schramm (2), Niklas Ingenpaß (2), Lukas Köder (4/4), David Knezevic (2), Sebastian Hutecek.

 

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