„Hat alles zusammengepasst“: HSG Konstanz mit ganz viel Handball-Lust wie im Rausch zum hohen Sieg gegen Lübeck
Handball

„Hat alles zusammengepasst“: HSG Konstanz mit ganz viel Handball-Lust wie im Rausch zum hohen Sieg gegen Lübeck

Sprung auf Platz 15 der 2. Bundesliga

2. Handball-Bundesliga:

HSG Konstanz – VfL Lübeck-Schwartau 31:22 (12:9)

 

So schlecht die Vorzeichen angesichts großer Verletzungssorgen vor dem Spiel standen, so sehr spielte sich die HSG Konstanz dann trotz alledem in einen Rausch gegen den bisherigen Tabellenfünften VfL Lübeck-Schwartau. Beim 31:22 (12:9)-Heimsieg stach nicht nur die aggressive 3:2:1-Deckung, sondern die HSG verzückte ihre Anhänger mit einem Traumtor und Sahnestückchen nach dem anderen. Mit dem siebten Heimsieg kletterte Konstanz zudem auf Platz 15 der 2. Bundesliga.

 

Der Schlüsselmoment fand für Daniel Eblen schon vor dem Spiel statt. Als der Trainer seine Schützlinge mit großer Zuversicht und ganz viel Lust auf Handball erlebt hatte. Ohne Angst vor Fehlern oder dem Gegner. Ein wichtiger wie bemerkenswerter Vorgang, denn alle Hände voll zu tun hatte die medizinische Abteilung der HSG Konstanz bis kurz vor dem Anpfiff. Erst auf den letzten Metern konnten Felix Jaeger, Tim Jud und Patrick Volz doch noch ins dezimierte Aufgebot rücken. Bei Fynn Beckmann, Topscorer Tom Wolf, Fabian Maier-Hasselmann und Moritz Ebert half aber nichts. Sie mussten zuschauen, wie dann auch noch der zuletzt furios aufspielende Felix Jaeger bereits nach acht Minuten unglücklich umknickte und humpelnd vom Spielfeld geleitet werden musste. Julius Lindskog-Andersson hatte zu diesem Zeitpunkt gerade das 4:2 für die Gäste von der Ostsee erzielt. Doch statt hängender Köpfe wirkte die HSG Konstanz angestachelt, trotzig, förmlich wie aufgedreht. Von Minute zu Minute wuchs das Selbstvertrauen und Selbstverständnis. Hinten mit viel Willen und Leidenschaft, vorne mit unglaublich viel Spielwitz und spielerischen Highlights knöpfte Konstanz dem Ex-Erstligisten den Scheid ab.

 

Markus Dangers machte als „Staubsauger“ vor der Abwehr ein phänomenales Spiel und traf im Angriff selbst mit dem Rücken zum Tor, im Fallen, per Rückhandwurf. Marke Traumtor. Der 19-jährige Youngster David Knezevic versenkte alle seine sechs Würfe, sehenswerte Schlagwürfe inklusive, und legte mit der linken Hand herrlich auf Patrick Volz ab. Fabian Schlaich vollendete an seinem 30. Geburtstag per Heber und spektakulärem Dreher. Tim Jud, der am spielfreien Wochenende geheiratet hatte und nun Tim Bornhauser heißt, setzte Michel Stotz per No-Look-Pass mit dem Rücken zum Mitspieler in Szene. Und Michael Haßferter zeigte sich mit neun Paraden in starker Form. Weitere Konstanzer Höhepunkte folgten im Minutentakt. „Es hat echt alles zusammengepasst“, frohlockte Trainer Daniel Eblen und machte deutlich, dass „als Felix auch noch ausgefallen ist das keine einfache Situation war. Aber David hat das überragend gelöst. Auch Joschi hat es gut gemacht, der wurde einige Male durch die Mangel genommen. Er hat sich davon nicht einschüchtern lassen und hat durchgezogen. Das war wichtig.“

 

War das Spiel bis vier Minuten vor der Pause noch ausgeglichen, startete die HSG bis zum Seitenwechsel einen 3:0-Lauf zum 12:9-Halbzeitstand. Danach ging es dann so richtig los mit den Festspielen der Gelb-Blauen. David Knezevic versenkte den Ball krachend im Lattenkreuz, Michael Haßferter parierte und Matthias Hild erhöhte auf 17:11. Die letzte Viertelstunde und vor allem die letzten sieben Minuten gehörten schließlich ganz den Gastgebern. Eblen: „Die Jungs hatten keine Angst und es ging alles rein.“ Ganz im Kontrast zum letzten Heimspiel vor vier Wochen gegen Dormagen, als sich seine junge Mannschaft ebenfalls auf gutem spielerischen Niveau gezeigt hatte, jedoch im Abschluss kläglich gescheitert war. „Deshalb haben wir uns solch ein Spiel verdient“, sagte der HSG-Coach. „Es hätte wirklich nicht besser laufen können.“ Damit ist die HSG nun seit vier Spielen ungeschlagen und rückte vor bis auf Platz 15. Mit Blick auf die vorstehende Englische Woche mit den Partien am Mittwoch in Hüttenberg und am Sonntag daheim gegen Fürstenfeldbruck fügte er an: „Jetzt kommen die ganz wichtigen Spiele gegen Teams auf Augenhöhe. Zuerst müssen wir aber erst einmal sehen, wer wie gesundheitlich einsetzbar ist.“

 

HSG Konstanz: Maximilian Wolf, Michael Haßferter (9 Paraden) (beide Tor); Michel Stotz (1), Fabian Schlaich (3), Aron Czako (1), Felix Jaeger, Matthias Hild (1), Markus Dangers (4), Felix Krüger, Felix Fehrenbach, Joschua Braun (4), Tim Bornhauser (4), Patrick Volz (5/2), Peter Schramm (2), David Knežević (6).

Trainer: Daniel Eblen

 

VfL Lübeck-Schwartau: Engelhardt, Conrad (beide Tor); Potratz (1), Gonschor (1), Raguse (2), Lindskog Andersson (5/1), Hansen (1), Löfström, Ranke (1), Waschul, Versteijnen (3), Schrader (2), Kretschmer (2), Hagen, Bruhn (4).

Trainer: Piotr Przybecki

 

Zuschauer: - in der Schänzle-Sporthalle Konstanz

Schiedsrichter: Malte Frank und Leonard Bona

Zeitstrafen: Konstanz 10 Min. (Stotz und Dangers je 4 Min., Braun 2 Min.) / Lübeck 8 Min. (hansen und Bruhn je 2 Min., Waschul 4 Min.)

Siebenmeter: Konstanz 2/3 (Braun über das Tor) – Lübeck 1/2 (Lindskog Andersson an den Pfosten)

 

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