„Entscheidung für die Familie“: Rückraumspieler der HSG Konstanz wechselt in die Schweiz

„Entscheidung für die Familie“: Rückraumspieler der HSG Konstanz wechselt in die Schweiz

Ersatz offen

Einen kurzfristigen Abgang hat Zweitligist HSG Konstanz zu vermelden. Rückraumspieler Peter Schramm, mit 31 Jahren der älteste Spieler im Kader, bat um Auflösung seines Vertrages und wird aus persönlichen Gründen zum Schweizer Erstligisten St. Otmar St. Gallen – derzeit Tabellensechster – wechseln.

Aufwand in der 2. Bundesliga schwer zu stemmen

„Peter kam mit dem Wunsch auf uns zu, kürzertreten zu wollen und deshalb kurzfristig in die Schweiz wechseln zu wollen“, erklärt André Melchert, Geschäftsführer der HSG Konstanz. Schramm führte für seine Bitte an, näher an seinem Wohnort Oberuzwil in der Schweiz und damit näher an seiner jungen Familie, Schramm war vor rund einem Jahr Vater von Töchterchen Juna geworden, sowie an seinem Arbeitsort am Kantonsspital Winterthur sein zu wollen. Dort ist er in einer 70-Prozent-Anstellung als Aktivitätsassistent tätig. „Das Ganze ging jetzt sehr, sehr schnell“, muss sich der Familienvater selbst erst ordnen. „Es war keine Entscheidung gegen die HSG, sondern für meine Familie. Das Pensum und Abenteuer 2. Bundesliga war für mich ganz schwierig zu stemmen.“ Mit viel Aufwand war es gelungen, bis Weihnachten so zu planen, dass er bei jedem Spiel dabei sein konnte. In der Rückrunde wäre das bei den noch ausstehenden weiten Auswärtsfahrten nicht mehr überall gelungen. Angesichts des hohen Aufwandes wollte er das am Montag erhaltene Angebot aus St. Gallen gerne annehmen. Möglicherweise schon am heutigen Mittwochabend kommt er im Heimspiel gegen Bern erstmals für die Ostschweizer zum Einsatz.

„Tolle Zeit bei der HSG“

Der gebürtige Pfullendorfer war im Sommer 2020 von Pfadi Winterthur zur HSG gewechselt und hatte in der letzten Saison eine lange Verletzungspause zu überstehen. Danach feierte er ein gutes Comeback und verlieh der jungen HSG-Mannschaft in der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga zusätzliche Stabilität. Insgesamt 35 Zweitliga-Spiele bestritt der 1,95-Meter-Mann für die HSG und erzielte dabei 50 Treffer, davon zwei in dieser Saison. Schramm blickt auf eine „tolle Zeit“ bei der HSG zurück. „Ich habe auch über mich viel dazugelernt. Das Highlight war der Zweitliga-Aufstieg, den wir erst Tage später so richtig realisiert haben“, sagt er. „Mit dem ersten Punkt ist das Team nun in der neuen Liga angekommen. Der Klassenerhalt wird nicht einfach, ist aber machbar.“

„Sehen uns nach einem Ersatz um“

Ob und wie die HSG Konstanz die freiwerdende Position des Kaders neu besetzt, ist noch offen. „Wir haben uns so besprochen, dass wir zunächst mit David Knezevic und Lars Michelberger die Saison im linken Rückraum bestreiten“, so Melchert. „Wir sehen uns allerdings auch nach einem Ersatz um.“ Mit St. Gallen habe man sich auf eine Ablöse verständigt, sodass man die Freigabe erteilte. „Peter hatte es in letzter Zeit nicht mehr geschafft, sich Einsatzzeiten im Angriff zu erarbeiten. Das war sportlich für alle nicht zufriedenstellend“, führt der HSG-Manager aus. In einer Neuorientierung liegt für alle Beteiligten deshalb auch eine Chance. Melchert: „Wir danken Peter für seinen Einsatz bei uns und wünschen ihm persönlich und sportlich viel Erfolg und alles Gute auf seinem weiteren Weg.“ Der hatte in seiner Konstanzer Zeit „viel Spaß mit einer tollen Truppe“ und ist sich sicher: „Der Verein ist auf dem richtigen Weg der weiteren Professionalisierung. Ich wünsche der HSG, dass sie sich langfristig in der 2. Bundesliga etablieren kann.“