Drama vor elfter Jugendbundesliga-Qualifikation der HSG Konstanz

Drama vor elfter Jugendbundesliga-Qualifikation der HSG Konstanz

Zehnte Teilnahme an der Eliteklasse in Folge

A-Jugend-Bundesliga:

Qualifikation 3. Runde

 

In der dritten Runde der Bundesliga-Qualifikation hat die A-Jugend der HSG Konstanz direkt die erste Möglichkeit zur Bundesliga-Qualifikation genutzt. Nach drei Siegen gegen Leutershausen, Gastgeber Rimpar und Coburg buchte die Mannschaft von Daniel Behrendt und Gabor Soos das insgesamt elfte Bundesliga-Ticket der HSG, die nun im zehnten Jahr in Folge der Eliteklasse angehören wird.

 

Die HSG Konstanz kann nur Drama. Was die erste Mannschaft gegen Wilhelmshaven vor dem Aufstieg in die 2. Bundesliga fabrizierte, das passierte auch der A-Jugend in Rimpar. Dabei standen die Vorzeichen nicht gerade günstig. Tim Hauser als auch Mika Komin meldeten sich kurzfristig krank. Zunächst war die HSG gegen die SG Leutershausen, die in der letzten Runde überzeugende Spiele gezeigt hatte, dennoch das bessere Team. Vor allem aufgrund einer bärenstarken Abwehr vor zwei gut aufgelegten Torhütern Noah Frensel und Paul Denecke. „Die Abwehr stand Bome, ganz anders als in der letzten Runde gegen Herrsching“, freute sich Trainer Daniel Behrendt. „Aber wir haben wieder viel verworfen, sonst hätte es eindeutiger werden können.“ Allerdings konnte er dank einer Sechs-Tore-Führung zu Beginn des zweiten Durchgangs schon viel wechseln und allen Akteuren Spielzeit gewähren.

 

Nach dem ersten 27:22-Erfolg gegen die SGL wartete in Gastgeber Rimpar ein Kontrahent, der in der Runde zuvor alle seine Spiele eindeutig gewonnen hatte. Behrendt war mit seinem Team extra früher angereist und hatte Rimpar so schon im Duell gegen Coburg beobachtet. Wieder konnte sich Konstanz auf eine bärenstarke Deckung verlassen, die auch den einen oder anderen technischen Fehler oder ausgelassene Großchance auffangen konnte. „Wir haben uns dadurch selbst etwas in die Bredouille gebracht“, so Behrendt. Doch auch in diesem Match ging seine Mannschaft kurz nach der Pause schon mit sieben Toren in Front. Der HSG-Coach nutze dies erneut für viele Wechsel, die seine jungen Spieler ihm dankten. Die Neuen konnten zeigen, was sie können und es konnten entscheidende „Körner“ für den nächsten Tag gespart werden. Für das große Finale nach dem 22:18-Erfolg gegen Rimpar. Coburg hatte seine beiden Spiele noch etwas deutlicher gewonnen, sodass der Drittliga-Nachwuchs vom Bodensee für die direkte Bundesliga-Qualifikation als Gruppensieger zwingend gewinnen musste.

 

„Unsere Jungs sind fit und körperlich gut aufgestellt“, bemerkte Behrendt. Auch im Finale sollte es noch eine Rolle spielen, dass „wir fitter und spritziger waren, keine müden Beine bekommen haben.“ Doch das Match gegen Coburg wurde zu einem Drama. Nach zehn Minuten legten die Gelb-Blauen mit 7:4 vor und konnten auf vier Tore Differenz erhöhen. Ein 4:0-Lauf nach Fehlern der Konstanzer und einigen Kontertoren brachte Coburg zurück: 19:19. Kurz darauf der Schock: HSG-Spielmacher Jona Mauch kassierte seine dritte Zeitstrafe und musste den Krimi von der Tribüne aus verfolgen. Zuvor hatte sich bereits David Soos, ein weiterer Leistungsträger, am Knie verletzt und konnte nur noch eingeschränkt mitwirken. So musste etwa Rechtsaußen Marius Dreher im rechten Rückraum aushelfen und Ole Osann rückte nach. Die beiden stießen mit ihren Treffern zur 25:22-Führung zwei Minuten vor Schluss das Tor zur Bundesliga weit auf. Durchgehen konnte die HSG Konstanz jedoch erst in allerletzter Sekunde, als der Wurf des sechsfachen Coburger Torschützen Janis Pavels Valkovskis geblockt wurde. Danach gab es kein Halten mehr: Bundesliga, zum elften Mal. „Mein Herz ist fast stehen geblieben. Es war der heiße Kampf, den wir erwartet hatten. Danach war nur noch großer Jubel. Ein wirklich schönes, erfolgreiches Wochenende“, so der 33-Jährige. „Es hat zwar extrem viele Nerven gekostet, war aber geil. Was die Jungs in dieser Besetzung geleistet haben, ist erstaunlich. Alle haben sich ein Herz gefasst.“ Nach acht Wochen Vorbereitung und drei nervenaufreibenden Turnieren ist nun die Vorfreude auf die nächste Spielzeit in der höchsten Spielklasse riesengroß.

 

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