"Wir müssen zuerst unsere Hausaufgaben machen"
Fussball

"Wir müssen zuerst unsere Hausaufgaben machen"

Zehn Jahre nach seiner Aktivzeit beim FC Kreuzlingen kehrt Kürsat Ortancioglu als Cheftrainer an seine alte Wirkungsstätte zurück. Gelingt dem 33-jährigen Konstanzer die Fortsetzung des aktuellen Höhenflugs der Thurgauer und welche Strategien hat er sich für den Frühling zurechtgelegt? Kürsat Ortancioglu im grossen Interview.

Kürsat Ortancioglu herzlich Willkommen beim FCK. Allzu schwer dürfte Ihnen der Schritt als ehemaligem Akteur zurück zum FCK kaum gefallen sein?

Eigentlich ist es mir schwer gefallen, Konstanz nach dreieinhalb Jahren zu verlassen. Ich habe dort eine sehr schöne Zeit gehabt. Doch nun freue ich mich, dass ich in Kreuzlingen angekommen bin.

Gibt es noch Spieler oder Vereinsangehörige die Sie als Aktiver in Erinnerung haben?

Torhüter Adnan Radoncic und Torhütertrainer Pascal Tschumper fallen mir spontan ein.

In den vergangenen Jahren waren Sie ja nun immer wieder Mal Zaungast beim FCK. War da auch ein wenig die Absicht dahinter, hier als Cheftrainer zu wirken?

Nein eigentlich nicht, doch ich habe viel Freizeit auf Fussballplätzen verbracht. Ausserdem habe ich Kreuzlinger Trainer (Kristijan Djordjevic und Aydemir Demir) sowie einige Kader Spieler persönlich gekannt.

Die letzten 3 Jahre waren Sie Trainer beim benachbarten FC Konstanz-Wollmatingen. Wo liegen die grossen Unterschiede zwischen diesen beiden Vereinen?

Auffallend das im Amateurbereich die Strukturen in der Schweiz professioneller sind. Doch das weiss man in Deutschland seit Jahren.

Als Kreuzlinger Zuschauer denkt man natürlich sofort: Bringt der neue Trainer vielleicht den einen oder anderen Leistungsträger aus seinem ehemaligen Stammverein mit?

Vielleicht – aber sicher nicht sieben Stück!

Wie schätzen Sie persönlich Ihre sportliche Kompetenz in der hiesigen 2. Liga Interregional ein, kennen Sie Spieler und/oder Trainer?

Ich habe die letzten Jahre doch einige Spiel in der Schweiz angeschaut, aber natürlich ist die sportliche Führung (der Sportchef) näher dran als ich.

Als Aktiver waren Sie in erster Linie dafür besorgt, dass in der Defensive möglichst die „Null“ steht. Wo liegt nun als Cheftrainer Ihr Hauptaugenmerk?

Wohl eher beim 0 -0, dann hat man ja den einen Punkt bekanntlich schon. Aber natürlich will auch ich Offensiv spielen.

Im Frühling kann der FCK relativ gelassen die Rückrunde angehen. Mit 22 Punkten dürfte der Abstieg kaum ein Thema sein, zum Tabellenzweiten fehlen hingegen fehlen nur vier Punkte…

Wir müssen zuerst unsere Hausaufgaben machen, bevor wir auf die Tabelle schauen.

Aufstieg, in den vergangenen Jahren stets ein Thema in Kreuzlingen, wie realistisch ist für Sie dieses Unterfangen?

Schwierige Frage, doch in Kreuzlingen natürlich immer ein Thema. Doch zuerst muss es beim Unterbau, das heisst der Juniorenabteilung und der zweiten Mannschaft stimmen. Daran müssen wir arbeiten.

Ist es für Sie persönlich eigentlich kein Rückschritt vom „grossen“ FC Konstanz Wollmatingen der seine Spiele im süddeutschen Raum nicht selten vor einer Hundertschaft Zuschauer austrägt, hier zurück zum FCK wo vor allem die Zuschauer Resonanz in der Liga kaum noch 200 Personen beträgt?

Stimmt auch nicht mehr! Mittlerweile spielen wir auch nur noch vor 80 – 120 Zuschauern…

Haben Sie sich in den vergangenen Tagen/Wochen mit Interimstrainer Bernhard Gräble ausgetauscht oder beginnen Sie bei Dienstantritt quasi wieder bei null?

Wir werden uns jetzt die Tage zusammensetzen. Die sportlichen Ziele des Vereins standen bisher klar im Vordergrund.

Worin sehen Sie Ihre grosse Stärke, hat Trainer Ortancioglu auch Schwächen?

Ich bin ehrgeizig, habe klare Ziele und einen gehörigen Siegeswille. Doch ich bin auch ungeduldig und ein wirklich schlechter Verlierer.

Zum Schluss: In den vergangenen Jahren redet man im FCK Umfeld viel von Kontinuität. Welchen Beitrag möchten Sie persönlich zu diesem Thema beisteuern?

Spieler hier aus der Region in den Verein zu integrieren. Ausserdem gilt es die Ziele des Vereins zu verwirklichen. Dazu braucht es auch die Zusammenarbeit mit den anderen Mannschaften.

Danke für das Interview Kürsat Ortancioglu.