Widnau - die unterschätzte Fussballgrösse
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Widnau - die unterschätzte Fussballgrösse

Der FC Widnau überrascht die gesamte Liga. Still und heimlich haben sich die Rheintaler auf den dritten Tabellenrang vorgeprescht und sind zusammen mit Amriswil die ersten ernsthaften Verfolger von Leader Uzwil. Auf Kreuzlingen wartet also am Sonntag eine delikate Aufgabe auf dem berüchtigten Sportplatz Aegeten.

Kaum einer in der Gruppe 6 hatte vor drei, vier Monaten Widnau auf dem Radar. Im vergangenen Frühling beim Corona-Abbruch hielten sich die St. Galler zwar noch wacker mit 19 Punkten auf Platz sieben in der Tabelle ( FCK Platz drei mit 23 Punkten), doch die Abstiegsplätze war eben auch nur drei Punkte entfernt. Um einiges kritischer war jedoch die Saison zuvor. Lediglich drei Punkte auf den Trennstrich betrug der Vorsprung nach einer langen Saison. In den sauren Apfel musste damals übrigens Uster beissen. Den Aufstieg haben die Zürcher bis heute nicht mehr geschafft.  Doch die Rheintaler ihrerseits haben den Rank offenbar gefunden und sind im Spätherbst 2020 frei von allen Sorgen. Still und heimlich haben sie ihre Hausaufgaben im Sommer gemacht. Ohne spektakuläre Zuzüge, ohne Stars im Team bauen die Widnauer weiter auf Eigengewächse - oder zumindest eben auf Rheintaler. Angefeuert vom eigenen Publikum das zu den besten der Liga gehört, ist die Sportanlage Aegeten eine wahre Festung. Dass dabei nicht immer mit der feinen Klinge sondern mit dem Degen gekämpft wird, wissen Aegeten-Anreisende schon im Voraus. Doch auch hier hat offenbar ein Wandel stattgefunden: Widnau hat aktuell am wenigsten Strafpunkte aller 13 Mannschaften in der Gruppe 6!

Ja, fair sind sie auch die Kreuzlinger. Nur zwei Strafpunkte Punkte mehr, so fair wie seit Jahren nicht mehr. Nur mit den Punkten will es heuer nicht so recht klappen. Den schönsten Fussball würden sie spielen, werden sie allenthalben vom Gegner gelobt. Und die meisten Torchancen haben sie ehedem, der eigene Fan kann davon ein Lied singen. Unter dem Strich ergibt das aktuell den fünften Tabellenrang und 13 Punkte, sechs weniger als Tabellenführer Uzwil (das übrigens auf eigenem Platz vom FCK nach Strich und Faden dominiert wurde), und deren zwei weniger als der sonntägliche Gegner in Widnau. Da ist dann halt wieder ein gewisser Druck zumindest nicht verlieren zu dürfen. Noch hat sich das nicht auf die Spiel Qualität der Seebuben ausgewirkt. Wer die leichtfüssigen und physisch robusten Thurgauer in den letzten Wochen beobachtet hat weiss, dieser FCK hat Potential für die Tabellenspitze. Können die Ortancioglu Boys dies am Sonntag bestätigen?

Telegramm

Meisterschaft 2. Liga Interregional
Widnau - Kreuzlingen
Sonntag, 18. Oktober  /  14.00 Uhr
Aegeten / Widnau