War dies eine Niederlage zu viel für Arbon?
Handball

War dies eine Niederlage zu viel für Arbon?

Nachdem vor einer Woche gleich alle Mannschaften unter dem Strich ihre Partien gewonnen hatten, war die Prämisse für dieses Spiel klar: Verlieren verboten, denn jede weitere Niederlage dürfte wohl den Abstieg für die Arboner besiegeln.

Trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, starteten die Arboner nervös und gehemmt in die Partie. Die drucklosen Angriffe blieben immer wieder in der gegnerischen Abwehr hängen und die routinierten Gäste nutzten dies kompromisslos aus, um über schnelle Gegenstösse zu einfachen Toren zu kommen. Hinzu kam, dass man in der Startphase gleich zweimal vom 7m-Punkt am gegnerischen Torwart scheiterte. So stand es nach 10 Minuten bereits 4:9 für die trotz der langen Anreise hellwachen Gäste. Trainer Tobler sah sich schon früh gezwungen ein erstes Time-Out zu nehmen. Dieses zeigte seine Wirkung, denn die Arboner fanden nun deutlich besser ins Spiel. Der Angriff war nun viel zielstrebiger und man erarbeite sich auch immer ausgezeichnete Torchancen. Zu oft scheiterte man aber am gegnerischen Torwart, dem wohl auffälligsten Akteur der ersten Halbzeit. Und wie schon so oft in dieser Saison machten es die Arboner den Gästen in der Defensive zu einfach um zum Torerfolg zu kommen. So blieb das Spiel bis zur Pause zumindest ausgeglichen, aber der sich in der Anfangsphase eingehandelte Rückstand konnte nicht verringert werden.

Die Arboner begannen die zweite Halbzeit mit dem reaktivierten Marco Rumpler im Tor, der den mit einem Meniskusschaden rekonvaleszenten Stammtorhüter Appert an diesem Abend ersetzte. Rumpler fügte sich gleich gut ein und konnte sich mit einigen Paraden in Szene setzen. Da die Arbon jedoch im Angriff weiterhin gute Abschlussmöglichkeiten liegen liessen, wurde eine grosse Chance vergeben um näher an den Gegner heranzukommen. In der 37. Minute gingen die Emotionen auf- und neben dem Spielfeld hoch, als Schellbert völlig unbedrängt Rumpler am Kopf traf. Dieser bleib einen Moment benommen liegen, konnte danach aber weiterspielen. Leider konnten die Arboner die Emotionen nicht nutzen, um das Spiel an sich zu reissen.

Es waren die Gäste mit Schellbert, dem spielbestimmenden Mann auf dem Feld, und seinen beiden Rückraumkollegen Grisanovs und Enz, die dem Spiel den Stempel aufdrückten und den Vorsprung bis zur Mitte der zweiten Halbzeit auf 9 Tore ausbauen konnten.

War das bereits die Entscheidung? Noch nicht ganz, denn die die Arboner, angeführt von Egger, bäumten sich nochmals auf. Bis zur 50. Minute war der Rückstand auf 5 Tore geschmolzen und wenn alles gepasst hätte, wäre vielleicht die Wende noch möglich gewesen. Da aber weiterhin gute Chancen liegen gelassen wurden, kamen die routinierten Gäste nicht in Gefahr das Spiel nochmals aus der Hand zu geben.

Drei Runden vor Schluss liegen die Arboner immer noch mit vier Punkten Rückstand am Tabellenende. Es müsste nun wirklich alles, aber auch gar alles, für den HC Arbon laufen, um den fast schon feststehenden Abstieg noch zu verhindern. Solange es aber rechnerisch noch möglich ist, gilt es weiterzukämpfen. Die nächste Möglichkeit bietet sich den Arbonern am kommenden Samstag im Derby gegen den HC Romanshorn.

Telegramm

HC Arbon – HC Einsiedeln 27:35
Sporthalle Arbon:  Zuschauer: 100 - SR:  Morf / Diethelm
Arbon:  Lengweiler, Rumpler, Midea (2), Simon (5), Da Ros (1), Kuster (1), L. Gasser (3), Egger (10), Strässle, Zülle, Roganovic (2), Yoon (1), Fricker (2), Hobi
Einsiedeln: Ulrich, Achermann, Sutter (1), Horat, Schelbert (7), Bösch (4), Grisanovs (10), Varga (2), Schmid, Enz (9), Jarosi, Maag, Lipovski (1), Beyer (1)
Strafen: 3x 2 Minuten gegen Arbon, 3x 2 Minuten gegen Einsiedeln
7m: Arbon 2 von 4 Einsiedeln            2 von 2