Volley Amriswil demontiert sich selber
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Volley Amriswil demontiert sich selber

Mit einer schwachen Leistung verabschiedeten sich die Amriswiler vom Kampf um Platz 1 in der Tabelle. Der unerklärlich unispiriert spielende Titelverteidiger wurde vom auf fast jeder Position besseren Team von Uni Lausanne klar dominiert.

So hatte man sich das nicht vorgestellt: Drei Punkte hatte man aus dem Lausanne-Spiel budgetiert, und weil man darauf zählte, dass sich Lausanne und Näfels in der Finalissima am Sonntag gegenseitig Punkte wegnehmen würden, sah man sich schon als Qualifikationssieger.

Die Thurgauer waren aber gewarnt gewesen, denn sie hatten das erste Heimspiel gegen Lausanne UC mit 1:3 verloren. Anfangs Dezember hatten sie dann aber im Waadtland beim 3:0-Sieg überzeugt. Staubedingt waren die Gäste verspätet angereist. Wie so häufig beflügelte diese Widrigkeit aber kurioserweise eher die Gäste. Im Spiel selbst gelang dann Lausanne fast alles, dem Heimteam dagegen praktisch nichts. Dies begann bereits im ersten Satz, doch schien Amriswil seinen 12:25-Fehlstart ab Mitte des zweiten Durchgangs korrigieren zu können. Den Thurgauern fehlte allerdings in den entscheidenden Phasen auch etwas das Glück. So zum Beispiel, als sie im zweiten Durchgang nach einer 24:22-Führung ihre beiden Satzbälle nicht verwerten konnten, die Waadtländer dagegen ihrerseits gleich den ersten zum 26:24. Dies war eigentlich auch bereits der Knackpunkt der Partie, schien doch dem sichtlich demoralisierten Heimteam danach auch ein wenig der Glaube an eine Wende zu fehlen. Lausanne dagegen zog seinen starken Auftritt bis zuletzt durch.

Desolate Offensivleistung
Einer Angriffsleistung zwischen 22 % und 41 % von Amriswils wichtigsten Punktesammlern steht eine solche von 54 % bei den drei Lausanner Hauptangreifern gegenüber. Damit ist der Hauptunterschied zwischen den beiden Teams erklärt, denn bei Aufschlag und Annahme unterschieden sich die Mannschaften nicht allzu stark.

Klarer Sieg in Bern
Das letzte Spiel der Qualifikation war für den Tabellenletzten Uni Bern ebenso bedeutungslos wie für die Amriswiler. Mit dem 3:1 gelang dem Pavlicevic-Team so etwas wie eine Rehabilitation.

Wie geht es weiter?
Nach der 24. und letzten Runde der Qualifikation stehen die Viertelsfinalpaarungen der Playoffs fest: Qualisieger Lausanne wird mit Einsiedeln wohl ebenso kurzen Prozess machen wie der Zweitklassierte Näfels mit dem Lokalrivalen Jona. Auch die so richtig in Schwung gekommenen Genfer von Chênois dürften gegen Luzern ungefährdet sein. Spannung kommt wohl einzig im Duell zwischen dem Dritten Amriswil und dem Sechsten Schönenwerd auf. Sollten die Solothurner das Verletzungspech der letzten Wochen überwunden haben, könnte es ziemlich heiss zu und her gehen. Der klare 3:0-Auswärtssieg vor Wochenfrist sollte die Thurgauer nicht zu stark in Sicherheit wiegen.

 

Telegramm

Spieltelegramm Lausanne UC
Volley Amriswil-Lausanne UC 0:3 (12:25, 24:26, 20:25) Tellenfeld, Amriswil; 1200 Zuschauer; 1. Schiedsrichter: Philippe Enkerli, 2. Schiedsrichter: Aleksandar Sikanjic. Startformation Amriswil: J. Djokic, A. Ljubicic, S. Steigmeier, N. Jakovljevic, N. Mote, J. Howatson, C. Daniel (Libero)

Spieltelegramm Uni Bern
Uni Bern-Volley Amriswil 1:3 (25:12, 17:25, 19:25, 13:25) Bern, Unisporthalle, 150 Zuschauer; 1. Schiedsrichter: Laura Rüegg, 2. Schiedsrichter: Christian Nellen. Startformation Amriswil: R. Baghdady, M. Kesten , R. Brühwiler, N. Jakovljevic, A. Ljubicic, R. Muntwyler, C. Daniel (Libero)