Unentschieden im Schatten der Abwesenden
Fussball

Unentschieden im Schatten der Abwesenden

Mit einem alles in allem gerechten 1:1 (1:1) Unentschieden in Weesen beendet Kreuzlingen die Vorrunde und überwintert auf dem 3. Tabellenplatz. Der Spielgehalt beim St. Galler Aufsteiger litt beiderseits unter der Abwesenheit etlicher Leistungsträger.

 

Gleich elf Abwesende waren beim Gastgeber im offiziellen Matchblatt aufgeführt. „Die besten fünf fehlen und seit Wochen“ bestätigten einige der weinigen heimischen Zuschauer mit Verbitterung in der Stimme. FCK Trainer Ortancioglu beklagte zwar nur drei Gesperrte (Stark, Schröder Pajaziti)  und den weiterhin dauerverletzten Verteidiger Celikyurt (Fussbruch). Doch die daraus resultierenden Umstellungen im Thurgauer System waren letztlich eben auch augenfällig. Ungeachtet dessen schafften es jedoch beide Trainer eine absolut Ligataugliche Truppe aufs Spielfeld zu beordern. Feldvorteile vermochte sich vorerst kein Team zu verschaffen, zu ungenau war der Spielaufbau beidseits. Zwar blitzte immer wieder die individuelle Klasse einzelner auf, doch der finale Pass gelang weder den Roten noch den Grünen. Umso besser, dass der FCK mit Abbas Karaki in den letzten Wochen einen beständigen Vollstrecker in seinen Reihen weiss. Nach einer schnellen Passfolge über Ferrone und Bode gelang der Ball nach 25 Minuten an der Strafraumgrenze zu Karaki. Mit einem trockenen Flachschuss ins tiefe Ecke traf der Angreifer zum 0:1. Bemerkenswert war jedoch wie Karaki sich zuvor mit zwei, drei Schritten den nötigen Raum verschaffte und zentimetergenau durch die versammelte Hintermannschaft der Weesener die Lücke fand. Lange konnte sich die Hafenelf aber nicht über den Führungstreffer freuen. Schon der nächste Angriff der Platzherren bedeutete den 1:1 Ausgleich (28.). Dabei profitierten sie von der Konfusion und der fehlerhaften Abwehrleistung in der Kreuzlinger Mannschaft.      .

Ortancioglu ist zufrieden – Weesen ist erfreut

Mit einem geradezu katastrophalen Fehlzuspiel eröffnete Weesen die zweite Hälfte und ermöglichte so Sven Bode den Alleingang auf St. Galler Tor. Mit letztem Einsatz grätschte Verteidiger Surynek von hinten in die Beine des Kreuzlingers. Dass der herbeieilende Unparteiische nur die gelbe Karte zückte war an dieser Stelle unverständlich. Ansonsten lieferte der Unparteiische bis zu letzt eine tadellose Leistung ab. Die leichten Feldvorteile die sich die Kreuzlinger nun erkämpften machten sie sich durch Unvermögen vor dem Tor teilweise selber wieder zu Nichte. So drosch Karaki eine gute Flanke von Affentranger unverständlicherweise weit übers Tor (70.). Später mussten die angereisten Gäste aber froh sein, entschied der Schiri bei einem Foul an einem Weesener nicht auf Penalty sondern nur auf Freistoss an der Strafraumlinie (86.) – sicher eine Millimeter Entscheidung. Nach Abpfiff zeigten sich beide Trainer mit dem Punkt zufrieden. „Wir haben mit dem gearbeitet was wir haben“ so FCK Trainer Ortancioglu, „mehr lag heute nicht drin“. Sein gegenüber Philipp Egli zeigte sich im eigenen Klubhaus sogar in bester Laune ohne konkret auf das Spielgeschehen einzugehen. Die Gratulationen der eigenen Anhänger „über den tollen Kampf“ nahm er indes mit grosser Freude entgegen. Die Fussballwelt im 1700 Seelendorf Weesen orientiert sich wohl an anderen Werten als an schnöden Punkten.

Telegramm

Weesen - Kreuzlingen: 1:1 (1:1)
Moos - 80 Zuschauer.  - SR: Ali Kilic.
Tore: 25.Karaki 0:1, 25. Norelli 1:1.
Weesen: Kolumbic; Niederberger, Widmer, Hostalek, Briker; Norelli, Lopes, Hoffmann, Egli, Gutknecht (78. Agushi); (68 Hirakawa), Surynek (84. Baydar).
Kreuzlingen: Mesinovic; Ferrone, Seeger, Werne, Löffler (78. Lucarelli); Arifagic (87. Smilijanic), Juchli (62. Frick), Kohli, Affentranger; Bode, Karaki.
Verwarnungen: 46. Surynek, 56. Hostalek, 62. Gutknecht, 74. Kohli (alle Foul). Bemerkungen: Weesen ohne: Martinelli, Böni, Hasek, Heinzer, Nino Egli, Ziegler, Weber, Schiesser, Moreira, Künzle, Lars Widmer (alle Abwesend). Kreuzlingen ohne: Stark, Schröder, Pajaziti (Gesperrt), Celikyurt (Verletzt), Müller und Bartucca (nicht im Aufgebot)..