Und plötzlich kann man sich wieder nach vorne orientieren!
Volleyball

Und plötzlich kann man sich wieder nach vorne orientieren!

Das Aufatmen war bis auf den Marktplatz zu hören: Dank des klaren 3:0-Siegs im Halbfinal gegen Jona qualifizierte sich Volley Amriswil am vergangenen Sonntag zum zweiten Mal in Folge für den Cupfinal. Wie im vergangenen Jahr wird das Team von Coach Pavlicevic auf Näfels treffen. Das Spiel findet am Ostersamstag, 31. März, in Freiburg statt.

In der Meisterschaft hat es in den vergangenen Wochen geharzt. Aus den letzten vier Meisterschaftsspielen resultierten nicht weniger als drei Niederlagen gegen Schönenwerd, Näfels und Chênois. Das ist dem erfolgsgewohnten Meister und Cupsieger seit Jahren nicht mehr passiert. Die Konkurrenz freute sich natürlich darüber, doch seit vergangenem Samstag ist alles wieder anders: Die Jungs vom Tellenfeld haben es in den eigenen Händen, sich in den restlichen Spielen der Qualifikation wieder auf Position eins zu hieven. In der letzten Runde verloren Lausanne (in Luzern) und Näfels (gegen Chênois). Näfels liegt momentan mit einem Mehrspiel drei Punkte vor Amriswil. Lausanne hat – ebenfalls mit einem Mehrspiel – fünf Punkte Vorsprung, muss aber in drei Wochen noch in Amriswil antreten.

Doch vorerst geht’s gegen Volley Luzern. Die Leuchtenstädter sind ein unberechenbares Team: Wenn es ihnen läuft, schlagen sie Amriswil auswärts – so geschehen anfangs Dezember. Oder sie holen den schon erwähnten Sieg gegen Lausanne. Wenn es ihnen nicht läuft, verlieren sie zu Hause einen Cup-Viertelsfinal sang- und klanglos gegen ein ersatzgeschwächtes Amriswil. Das Team, das mit Lauren Bertolacci als einziges einen weiblichen Coach hat, zählt mit dem Diagonalangreifer Strahinja Brzakovic nur gerade auf einen Ausländer. Der Rest des Teams besteht aus sehr jungen und jungen Schweizer Spielern. Doch halt, da gibt es noch eine sehr kleine Ausnahme: Mit dem 34-jährigen Jörg Gautschi als Libero steht der mit Abstand kleinste Spieler der Nationalliga A (163 cm) im Zentrum des Geschehens, und dies vor allem emotionsmässig. Wie Gautschi das eigene Team und sich selber immer wieder anspornt und aufpeitscht, könnte sich manch ein Spieler eine Scheibe abschneiden! Aber Gautschi ist nicht nur ein Antreiber, sondern auch ein sehr guter Annahmespieler.

Im Cup-Halbfinal gegen Jona hat Diagonalangreifer Sébastien Steigmeier nach einmonatiger Verletzungspause ganz unerwartet seine Rentrée im Amriswiler Team gegeben. Begleitet von grossem Zuschauerjubel, übernahm er kurz vor Ende des zweiten Satzes seine Stammposition und buchte gleich einige Punkte. Natürlich wird es noch einige Zeit dauern, bis der 29-jährige Romand wieder auf höchstem Niveau spielen kann. Ob er gegen Luzern zu den Starting Six gehören wird, entscheiden der Coach und «Steig» selber erst kurz vor dem Spiel.