Und plötzlich hat es der FCK wieder in der Hand
Fussball

Und plötzlich hat es der FCK wieder in der Hand

Mit einem klaren und auch in dieser Höhe absolut verdienten 5:1 (2:0) Erfolg über Schlusslicht Dübendorf stürmt Kreuzlingen an die Tabellenspitze. Durch die gleichzeitige Niederlage von Balzers führen die Thurgauer fünf Runden vor Schluss die Tabelle wieder mit drei Punkten an.

 

Wer bei einem 5:1 Heimsieg nach Spielschluss vergebenen Torchancen nachtrauert, ist in einer wirklich komfortablen Tabellenlage. „Bereits in der ersten Minute hätten wir den Führungstreffer erzielen müssen“, so FCK Trainer Ortancioglu nach Abpfiff. „Und in der Folge haben wir weiter gesündigt, hätten eigentlich mit einem 4:0 in die Pause schreiten müssen“, rechnet er vor. Richtig ist, dass sein Team den Tabellenletzten aus Dübendorf von der ersten Minute an unter Dauerdruck setzte. Und über die linke Angriffseite gelang dies am besten. Mal für Mal enteilte der wirblige Marvin Meresi den Zürchern und schlug Flanke um Flanke in den Strafraum. Weil diese jedoch über eine halbe Stunde keinen Abnehmer fanden, erhoffte sich Dübendorf Trainer Luigi de Donna insgeheim „dass die Kreuzlinger zunehmend nervöser werden“. Eine Eischätzung, die auch einige der spärlich aufmarschierten Fans teilten. Doch dann die Erlösung: Erst köpfte Top-Torjäger Sven Bode akrobatisch zum erlösenden 1:0 in die Maschen (36.), drei Minuten später doppelte Abbas Karaki in seiner typisch spektakulärer Art nahe der Grundlinie mit einem satten Schuss aus spitzem Winkel nach. Beide Vorlagen kamen übrigens über die linke Seite.

Dübendorf rennt ins Unglück       

In einem Akt der Verzweiflung rückten die Dübendorfer unmittelbar nach Wiederanpfiff mutig nach vorne und brachten die Kreuzlinger mit einem Kopfball tatsächlich in Verlegenheit (48.). Das Leder segelte jedenfalls bedrohlich nahe am Torpfosten vorbei. Doch statt 2:1 hiess es wenig später 3:0. Andrè Kohli nützte eine Unachtsamkeit der Zürcher im Strafraum und er liess sich nicht zwei Mal bitten (57.). In den Folgeminuten verwaltete der FCK den Vorsprung routiniert und Trainer Ortancioglu beorderte innert einer Viertelstunde gleich vier neue Kräfte aufs Feld. Prompt geriet die Ordnung zur Unordnung. Und weil der Schiri unfreiwillig zum Gehilfen der Flughafenstädter wurde – er lenkte ein Zuspiel aus der Kreuzlinger Abwehr direkt zurück vor die Füsse eines Zürchers – schafften diese den Anschluss (87.). Dies änderte jedoch nichts an den Stärkeverhältnissen auf dem Platz. „Kreuzlingen war uns wirklich in allen Belangen überlegen“, so Dübi-Trainer De Donno später. Andrè Kohli mit seinem zweiten persönlichen Tor (90.) und Davide die Lionardo (92.) bestätigten dies innerhalb weniger Sekunden eindrücklich. Dass FCK Trainer Ortancioglu trotz des klaren 5:1 Sieges in der nächsten Woche „intensive Gespräche mit seiner Offensivabteilung führen will“, sei hier dennoch vermerkt.

Noch fünf "Endspiele" für Kreuzlingen

Zu jenem Zeitpunkt hatte nämlich die Botschaft vom überraschenden Sieg der Seuzacher über Tabellenführer Balzers den Kreuzlinger Coach noch nicht erreicht. Heisst im Klartext: Der FCK ist wieder alleiniger Tabellenführer und muss den Drei-Punkte Vorsprung mit Kalkül und Herz verteidigen. Schon am nächsten Samstag steht das erste von fünf „Endspielen“ im Churer Kleinstadion an der Ringstrasse an.

Telegramm

Kreuzlingen - Dübendorf  5:1 (2:0).
Hafenareal
- 100 Zuschauer - SR: Mehmet Gecici.
Tore: 36. Bode 1:0, 40. Karaki 2:0, 56. Kohli 3:0, 87. Miranda 3:1, 90. Kohli 4:1, 90+2 Di Lionardo 5:1.
Kreuzlingen: Freid; Ferrone, Ballarini (73. Seeger), Schröder, Meresi; Karaki (77. Aziz), Dodes, Kohli, Di Lionardo, Selmani (65. Pentrelli); Bode.
Dübendorf: Ursprung; Georgalis (46. Frefel), Bissegger, Schuler, Blantas (72. Miranda); Ferati, Hediger (58. Teixeira), Hoti, Pergolis, Anliker; Nef.
Verwarnungen: 16. Hoti, 35. Ballarini (beide Foul). Bemerkungen: Kreuzlingen ohne: Werne, Tidim (Verletzt), Frick (Rekonvaleszent) und Vieira (Familie) .