Trainer Ortancioglu: "Wir wollten wohl einfach zu viel"
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Trainer Ortancioglu: "Wir wollten wohl einfach zu viel"

Nach der 2:3 (0:2) Niederlage gegen die Nachwuchsmannschaft aus Lugano verliert Kreuzlingen weiter Boden zur Tabellenspitze. Die generöse Aufholjagd der Thurgauer in der zweiten Spielhälfte zerstörte ein Konter der Ticinesi in der Nachspielzeit.

 

Gnadenlos und eiskalt, ganz so wie man es von Südeuropäern kennt. Diese Philosophie verkörperte gestern Samstag auch der Nachwuchs aus Lugano im Hafenareal. Dreieinhalb Chancen, drei Tore. Und das schlimmste daran:“ Meine Mannschaft hat heute fünf Tore vorbereitet – drei für den Gegner und zwei für uns, “ so FCK Trainer Ortancioglu reichlich angesäuert nach Spielschluss. Den ersten verhängnisvollen Fehler produzierte die Hafenelf bereits in der vierten Minute. Ein Fehlpass in der eigenen Abwehr ermöglichte FCL Aussenläufer Kameraj freie Bahn auf Mesinovic. Mit einem wahren Sonntagsschuss ins hohe Eck liess er dem Kreuzlinger Schlussmann keine Chance. Die Reaktion der Kreuzlinger liess nicht auf sich warten. Angriff um Angriff brandete aufs Ticinesi Tor. Doch die Kreuzlinger schafften es einfach nicht – teilweise aus kürzester Distanz – die Kugel in die Maschen zu versenken. (14./27./36./40./). Als sich die meisten Zuschauer bereits damit vertrösteten den knappen Rückstand in der zweiten Hälfte noch zu korrigieren, schlugen die Luganesi erneut zu. Und wieder stand am Ursprung ein Fehlpass in der neutralen Zone. Ein Pass hinter die FCK Abwehr, von Angreifer  Cariello gerade noch erlaufen und mit feiner Technik an Mesinovic vorbei in die Maschen gezaubert (45.), bedeute das bittere 0:2.

Hallo hallo - wer hat den Ball gesehen?

FCK Coach  Ortancioglu wechselte nach der Pause den unter der Woche kränkelnden Bode für Frick ein. Und tatsächlich ging ein Ruck durch die Mannschaft. Ferrones 25 Meter Knaller klatschte ans Aluminium (50.), eine Minute später ging Bode inmitten von drei Verteidigern im Strafraum zu Boden. Die Pfeife des Unparteiischen blieb stumm. Vielleicht auch, weil sich die Sicht durch den Nebel von Minute zu Minute verschlechterte. Bald einmal sah man das Spielgeschehen von der Tribüne aus nur noch schemenhaft. Lugano nur noch vereinzelt in der Kreuzlinger Platzhälfte. Mesinovic parierte noch einmal grossartig mit dem Fuss gegen den anstürmenden Seferaj (53.). Im Gegenzug knallte Arifagic den Ball aus wenigen Metern über das Tor (53). Ein 25 Knaller von Karaki nach Eckball, mit Sicherheit die schwierigste FCK Übung an diesem Nachmittag, landete schliesslich in der 76. Minute zum 1:2 Anschluss im Lugano Tor. Mittlerweile war die Sicht so getrübt, dass nur noch die wenigsten Zuschauer sahen, wie Ersatzspieler Pajaziti den Ausgleich zum 2:2 schaffte (85.). Prompt setzte der Treffer letzte Kräfte beim FCK frei. Doch dabei ging leider auch wieder die Ordnung in der Abwehr verloren. Statt das Leder in der Schlussminute konsequent wegzuschlagen entschied sich der FCK für die schöne – die spielerische Variante und tappte prompt in die Falle. Mit dem dritten Treffer, durch Ersatzmann Kakinuma aus kurzer Distanz sträflich alleine vor Mesinovic (90+1), zogen die Gäste den Kreuzlingern endgültig den Stecker. Mit dieser Niederlage mussten die Thurgauer nicht nur Seuzach  vorbeiziehen lassen, sondern Spitzenreiter Chur entrückte um weitere drei Punkte und ist bereits eine Runde vor Schluss Wintermeister.

Telegramm

Kreuzlingen : Lugano U21 2:3 (0:2)
Hafenareal 
190 Zuschauer - SR: Cristiano Azevedo.
Tore: 4. Kameraj 0:1, 45. Cariello 0:2, 76. Karaki 1:2, 85. Pajaziti 2:2, 90+1 Kakinuma 2:3.
Kreuzlingen: Mesinovic; Ferrone, Schröder, Werne; Löffler; Arifagic (85. Pajaziti), Stark, Kohli, Frick (46. Bode), Affentranger, Karaki.
Lugano U21: Durini; Tarasco, Iacovelli, Palmieri; Kameraj, Verdino, Cariello, Argomenti, Piazza; Cocimano (70. Jovanovic), Seferaj.
Verwarnungen: 38. Kameraj (Unsportlichkeit), 57. Verdino (Reklamieren), 62. Tarasco (Unsportlichkeit), 72. Kohli (Reklamieren), 90.+2 Mesinovic und Kakinuma (beide Unsportlichkeit). Bemerkungen: 50. Aluminiumtreffer Ferrone. Ab der 60. Minute stark aufkommender Nebel. Kreuzlingen ohne: Seeger (Gesperrt), Celikyurt Verletzt), Bartucca, Lucarelli, Müller und Smilijanic (Aufgebot anderes Team). Lugano U21 ohne: Faccin und Guidotti (Gesperrt).