Steinach verliert ein kurioses Kellerduell
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Steinach verliert ein kurioses Kellerduell

Steinach gegen Abtwil-Engelburg, eine vielversprechende Affiche. Steinach befand sich vor dem Spiel an zehnter Stelle, Abtwil war Letzter. Für beide Teams ging es also um wichtige Punkte gegen den Abstieg.

Das Spiel war dementsprechend mehrheitlich vom Kampf geprägt. Am Schluss standen nicht weniger als acht Verwarnungen zu Buche. Den besseren Start erwischte zweifellos der Gast. Das Tabellenschlusslicht ging bissiger und konsequenter in die Zweikämpfe und zwang die Hausherren zu Ballverlusten oder langen Bällen, die den Abnehmer meist nicht fanden. Nach sieben Minuten ereignete sich ein eben solcher Ballverlust und Abtwil-Engelburg lancierte einen Angriff, der nur mittels Foul nahe der Strafraumgrenze gestoppt werden konnte. Den fälligen Freistoss brachte der Abtwiler Schütze wuchtig aufs Tor, sodass Steinachs Goalie Riccardo Fontanive keine Chance hatte, den Ball unter Kontrolle zu bringen. Während die Steinacher sich im Tiefschlaf befanden, reagierte Sven Messmer gedankenschnell und verwertete den Abpraller zum 0:1. Auch nach der Führung liess Abtwil nicht nach und blieb aufsässig. In der ersten Halbzeit waren die Gäste die klar bessere Mannschaft. Trotzdem gelang es Steinach hin und wieder, eigene Vorstösse einzuleiten. So setzte sich nach gut 40 Minuten Aussenverteidiger Severin Schwendener durch und hielt aus mehr als 40 Metern drauf. Der Abschlussversuch senkte sich hinter dem Abtwiler Schlussmann ins oder hinters Tor. Niemand wusste es. Tatsache ist, dass der Ball nach einem dumpfen Geräusch zurück ins Feld sprang. Der Schiedsrichter dachte, der Ball wäre an die Latte geprallt und liess weiterspielen. Steinachs Jamiro Gätzi, der auch nicht wusste, was gerade geschehen war, schnappte sich die Kugel und legte quer zu David Angehrn. Dieser schob problemlos zum 1:1-Ausgleich ein. Die Steinacher lagen sich in den Armen, während die Abtwiler mit aller Vehemenz protestierten. Dies führte dazu, dass sich der Schiedsrichter mit dem Linienrichter besprechen musste. Und plötzlich wurde der Treffer aberkannt, was wiederum die Steinacher in Aufruhr brachte. Der Linienrichter, der für die Annullierung des Goals verantwortlich war, wurde jetzt belagert und begründete seinen Entscheid damit, dass der Ball von der Bande hinter dem Tor zurück ins Spielfeld gesprungen sei. Gesehen hat er es jedoch auch nicht, was das lange Zögern bis zur Annullierung beweist. Was allerdings mit Sicherheit gesagt werden konnte, ist, dass der Ball nicht wie vom Referee angenommen von der Latte zurück ins Spiel gelangt ist. Die Theorie, die von den Zuschauern den grössten Zuspruch erhielt, besagte, dass sich der Ball ins Tor gesenkt hat und von dem Stängel, der als Gewicht für das Netz dient, zurückgesprungen ist. Ein reguläres Tor also? Wahrscheinlich schon, doch auch in den Diskussionen lange nach dem Abpfiff war man sich nicht einig. Etwas an der Annullierung ändern, konnten die Gastgeber ohnehin nicht und so ging es mit der Abtwiler Führung weiter. Kurz vor der Pause kam es noch schlimmer. Nach einem Eckball Abtwils ertönte ein lauter Pfiff, das Spiel lief aber weiter. Das Spielgerät gelangte zu Messmer, der aus 35 Metern mit einem Gewaltsschuss via Pfosten das 0:2 erzielte. Erneut wurde das Schiedsrichtergespann belagert. Denn der Abtwiler Corner-Schütze setzte sich den Ball fast einen halben Meter ausserhalb des Halbkreises. Deswegen alarmierte der Linienrichter den Unparteiischen, was den lauten Pfiff erklärte. Der griff aber nicht ein und liess den Eckball gewähren. Die ganzen Proteste halfen nichts. Steinach ging mit einem 0:2-Rückstand in die Halbzeitpause.

Für die zweite Hälfte nahm sich das Heimteam einiges vor; im Wissen, dass es mit einer Niederlage die Hinrunde unter dem Strich beenden würde. Tatsächlich wurden die Steinacher mutiger. Abtwil-Engelburg war darauf aus, den Vorsprung zu verwalten und eventuell einen entscheidenden Konter zu fahren. Viele solche Konterchancen liess Steinach aber nicht zu. Hätte es schon in der ersten Halbzeit eine derart couragierte Leistung abgerufen, wäre es wohl nie so weit gekommen. Um einen Zwei-Tore-Rückstand gegen nun sehr defensive Abtwiler wettzumachen, reichte es nicht mehr. Einige gute Torgelegenheiten kombinierte man sich zwar heraus, verwertet wurde keine. Und so jubelten schliesslich die Gäste über einen 2:0-Sieg und das Vorrücken über den Strich.

Telegramm

FC Steinach – FC Abtwil-Engelburg 0:2 (0:2)
Steinach, Bleiche
Tore: 8. 0:1 Sven Messmer, 45. 0:2 Sven Messmer
FC Steinach: Fontanive; Brunner Leandro, Germann, Klingenstein (C), Schwendener; Gätzi (85. Tobler), Popp (57. Gebhardt), Scheidegger, Lennon; Bellini; Angehrn
FC Abtwil-Engelburg: Stricker; Klarer Fabio (C), Berisha, Briner, Klarer Sandro; Messmer, Gröli Renato, Nef, Drittenbass (82. Hardegger); Menet (89. Jenni), Peterer (60. Gröli Mattias)
FC Steinach ohne:         Brunner Nicolas, Weibel, Koster Sven, Koster Pascal, Eberle
Verwarnungen:             FC Steinach: Germann, Brunner  FC Abtwil-Engelburg: 6x