Saarlouis behält auch im Rückspiel gegen die HSG Konstanz deutlich die Oberhand
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Saarlouis behält auch im Rückspiel gegen die HSG Konstanz deutlich die Oberhand

Wie schon im Hinspiel musste sich die HSG Konstanz nach einem wenig guten Auftritt und viel zu vielen Fehlern einer gut organisierten HG Saarlouis deutlich mit 28:35 (11:17) geschlagen geben. Insbesondere die Sechs-Tore-Hypothek aus der ersten Halbzeit wog schwer, sodass Konstanz nie mehr wirklich aufschließen konnte.

Schon vor der Partie musste die HSG Konstanz zwei Hiobsbotschaften und den Ausfall zweier Akteure verdauen. Neben dem kurzfristig erkrankten Simon Flockerzie musste auch Fabian Maier-Hasselmann nach einem im Training erlittenen Bänderriss passen. Für ihn stand Vincent Hummel aus dem Perspektivteam zum allersten Mal im Zweitliga-Kader. Aber auch Saarlouis hatte mit einer Grippewelle und einem dezimierten Kader zu kämpfen. Auf dem Spielfeld wirkten allerdings gerade die Gastgeber von der ersten Minute an erfrischend mutig und fest entschlossen.

Mit etwas Glück beim Wurf traf HG-Kapitän Jonas Faulenbach bereits nach knapp acht Minuten zum 5:1, wenig später schlug ein Gegenstoß zum 7:2 hinter HSG-Keeper Konstantin Poltrum ein. Meist folgte alles immer wieder einem einfachen Schema: Saarlouis traf beinahe nach Belieben mit schnellen Toren, weil Konstanz in der Defensive überhaupt keinen Zugriff auf die beiden Shooter Jonas Faulenbach, seines Zeichens bester Feldtorschütze der 2. Bundesliga und Junioren-Nationalspieler Jerome Müller bekam. Und wie schon im Hinspiel wusste Konstanz die sehr aggressive, schnell sehr offensiv werdende Deckung der Saarländer selten in Bedrängnis und in echte Bewegung zu bringen.

Die logische Konsequenz: Müller hämmerte den Ball zum 9:3 unter die Latte, wieder Faulenbach legte ansatzlos zum 10:3 nach. Erst allmählich schwammen sich die Gäste vom Bodensee in der Offensive frei, vor allem dank Paul Kaletsch, der selbst voranging und immer wieder Gregor Thomann schön in Szene setzte. Nach dem 14:9 (23.) legte Saarlouis aber noch einmal zum 17:11-Pausenstand nach.

Halbzeit zwei begann zunächst verheißungsvoll. Patrick Glatt fügte sich nach seiner Einwechslung mit zwei Paraden ein und die HSG konnte auf 12:17 und 14:19 verkürzen. Die Bodenseehandballer lieferten sich nun einen offenen, sehr umkämpften Schlagabtausch, in denen beide Teams ihre Fehler machten. So wie vor dem 22:15, als dem Eblen-Team an der Mittelinie ein haarsträubender Fehlpass unterlief. Saarlouis setzte so einen weiteren Nadelstich per Tempogenstoß. „35 Gegentore sind einfach nichts“, schüttelte Daniel Eblen nach dem Spiel enttäuscht den Kopf. „Wir haben die Dichte in der Abwehr heute nie gefunden. Aber man muss auch sagen, dass Saarlouis richtig gut angegriffen hat. Da haben wir nie richtig Zugriff bekommen.“

Bestes Beispiel war Junioren-Nationalspieler Lars Weissgerber auf Rechtsaußen, der sich extrem abschlusssicher zeigte und aus nahezu jeder Position einnetzte, wie in Unterzahl zum 25:18 (43.). Konstanz wehrte sich, kam aber nie mehr als auf fünf oder sechs Tore an die abgezockten Gastgeber heran. Ein Lichtblick bei Konstanz war immerhin noch der schöne Treffer von Vincent Hummel zum 27:33 bei seinem Zweitliga-Debüt, ehe sich die HSG Konstanz erneut deutlich geschlagen geben musste. „Neben den Problemen in der Abwehr haben wir vorne natürlich viel zu viele Fehler gemacht“, erklärte Eblen. „Außer Paul ist von unseren Halbspielern im Rückraum keiner in Schwung gekommen, so ist es schwer, hier zu bestehen. Wir haben zwar einiges probiert und umgestellt, aber der Rückstand aus der ersten Halbzeit wog schwer.“

Weitere Informationen unter: www.hsgkonstanz.de

Telegramm

HG Saarlouis – HSG Konstanz 35:28 (17:11)
HG Saarlouis: Darius Jonzcyk, Rouven Latz (Tor); Julian Kreis, Jonas Faulenbach (8), Philipp Leist, Ibai Meoki-Etxebeste, Martin Murawski (3), Lars Weissgerber (7/2), Jerome Müller (8), Michael Schulz (5), Yann Polydore, Marcel Engels (4).
Trainer: Jörg Bohrmann
HSG Konstanz: Konstantin Poltrum, Patrick Glatt (Tor); Fabian Schlaich (3), Vincent Hummel (1), Gregor Thomann (6/1), Mathias Riedel (2), Matthias Stocker (1), Michael Oehler, Paul Kaletsch (8), Felix Gäßler (2), Tim Jud (3), Samuel Wendel, Chris Berchtenbreiter (2).
Trainer: Daniel Eblen
Zuschauer: 1250. Schiedsrichter: König/Siebert