Rasante Partie
Handball

Rasante Partie

Die Kadetten Schaffhausen gewinnen auch das zweite Playoff-Finalspiel und setzen sich gegen ein verbessertes Pfadi Winterthur vor 2'120 Zuschauern mit 30:26 durch.

NLA-Playoffs: Ausgeglichenes Spiel 2 geht an die Kadetten
Die Kadetten Schaffhausen besiegen auswärts im zweiten Playoff-Final Pfadi Winterthur mit 30:26 (15:14) und sind nur noch einen Sieg entfernt von der neuerlichen Titelverteidigung. Nach dem 2:0 in der Serie können die Schaffhauser am Samstag vor heimischer Kulisse den Gewinn der vierten NLA-Trophäe in Serie klar machen.

Vor mehr als 2'000 Zuschauern in der Winterthurer Zielbau Arena entglitt den Gästen bis zur 47. Minute zwar eine Fünf-Tore-Reserve, die Kontrolle verlor der hoch dotierte und druckresistente Branchenprimus allerdings nicht. Im Finish schüttelte der beste Schweizer Klub der letzten Dekade die Nummer 2 der Liga ab und verwaltete den Vorteil mit der Klasse des Seriensiegers. Die Kadetten brauchten zu Beginn einen Moment, um sich auf die offensivere und auch agressivere Deckung einzustellen. Ein 6:0-Lauf während der 16. und 23. Minute gab dem Titelverteidiger die vermeintlich nötige Sicherheit. Pfadi kämpfte sich zurück und es entwickelte sich ein rasantes und abwechslungsreiches Spiel, bei dem die Kadetten stets die Nase knapp vorne hatten.

Am Ende lässt sich die Differenz durchaus mit dem Format eines prominenten Akteurs erklären. Einen Klasse-Shooter wie Gabor Csaszar haben die breiter als auch schon bestückten Pfader nicht in ihren Reihen. Der ungarische Aufbauer gehört in seiner aktuellen Verfassung zu oberen europäischen Kategorie. Der neunfache Skorer war während keiner Phase zu stoppen und ist nach 33 Meisterschaftspartien bei 210 Treffern angelangt.

Pfadi steht nach 120 Final-Minuten bereits mit dem Rücken zur orangen Wand. Der selbstbewusste Herausforderer reagierte auf die Abreibung im Startspiel (18:31) und zeigte zwischendurch starke Szenen, um die Kadetten zu Fall zu bringen war es jedoch zu wenig. Am Ende fehlte auf Seiten der Gastgeber die letzte Konsequenz im Verwerten der klaren Torgelegenheiten. Während die Kadetten aus der 6-Meter-Distanz nahezu fehlerfrei blieben, vergab Pfadi ein halbes Dutzend freier Wurfgelegenheiten. Pfadis Chancen, erstmals seit 2004 eine Kampagne wieder auf dem obersten Podiumsplatz abzuschliessen, sind damit weiter gesunken.

Das nächste Aufeinandertreffen der beiden Kontrahenten steigt am kommenden Samstag, 20. Mai, um 19.30 Uhr in der BBC Arena in Schaffhausen und könnte bereits das letzte Duell der laufenden Spielzeit sein. Die Partie, in der die Kadetten sich den zehnten Meistertitel sichern können, kann auf www.srf.ch/sport und handballTV verfolgt werden.

Stimmen zur Partie:
Für Manuel Liniger kam die Leistungssteigerung von Pfadi nicht überraschend, für Spiel 3 am Samstag noch eine kniffligere Aufgabe: "Es war zu erwarten, dass Pfadi zu Hause stärker sein würde. Sie haben alles reingeworfen und dementsprechend spannend war die Partie. Keine Frage, wir haben heute auch den ein oder anderen Fehler gemacht, aber alles in allem sind wir relativ cool geblieben und haben unser Ding durchgezogen. Natürlich wollen wir jetzt am Samstag vor unseren eigenen Fans den Sack zu machen. Ich denke aber, dass das das schwierigste Spiel werden wird, eben weil wir jetzt so kurz vor dem Ziel sind. Ich hoffe darauf, dass die Halle brennen wird und wir am Samstag Grund zum feiern haben."

Pfadi-Captain Marcel Hess ärgert sich unmittelbar nach dem Schlusspfiff über die vergebenen Chancen im Spiel und den verpassten Ausgleich in der Serie: "Unser heutiger Auftritt war wesentlich besser als am Sonntag. Wir machen in dem Moment, als wir dran sind ein, zwei Fehler zu viel und lassen vorne  über das ganze Spiel gesehen zu viele klare Möglichkeiten aus. Damit hat man es schwer, ein solches Final zu gewinnen. Es steht jetzt 0:2, wir haben keinen Druck mehr und man hat heute gesehen, dass wir eine Chance gegen die Kadetten haben, wenn wir die zweite Welle konsequent fahren. Wenn wir an die Leistung von heute anknüpfen können, bin ich sicher, dass wir am Samstag eine klare Siegchance haben."

Telegramm

Pfadi Winterthur – Kadetten Schaffhausen 26:30 (14:15)
2'120 Zuschauer. SR: Jergen/Zaugg. Strafen: 6 mal 2 Minuten gegen Pfadi, 8 mal 2 Minuten gegen Kadetten inklusive Disqualifikation Koch (53./3. Zeitstrafe).
Torfolge: 0:1, 1:2, 3:4, 4:5, 5:6, 6:7, 7:8, 9:8 (16.), 9:14 (23.), 11:14, 11:15, 14:15; 15:15, 15:17, 16:17, 17:21, 18:21, 18:22, 20:22, 20:23, 22:23, 22:24, 23:24, 24:24 (47.), 24:25, 24:26, 25:26, 25:27, 26:27, 26:30.
Pfadi Winterthur: Vaskevicius (1.-19.)/Schulz (ab 20.); Ott (n.e.), Filip Maros (2), Tynowski, Hess (3), Pecoraro (n.e.), Langerhuus, Sidorowicz (6), Lier (4), Vernier (1), Kuduz (1), Jud (7/1), Scheuner, Freivogel, Svajlen (2).
Kadetten Schaffhausen: Kindle/Marinovic (42.-45.); Meister (6), Delhees (n.e.), Liniger, Küttel (3), Richwien (1), Graubner, Pendic (1), Brännberger, Csaszar (9/1), Markovic, Luka Maros (5), Koch (4), Muggli (1), Tominec.
Bemerkungen: Pfadi ohne Gavranovic, Joël Tynowski, Schaffhausen ohne Szyba (alle verletzt) und Bringolf (überzählig). Vaskevicius hält Penalty von Csaszar (16./8:8). Kindle hält Penalty von Langerhuus (22./9:13). Schulz hält Penalty von Liniger (29./12:15). Schulz hält Penalty von Tominec (45./22:23).