Phantomtor ebnet Bellinzona den Weg
Eishockey

Phantomtor ebnet Bellinzona den Weg

Ein Phantomtor gepaart mit keckem Auftreten und eisernem Zusammenhalt lassen die Farben der Biancorossi erstrahlen. In der ersten Saison nach der Fusion mit Ceresio steht die GDT Bellinzona vor dem Finaleinzug. Dazu fehlt nach dem 2:1-Auswärtserfolg in Dübendorf noch ein Sieg. Die Glattaler müssen wie schon im Viertelfinale über fünf Spiele, wenn sie sich erstmals seit 2008 fürs Endspiel qualifizieren wollen.

Das vierte Spiel dieser best-of-5-Serie findet am Samstag ab 20:15 Uhr in Bellinzona statt.

Halbfinalserie EHC Dübendorf – GDT Bellinzona 1:2

Spiel 1: EHC Dübendorf – GDT Bellinzona 3:4 n.P.

Spiel 2: GDT Bellinzona – EHC Dübendorf 2:5

Spiel 3: EHC Dübendorf – GDT Bellinzona 1:2

 

[youtube width="603" height="344"]http://www.youtube.com/watch?v=oEAdnlGjbEk[/youtube]

 

Text und Bilder von Mike Gadient

Zum dritten Mal in dieser Halbfinalserie lag Dübendorf mit 0:1 in Rückstand. Loris Voneschen sorgte drei Minuten vor der ersten Pause für ein ebenso freches, wie - nach Ansicht zahlreicher Beteiligten und Anwesenden - irreguläres Phantomtor. Bellinzonas Offensivspieler hatte seine Chance eigentlich bereits vergeben, schnappte sich dann aber den Puck hinter dem gegnerischen Tor und jubelte schlussendlich im allgemeinen Durcheinander. „Meine Mitspieler, welche in dieser Szene hinter dem Tor standen, sagten, dass der Puck unter dem Tor hindurchgeschoben worden sei“, schilderte EHCD-Stürmer Dennis Barts.

Nationalliga-Profischiedsrichter Dani Stricker weilte ebenfalls am Spiel und analysierte: „Von der Tribüne sah es für mich so aus, als ob der Mann mit der vermutlich besten Sicht im Stadion richtig entschied.“ Stricker sah, wie der Spieler das Buebetrickli versucht habe und die Scheibe anschliessend im Tor lag. „Als ob der Puck zwischen Pfosten und Torhüterschlittschuh den Weg ins Tor fand“, führte der Ausbildungschef der Schiedsrichter aus.

 

Dübi3

 

Videobeweis wäre machbar

Dennis Barts wollte dem Phantomtor keinen vorentscheidenden Charakter beimessen: „Es ist zwar ärgerlich und schlägt auf die Moral, danach muss man diese Szene aber abhaken. Ohne Videobeweis kann das passieren.“ Dani Stricker ist der Ansicht, dass die Einführung des Videobeweises in der 1. Liga kein riesiger Aufwand wäre. „Es müsste unter anderem ein IT-Sponsor vorhanden sein.“ Um sein Gefühl zu bestätigen, dass Schiedsrichter Stefan Hässig über die beste Optik auf die Geschehnisse verfügte, wird sich Stricker Bellinzonas Führungstor im Video nochmals ansehen.

 

Dieser „Treffer“ zum 0:1 schien für die Glattaler schwer verdaulich, denn dem Start ins Mitteldrittel fehlte die Dynamik. Die Tessiner Kantonshauptstädter stifteten vermehrt Unruhe in der gegnerischen Zone und in der 27. Minute wurde Yannicks Ruspinis Schuss entscheidend abgelenkt sowie verlangsamt, sodass Michele Crivelli zum 2:0 reüssierte. In der Folge hätte Bellinzona die Entscheidung frühzeitig herbeiführen können: Ruspini (30.) schoss an den Pfosten und Voneschens Alleingang endete an den Beinschonern von Flavio Lüdke (37.).

 

Dübi10

 

Dübendorf hat die Seuche

Insgesamt wirkte Dübendorf im dritten Halbfinale saft- und kraftlos. Kein Wunder, denn zahlreiche Spieler waren oder sind grippegeschwächt und neben den erneuten Absenzen von Timon Vesely (verletzt) und Lukas Dietrich (RS) standen diesmal keine Elite-Junioren der GCK Lions zur Verfügung. „Wir haben eine Seuche hinter uns“, bestätigt Dennis Barts, der dies aber nicht als Ausrede gelten lassen will. Er fordert mehr Druck aufs gegnerische Tor. „Wir müssen die Abschlüsse vermehrt suchen!“

Dennis Barts Anschlusstreffer knapp fünf Minuten vor der Schlussirene brachte die Gäste nicht ins Wanken. Dass die hochgelobte Offensive der Glattaler bei der zweiten Heimniederlage in Folge nur ein Tor erzielte, lag an den selten zwingenden Abschlussversuchen. Die Gastgeber unternahmen schlicht zu wenig, um sich den notwendigen Freiraum zu verschaffen. Erschwerend war ausserdem, dass sich Bellinzona ab der 27. Minute keine Strafen mehr leistete.

 

EHC Dübendorf – GDT Bellinzona 1:2 (0:1, 0:1, 1:0)

Best-of-five-Serie: 1:2

Im Chreis: 590 Zuschauer

SR: Hässig; Haag, Hungerbühler

Tore: 17. Voneschen 0:1. 27. Crivelli (Ruspini, Faretti) 0:2. 56. Barts (Müller, Künzli) 1:2.

Strafen: 1x2min gegen Dübendorf; 3x2min gegen Bellinzona

Dübendorf: Lüdke; Brun, Lohrer; Meichtry, Genoni; Stettler, Damian Reichart; Trippel, Blatter; Künzli, Nikolic, Müller; Grassi, Wüst, Barts; Dominik Reichart, Bührer, Mihajlovic; Röthlisberger, Cahenzli

Bellinzona: Mantegazzi; Faretti, Figini; Pan, Rogger; Mengoni, Jotti; Bianchi, Celio, Crivelli; Juri, Masa, Ruspini; Schena, Schmid, Gianella; Cerinotti, Voneschen, J. Isabella

 

Dübi8