NLA: Zwei Siege zur Beruhigung
Unihockey

NLA: Zwei Siege zur Beruhigung

Nach vier Niederlagen in Folge nutzt der HC Rychenberg zwei Heimspiele, um zum Siegen zurückzukehren und sich über den Strich zu hieven. Uster bezwingt er nach einem Dreitorerückstand mit 6:5 und Thun problemlos mit 9:4.

Der HC Rychenberg hat schwierige Zeiten hinter sich. Bevor der Meisterschaftbetrieb für drei Wochen unterbrochen worden war, hatte er vier Niederlagen in Folge erlitten und war dadurch unter den Strich gerutscht. Das Selbstvertrauen war merklich angekratzt. Doch das Team von Rolf Kern scheint die Natipause gut genutzt zu haben und antwortete am Wochenende mit einem hart erkämpften Sieg gegen Uster und einer grösstenteils soliden Leistung gegen Thun auf die Baisse.

Damit hat der HCR einen wichtigen ersten Schritt getan, um wieder in ruhigeren Gewässern zu segeln. Noch ist die spielerische Leichtigkeit nur selten zu sehen, aber die Auftritte waren diesmal erheblich konstanter und die Abwehr bedeutend stabiler als auch schon. Die dunklen Wolken sind noch nicht verzogen, aber mit vier Punkten Vorsprung auf den Strich lässt sich etwas entspannter gegen Leader Wiler-Ersigen ins schwierige letzte Spiel der ersten Qualifikationshälfte gehen.

Der HCR kämpft sich zurück
In der Startphase des Derbys waren beide Mannschaften darum bemüht, das Geschehen zu kontrollieren und möglichst keine Angriffsfläche zu bieten. Dies gelang dem HCR entschieden besser. In den ersten zehn Minuten liess er nicht nur hinten fast nichts zu, sondern nutzte seine Feldüberlegenheit auch zu einem Plus an Chancen und einer verdienten 2:0-Führung. «Unser erstes Drittel war sehr gut», erkannte Kern. «Wir hatten das Geschehen unter Kontrolle, liessen den Ball laufen und hatten – anders als auch schon – Tempo und Bewegung in unserem Spiel.»

Der HCR präsentierte sich defensiv eigentlich zu stabil, als dass daraus hätte Schaden entstehen können, dass Uster das Geschehen gegen Ende des Startdrittels etwas ausglich. Zwei nicht geblockte Schüsse aus dem Hinterhalt sorgten aber dafür, dass es mit einem 2:2 in die erste Pause ging. Der gute Start von Kerns Team war vollends wertlos, als Uster um die 25. Minute mit drei einfachen Toren innert 86 Sekunden und ungemein effizient auf 5:2 davonzog.

Der HCR schien auf die Verliererstrasse geraten zu sein, doch da halfen ihm die Gäste wieder auf die Beine. Ein Foul ihres Captains Raphael Berweger an der Mittellinie ahndeten die Unparteiischen in der 27. Minute vielleicht hart, aber nicht zu Unrecht mit einer Fünfminutenstrafe. Diese nutzten Fredrik Holtz und Moritz Schaub zu jenen zwei Toren, die den HCR ins Spiel zurückbrachten. Und im Schlussdrittel wurde der Gastgeber für die gewahrte Geduld belohnt. Captain Nils Conrad glich in der 45. Minute aus und Mikko Hautaniemi sicherte fünf Minuten später die drei Punkte. Reelle Ausgleichschancen liessen die Winterthurer in der Folge nicht mehr zu.

Der Rückstand als Weckruf
Anders als gegen Uster war tags darauf ein Sieg gegen Schlusslicht Thun uneingeschränkte Pflicht. Doch so war es auch vor ziemlich genau einem Jahr gewesen, als der HCR ein verheerendes Startdrittel einzog und anschliessend verlor. Dessen eingedenk trachtete er anfangs vor allem danach, defensiv solide zu agieren. Dies gelang ohne Wenn und Aber, allerdings ging dies auf Kosten der Konsequenz im Abschluss, sodass das torlose Remis nach zwanzig Minuten fast zwingend war.

Den Weckruf zu mehr offensivem Engagement lieferte dann ungewollt der Gast. Dieser ging in der 23. Minute überraschend in Führung, hatte aber nicht lange Freude daran. Kerns Team reagierte resolut und zielorientiert. Michel Schwerzmann, Holtz und dreimal Hautaniemi sorgten mit ihren Toren bis zur 37. Minute für die Wende und auch gleich für die Vorentscheidung. Die Richtung war nun vorgegeben und die Partie endete mit einem verdienten 9:4-Sieg der Winterthurer.

«Im ersten Drittel wollten wir es gut machen und keine Fehler begehen», fand Kern. «Erfreulich war, wie wir auf den Rückstand reagierten und später in den richtigen Momenten unsere Tore erzielten.» Ob die sechs Punkte des Wochenendes und das hinzugewonnene Selbstvertrauen allerdings bereits reichen, um am kommenden Samstag Leader Wiler-Ersigen in Bedrängnis zu bringen, wird sich zeigen müssen.

René Bachmann (rab)

 

Resultate der 9. Runde: HC Rychenberg Winterthur – UHC Uster 6:5. Grasshopper-Club Zürich – Floorball Köniz 4:10. Chur Unihockey – SV Wiler-Ersigen 3:10. UHC Thun – Unihockey Tigers Langnau 4:6. UHC Waldkirch-St. Gallen – UHC Alligator Malans 4:10. Zug United – Kloten-Bülach Jets 6:5. – 10. Runde: HC Rychenberg Winterthur – UHC Thun 9:4. Zug United – Floorball Köniz 9:10 n. Vrl. SV Wiler-Ersigen – UHC Uster 6:3. UHC Waldkirch-St. Gallen – Grasshopper-Club Zürich 11:5. UHC Alligator Malans – Unihockey Tigers Langnau 5:6 n. Vrl. Kloten-Bülach Jets – Chur Unihockey 4:5.

Telegramm

HC Rychenberg Winterthur – UHC Uster 6:5 (2:2, 2:3, 2:0)
Sporthalle Oberseen, Winterthur Schiedsrichter: Fässler/Schläpfer 430 Zuschauer
Rychenberg: Gruber; Conrad, Sundstedt; Niiranen, Haag; Huser, Aeschimann; Schwerzmann, Wöcke, Holtz; Lutz, Koskelainen, Schaub; Hautaniemi, Gutknecht, Studer.
Uster: Tschopp; Bolliger, Klauenbösch; Aellig, Ledergerber; Heierli, Steiger; Hummer, Henriksson, Nideröst (21. Berweger); Suter, Schubiger, Komárek; Vitali, Scherrer, Kellermüller; Urner.
Tore: 7. Schaub (Koskelainen) 1:0. 9. (8:09) Holtz (Schwerzmann) 2:0. 9. (8:36) Klauenbösch (Bolliger) 2:1. 17. Klauenbösch (Nideröst) 2:2. 25. (24:08) Ledergerber (Komárek) 2:3. 25. (24:46) Hummer (Bolliger) 2:4. 26. (25:34) Suter (Schubiger) 2:5. 28. Holtz (Hautaniemi; Ausschluss Berweger) 3:5. 32. Schaub (Koskelainen; Ausschluss Berweger) 4:5. 45. Conrad (Holtz) 5:5. 50. Hautaniemi (Niiranen) 6:5.
Strafen: 3x2 Minuten gegen Rychenberg (13. Studer, 35. Wöcke, 60. Koskelainen), 2x2 Minuten (32. Steiger, 51. Komárek) und 1x5 Minuten (27. Berweger) gegen Uster.
Bemerkungen: Rychenberg ohne Borth, Grunder (auf Reisen), Baumer, Parli (verletzt), Weder (abwesend) und Schüpbach (Ersatz). Uster ohne Juhola. Rychenberg mit drei, ab der 37. Minute mit zwei Linien. Uster nahezu durchgehend mit zwei Linien. 33. Tor Suters wegen vorangegangenen Fouls aberkannt. 54. Lattenschuss Koskelainen. 58:03 Time-out Uster. Uster ab dem Time-out in Ballbesitz mit einem zusätzlichen Feldspieler anstelle des Torhüters. 59:59 Tor Sundstedts ins leere Tor nicht mehr gegeben. Schaub und Klauenbösch als beste Spieler ihrer Mannschaft ausgezeichnet.

HC Rychenberg Winterthur – UHC Thun 9:4 (0:0, 5:2, 4:2)
Sporthalle Oberseen, Winterthur Schiedsrichter: Kronenberger/Kronenberger 150 Zuschauer
Rychenberg: Gruber; Conrad, Sundstedt; Niiranen, Haag; Huser, Aeschimann; Schwerzmann, Wöcke, Holtz; Lutz, Koskelainen, Schaub; Hautaniemi, Gutknecht, Studer.
Thun: Thomas Fankhauser; Wettstein, Michael Fankhauser; Meier, Linder; Stulz, Sigrist; Kropf, Graber, Kummer; Frey, Scheuner, Thomas; Aebersold, Zimmermann, Witschi.
Tore: 23. Aebersold (Stulz) 0:1. 28. (27:47) Hautaniemi (Niiranen) 1:1. 29. (28:17) Schwerzmann (Holtz) 2:1. 30. (29:12) Hautaniemi (Studer) 3:1. 36. (35:17) Hautaniemi (Holtz; Ausschluss Zimmermann) 4:1. 37. (36:08) Holtz (Hautaniemi; Ausschluss Linder) 5:1. 39. Frey (Scheuner) 5:2. 42. Frey (Scheuner) 5:3. 49. (48:22) Conrad (Holtz) 6:3. 50. (49:19) Wöcke (Holtz) 7:3. 56. (55:24) Stulz (Sigrist) 7:4. 56. (55:54) Holtz (Conrad) 8:4. 59. Schaub (Koskelainen) 9:4.
Strafen: 1x2 Minuten gegen Rychenberg (54. Holtz), 3x2 Minuten gegen Thun (14. Kropf, 35. Zimmermann, 37. Linder).
Bemerkungen: Rychenberg ohne Borth, Grunder (auf Reisen), Baumer, Parli (verletzt), Weder und Schüpbach (Ersatz). Thun ohne Taurama. Rychenberg mit drei, ab der 48. Minute mit zwei Linien. Thun mit drei, ab der 41. Minute mit zwei Linien. 30. Time-out Thun. 47. Lattenschuss Aebersold. 57. Tor Hautaniemis aberkannt. Holtz und Thomas Fankhauser als beste Spieler ihrer Mannschaft ausgezeichnet.