NLA: Zwei Leistung wie Tag und Nacht
Unihockey

NLA: Zwei Leistung wie Tag und Nacht

Der HC Rychenberg verliert zum Abschluss der Qualifikation zweimal. Nach der ganz schwachen Leistung in Thun (5:9) rehabilitierte er sich mit einem weitgehend konzisen Auftritt gegen Leader Wiler-Ersigen (2:3).

Der HC Rychenberg ist nach der Natipause noch nicht so richtig in Fahrt gekommen. Nach der Niederlage in Uster verlor das Team von Rolf Kern am Wochenende auch gegen Thun und Wiler. Mit drei Pleiten in Folge in die Playoffs zu steigen, ist natürlich alles andere als optimal. Abgeschrieben werden darf der HCR deswegen freilich nicht. Einerseits beginnt es in den Playoffs wieder bei Null und andererseits zeigte er sich gegen Titelverteidiger Wiler wieder wesentlich engagierter und konsequenter als in den zwei vorangegangenen Partien. Gegen Johan Samuelsson und sein Langnau wird er aber noch mindestens eine Schippe draufgelegen müssen.

Enttäuschend von A bis Z
Wie bereits in Uster schien der HCR seinen Trip nach Thun mehr als lästigen Betriebsausflug denn als ernstzunehmendes Meisterschaftsspiel zu betrachten. Trotz einschlägiger negativer Erfahrungen in der MUR schienen die Winterthurer gedanklich bereits in den Playoffs zu sein und den Sieg mit angezogener Handbremse einfahren zu wollen. Entsprechend behäbig und leidenschaftslos starteten sie auf dem rutschigen Parkett, sowohl im Geist als auch läuferisch.

Frischer und engagierter wirkte da Thun, was in einer Spur mehr Spielanteilen und vor allem mehr gewonnenen Zweikämpfen zum Ausdruck kam. Doch auch der Gastgeber machte nicht eben viel offensives Aufheben, sodass die Partie im Startdrittel grösstenteils gemächlich dahinplätscherte. Einzig durchbrochen wurde die allgegenwärtige Ruhe von jenen drei Vorstössen der Berner, die Tore zur Folge hatten.

Wie bereits vor Wochenfrist kam erst mehr Leben in den HCR, als er zurücklag. Der Erfolg blieb freilich aus. Dies lag zum einen daran, dass der HCR in der Vorwärtsbewegung seltsam ideenlos auftrat und das Tor selten traf, zum anderen daran, dass die grösste Baustelle in der Verteidigung blieb: Kaum einmal ein Weitschuss wurde geblockt. Da gleichzeitig auch Torhüter Ruven Gruber, vor der Natipause überzeugend, nicht immer gut aussah, fanden zwischen der 22. und 49. Minute vier Schüsse aus grosser Distanz den Weg ins Tor. Die Entscheidung war nach dem vierten, zum 8:4, gefallen.

«Es war bei keinem Spieler Vorsatz, schlecht zu spielen oder zu verlieren», betonte HCR-Assistenztrainer Philippe Soutter. «Es ging für uns aber einfach um nichts. Vielleicht gepaart mit einer Spur Überheblichkeit war die Leistung jedes einzelnen entsprechend. Den Knopf konnten wir nach dem Fehlstart nicht mehr lösen.»

Ein Team wie verwandelt
Kerns Team war am Sonntag kaum mehr wiederzuerkennen. Von der ersten Minute an ging es entschlossen in die Zweikämpfe und bot dem Leader energisch und fokussiert Paroli. Dabei pflegten die beiden Mannschaften eine ähnliche Herangehensweise. Sie bauten ihre Angriffe sehr kontrolliert und geduldig auf, um dann in der gegnerischen Platzhälfte Tempo aufzunehmen. Es war ein gutes, unterhaltsames und stets spannendes Spiel.

Etwas öfter Torgefahr heraufbeschwören konnten über weite Strecken die Gäste. Gleichwohl durfte sich der HCR über das Remis zur ersten Pause ärgern, schliesslich hatte er nach Michel Wöckes 1:0 lange geführt, musste aber kurz vor dem ersten Tee ein Eigentor konzedieren. Anderweitiger Unmut kam in 34. Minute auf, als Moritz Schaub das erneute Führungstor erzielte. Die Unparteiischen hatten den Ball aber nicht hinter der Linie gesehen und gaben das Tor nicht. Ein Fehlentscheid.

Wiler mochte über die sechzig Minuten etwas mehr und die eine Spur besseren Chancen beim 5 gegen 5 kreiert haben, letztlich entschieden jedoch die «Special Teams» über Sieg und Niederlage, oder genauer Mattias Hofbauer. Zuerst traf der bald 37-jährige Oldie in der 38. Minute mit einem Shorthander der Sonderklasse und in der 50. Minute markierte er in Überzahl das Siegestor. Das Anschlusstor von Fredrik Holtz kam erst sieben Sekunden vor Schluss und damit zu spät für einen Ausgleich.

«Auch gegen Wiler ging es (für beide) um nichts mehr», erklärte Soutter. «Aber diesmal gelang uns eine sehr anständige Leistung. Dies war wichtig als Reaktion und für unser Selbstvertrauen.» Den grössten Handlungsbedarf sieht er darin, mehr Killerinstinkt zu entwickeln und mit den obligaten Schwankungen in den Spielen besser umzugehen. Die Zeit bis zu den Playoffs drängt.

 

René Bachmann (rab)

 

Resultate der 21. Runde: UHC Thun – HC Rychenberg Winterthur 9:5. UHC Uster – SV Wiler-Ersigen 4:3 n. Vrl. Floorball Köniz – Zug United 13:3. Unihockey Tigers Langnau – UHC Alligator Malans 14:8. Grasshopper-Club Zürich – UHC Waldkirch-St. Gallen 10:9 n. Vrl. Chur Unihockey – Kloten-Bülach Jets 8:4. – 22. Runde: HC Rychenberg Winterthur – SV Wiler-Ersigen 2:3. UHC Alligator Malans – Floorball Köniz 8:5. Grasshopper-Club Zürich – Unihockey Tigers Langnau 9:5. Zug United – Chur Unihockey 11:8. Kloten-Bülach Jets – UHC Uster 5:7. UHC Waldkirch-St. Gallen – UHC Thun 5:4.

Telegramm

UHC Thun – HC Rychenberg Winterthur 9:5 (3:1, 2:2, 4:2)
Multifunktionshalle für Unihockey und Rollhockey, Thun
Schiedsrichter: Schüpbach/Studer 300 Zuschauer
Thun: Körner; Götti, Sigrist; Meier, Beaud (41. Saurer); Michael Fankhauser, Bühler; Graber, Wettstein, Kropf; Frey, Scheuner, Thomas; Aebersold, Zimmermann, Taurama (44. Witschi).
Rychenberg: Gruber; Conrad, Gutknecht; Aeschimann; Huser, Haag; Hautaniemi, Wöcke, Holtz; Kern, Koskelainen, Schaub; Studer, Grunder, Lutz (21. Schwerzmann).
Tore: 9. Kropf (Wettstein) 1:0. 16. (15:50) Wettstein (Kropf) 2:0. 17. (16:23) Frey (Meier) 3:0. 20. Koskelainen (Kern) 3:1. 22. Stulz (Thomas; Ausschluss Gutknecht) 4:1. 26. Grunder (Studer) 4:2. 27. Meier (Frey) 5:2. 34. Holtz (Koskelainen; Ausschluss Wettstein) 5:3. 43. (42:49) Wettstein (Kropf) 6:3. 44. (43:27) Holtz (Hautaniemi) 6:4. 48. (47:14) Michael Fankhauser (Witschi) 7:4. 49. (48:13) Meier (Thomas) 8:4. 52. Meier 9:4. 55. Studer (Schwerzmann) 9:5.
Strafen: 3x2 Minuten gegen Thun (30. Sigrist, 33. Wettstein, 35. Meier), 3x2 Minuten gegen Rychenberg (17. Hautaniemi, 22. Gutknecht, 58. Holtz).
Bemerkungen: Rychenberg ohne Borth (auf Reisen), Baumer, Niiranen (verletzt), Sundstedt (krank), Weder (abwesend) und Schüpbach (Ersatz), dafür mit Aeschimann und Lutz (U21). Thun vollzählig. Rychenberg mit drei Linien (Doppeleinsätze Gutknecht), von der 41. bis 52. Minute mit zwei Linien. Thun mit drei Linien. Meier und Gutknecht als beste Spieler ihrer Mannschaft ausgezeichnet.

HC Rychenberg Winterthur – SV Wiler-Ersigen 2:3 (1:1, 0:1, 1:1)
Sporthalle Oberseen, Winterthur Schiedsrichter: Kronenberg/Kronenberg 560 Zuschauer
Rychenberg: Gruber; Conrad, Huser; Gutknecht; Aeschimann; Haag; Hautaniemi, Wöcke, Holtz; Kern, Koskelainen, Schaub; Studer, Grunder, Schwerzmann.
Wiler: Wolf; Bürki, Wittwer; Bischofberger, Sesulka; Meister, Tobias Känzig; Rentsch, Hofbauer, Louis; Deny Känzig, Hollenstein, Alder; Affolter, Laubscher, Pritzbuer.
Tore: 7. Wöcke (Holtz) 1:0.  20. Eigentor Rychenberg 1:1. 38. Hofbauer (Ausschluss Bischofberger!) 1:2. 50. Hofbauer (Bürki; Ausschluss Hautaniemi) 1:3. 60. (59:53) Holtz (Koskelainen; Rychenberg ohne Goalie) 2:3.
Strafen: 2x2 Minuten gegen Rychenberg (16. Huser, 38. Hautaniemi), 2x2 Minuten gegen Wiler (37. Bischofberger, 58. Deny Känzig).
Bemerkungen: Rychenberg ohne Borth (auf Reisen), Baumer, Niiranen (verletzt), Sundstedt (krank), Weder (abwesend) und Lutz, Schüpbach (Ersatz), dafür mit Aeschimann und Lutz (U21). Wiler ohne Johnsson, Väänänen. Rychenberg mit drei Linien, Doppeleinsätze Conrad. Wiler mit drei Linien. 13. Lattenschuss Wiler. 34. Tor Schaubs nicht gegeben. 57:47 Time-out Rychenberg. Rychenberg ab 58:05 mit einem zusätzlichen Feldspieler anstelle des Torhüters. Conrad und Hofbauer als beste Spieler ihrer Mannschaft ausgezeichnet.