NLA: Seine Ineffizient kostet den HCR Punkte
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NLA: Seine Ineffizient kostet den HCR Punkte

Der HC Rychenberg muss sich mit zwei Punkten aus der Doppelrunde begnügen. Sowohl bei der 4:8-Heimniederlage gegen Köniz als auch beim im Penaltyschiessen errungener 4:3-Sieg in Kloten wäre mit grösserer Effizienz mehr dringelegen.

Der HC Rychenberg hat am Wochenende seinen Aufwärtstrend bestätigt, der Lohn blieb mit zwei Punkten allerdings allzu bescheiden. Der wesentlichste Grund für das Missverhältnis zwischen Leistung und Ertrag war sowohl gegen den Tabellendritten Floorball Köniz als auch gegen Kantonsrivale Kloten-Bülach Jets derselbe, allerdings in unterschiedlicher Ausprägung. Am Samstag gefielen die Winterthurer über weite Strecken, waren aber im Abschluss zu ungenau. Und am Sonntag, dem Tag der vielen überraschenden Resultate, reichte eine klare Steigerung ab Spielmitte nicht zu den angezeigten drei Punkten, da sie geradezu fahrlässig mit der grossen Zahl herausgespielter Chancen umgingen.

Die angesichts der Kräfteverhältnisse angezeigten vier bis fünf Punkte hätten dem Team von Daniel Costa, der den an der Damen-Weltmeisterschaften weilenden Rolf Kern an diesem Wochenende als Chefcoach gut ersetzte, etwas mehr Luft am Strich verschafft. So aber reduzierte sich der Vorsprung von vier auf drei Punkte. Die Leistungen vor allem gegen Köniz und mit Abstrichen gegen Kloten sollten die Gemüter freilich beruhigen. Bei gleich bleibenden Fortschritten werden angemessene Resultate alsbald folgen.

Zaugg knickt Rychenbergs Hoffnungen
Der HCR fand gegen Köniz sofort gut ins Spiel. Die beiden Teams agierten im Aufbau sorgfältig und geduldig und liessen in der Defensive nur sehr wenig zu. Dadurch entwickelte sich ein Spiel von gutem Niveau, freilich ohne allzu viele prickelnde Szenen vor den Toren. Je ein kleiner Stellungsfehler auf beiden Seiten sorgte immerhin dafür, dass es nicht torlos in die erste Pause ging.

Köniz-Trainer René Berliat schien mit seinem Team nicht ganz zufrieden gewesen sein, denn im Mitteldrittel erhöhten die Berner die Schlagzahl. Der HCR geriet darob zuweilen etwas ins Schwimmen, besass im einsetzenden offenen Schlagabtausch eher etwas mehr erfolgsversprechende Chancen. Der glänzend aufgelegte Tobias Studer war mit seinem zweiten Tor in der 22. Minute der Erste, der von der veränderten Spielanlage profitierte.

Kurz darauf glich Köniz wieder aus und in der Folge zeigte sich, wo derzeit der wesentlichste Unterschied zwischen den beiden Teams liegt, in der Effizienz im Abschluss. In einer wegweisenden Szene zur Spielhälfte war freilich auch Pech dabei: Bei einem Abschluss Jonas Lutz' sprang der Ball hinter Torhüter Patrick Eder knapp an den beiden Pfosten vorbei und im Gegenzug traf Silvan Bolliger zum 3:2. Da Fredrik Holtz kurz vor Drittelsende noch den Ball als hinterster Mann vertändelte, ging der HCR mit einem Zweitorerückstand in die zweite Pause. Angesichts der aufgelegten Chancen hätte das Skore auch andersherum lauten können.

Der HCR bewies Resilienz und holte den Rückstand bis zur 44. Minute auf und vieles schien in der Folge darauf hinzudeuten, dass das Spiel in die Verlängerung gehen würde. Nationalspieler Jan Zaugg hatte jedoch etwas dagegen und sorgte mit seinen Toren 2 bis 4 für eine späte Entscheidung. Costa zeigte sich enttäuscht: «Ich kann meiner Mannschaft nichts vorwerfen. Wir hielten uns gut an den ‹Game Plan›, lieferten die beste Leistung der Saison ab, kamen zweimal zurück und hatten 52:40 Abschlüsse. Individuelle Fehler und mangelnde Effizienz verhinderten ein besseres Resultat.»

Das Tor nicht getroffen
Noch weitaus eklatanter als am Samstag waren die weichen Knie auf den entscheidenden Metern tags darauf in Kloten. Nach einem ungemein zähen Start mit vielen Ungenauigkeiten und fehlendem Zug aufs Tor übernahm der HCR ab der Spielhälfte immer deutlicher das Diktat und spielte im Schlussdrittel und in der Verlängerung praktisch auf ein Tor.

Der Kantonsrivale wehrte sich zuerst nach Kräften gegen den Verlust seiner zwischenzeitlichen 3:2-Führung, musste jedoch immer öfter Fouls zu Hilfe nehmen, um Rychenbergs ununterbrochen rollende Angriffe zu stoppen. Eine dieser unsachgemässen Interventionen hatte in der 52. Minute jene Bankstrafe zur Folge, die Kari Koskelainen auf Zuspiel Mikko Hautaniemis zum längst überfälligen Ausgleich nutzte.

Aufgelegte Möglichkeiten wären genug vorhanden gewesen, um den mittlerweile überforderten Gastgeber noch in der regulären sechzig Minuten in die Knie zu zwingen. Doch fehlte es dem HCR an der nötigen Präzision im Abschluss. «Anfangs waren wir noch müde vom Vortag. Danach war es zum Verrrücktwerden», blickte Costa nach Spielschluss zurück. «Es klappt inzwischen recht gut, den Ball nach vorne zu bringen und Chancen zu kreieren. Aber wir hatten siebzig Abschlüsse und brachten bloss drei Tore zustande.»

Auch in der Verlängerung lag das «Golden Goal» mehrmals in der Luft, doch selbst dreimal solo vor dem Torhüter aufzutauchen, reichte nicht zum vorzeitigen Sieg. So mussten es Torhüter Ruven Gruber und die Jungen richten. Im Penaltyschiessen sorgten Michel Wöcke und zweimal Studer dafür, dass ihr Team wenigstens noch den Bonuspunkt ergatterte. Bloss ein Gegentor bei numerischem Gleichstand hätte freilich zu drei Punkten reichen müssen.

René Bachmann (rab)

 

Resultate der 13. Runde: HC Rychenberg Winterthur – Floorball Köniz 4:8. SV Wiler-Ersigen – UHC Alligator Malans 3:2. Chur Unihockey – Unihockey Tigers Langnau 10:6. UHC Thun – Grasshopper-Club Zürich 1:9. Kloten-Bülach Jets – UHC Waldkirch-St. Gallen 4:5 n. Vrl. UHC Uster – Zug United 6:8. – 14. Runde: Kloten-Bülach Jets – HC Rychenberg Winterthur 3:4 n. Pen. Unihockey Tigers Langnau – SV Wiler-Ersigen 5:4. UHC Thun – Floorball Köniz 4:3. Zug United – UHC Alligator Malans 7:2. Chur Unihockey – Grasshopper-Club Zürich 2:9. UHC Waldkirch-St. Gallen – UHC Uster 5:6.

Telegramm

HC Rychenberg Winterthur – Floorball Köniz 4:8 (1:1, 1:3, 2:4)
Sporthalle Oberseen, Winterthur Schiedsrichter: Preisig/Schaffter 400 Zuschauer
Rychenberg: Gruber; Conrad, Sundstedt; Huser, Aeschimann; Schwerzmann, Wöcke, Holtz; Hautaniemi, Koskelainen, Studer; Lutz, Sämi Gutknecht, Schaub.
Köniz: Eder; Kaspar Schmocker, Müller; Johansson, Castrischer; Herzog, Kuchen; Maurer, Ledergerber, Dargren; Zaugg, Hutzli, Michel; Bolliger, Doza, Pillichody.
Tore: 14. Maurer (Dargren) 0:1. 15. Studer (Conrad) 1:1. 22. Studer (Koskelainen) 2:1. 25. Hutzli (Michel) 2:2. 30. Bolliger (Pillichody) 2:3. 40. Zaugg 2:4. 42. Hautaniemi (Sundstedt; Ausschluss Doza) 3:4. 44. Koskelainen (Conrad) 4:4. 51. Bolliger 4:5. 55. Zaugg (Johansson) 4:6. 60. (59:22) Zaugg (Castrischer; ins leere Tor) 4:7. 60. (59:57) Zaugg (Maurer; Ausschluss Koskelainen) 4:8..
Strafen: 2x2 Minuten gegen Rychenberg (27. Schwerzmann, 60. Koskelainen), 2x2 Minuten gegen Köniz (40. Doza, 57. Maurer).
Bemerkungen: Rychenberg ohne Borth, Grunder (auf Reisen), Baumer, Haag, Niiranen (verletzt), Parli (Pause), Kern (nicht spielberechtigt), Andi Gutknecht und Schüpbach (Ersatz), dafür mit Aeschimann und Lutz (U21). Köniz ohne Dumauthioz. Rychenberg mit zwei Verteidigungspaaren und drei Sturmlinien (Doppeleinsätze von Conrad und Sundstedt), ab der 50. Minute mit zwei Linien. Köniz mit zwei, ab der 5. Minute mit drei Linien. 32. Lattenschuss Aeschimann. 55. Time-out Rychenberg. Rychenberg von 57:49 bis 59:22 mit einem zusätzlichen Feldspieler anstelle des Torhüters. Studer und Zaugg als beste Spieler ihrer Mannschaft ausgezeichnet.

Kloten-Bülach Jets – HC Rychenberg Winterthur 3:4 n. Pen. (1:3, 2:1, 0:1, 0:0)
Sporthalle Ruebisbach, Kloten Schiedsrichter: Hohler/Koch 260 Zuschauer
Kloten: Patrick Dürst; Alin, Rajeckis; Daniel Dürst, Hottinger; Steffen, Kindler; Heller, Graf, Immonen; Zolliker, Sokka, Tahmasebi; Diem, Gärtner, Kapp.
Rychenberg: Gruber; Conrad, Sundstedt; Gutknecht, Aeschimann; Schwerzmann, Wöcke, Holtz; Hautaniemi, Koskelainen, Schaub; Kern, Lutz, Studer.
Tore: 14. Rajeckis (Immonen; Ausschluss Studer) 1:0. 16. Holtz (Sundstedt; Ausschluss Alin) 1:1. 35. Hautaniemi (Studer) 1:2. 39. Graf (Heller) 2:2. 40. Immonen (Sokka; Ausschluss Koskelainen) 3:2. 54. Koskelainen (Hautaniemi; Ausschluss Tahmasebi) 3:3.
Penaltyschiessen: Hautaniemi darüber. Zolliker 1:0. Studer 1:1. Sokka gehalten. Koskelainen gehalten. Immonen darüber. Wöcke 1:2. Heller gehalten. Schaub gehalten. Kapp 2:2. Studer 2:3. Kapp darüber.
Strafen: 4x2 Minuten gegen Kloten (16. Alin, 24. Kindler, 48. Diem, 52. Tahmasebi), 2x2 Minuten gegen Rychenberg (13. Studer, 39. Koskelainen).
Bemerkungen: Rychenberg ohne Borth, Grunder (auf Reisen), Baumer, Haag, Niiranen (verletzt), Parli (Pause), Huser, Schüpbach und Weder (Ersatz), dafür mit Aeschimann und Lutz (U21). Kloten ohne Fischer. Rychenberg mit zwei Verteidigungspaaren und drei Sturmlinien (Doppeleinsätze von Conrad und Sundstedt), von der 21. bis 35. und ab der 41. Minute mit zwei Linien. Kloten mit drei, ab der 41. Minute mit zwei Linien. 37. Schwerzmann verletzt ausgeschieden. 39. Gruber pariert Penalty Diems. 54. Time-out Kloten. Patrick Dürst und Sundstedt als beste Spieler ihrer Mannschaft ausgezeichnet.