NLA: Schafft der HCR den Turnaround?
Unihockey

NLA: Schafft der HCR den Turnaround?

Zwei Niederlagen zum Start haben den HC Rychenberg in seiner Playoff-Viertelfinalserie gegen Langnau in Rücklage gebracht. Heute Abend ist darum ein Heimsieg schon fast Pflicht.

Der Start in die diesjährigen Playoff-Viertelfinals hat einige faustdicke Überraschungen gebracht. Drei von vier Favoriten verloren nämlich ihr erstes Spiel. Doch während Qualifikationssieger Wiler-Ersigen und der neue Cupsieger GC tags darauf zu reagieren und auf 1:1 auszugleichen vermochten, befindet sich der HC Rychenberg nach dem ersten Wochenende gehörig in Rücklage. Auf die ebenso knappe wie vermeidbare 6:7-Niederlage nach Verlängerung vor heimischer Kulisse folgte am Sonntag eine 4:9-Pleite in Biglen, die in ihrer Entstehung selbst kühne Optimisten ernüchterte.

Zu wenig Tempo und Gemeinsinn
Nach dem verlorenen Heimspiel hatte HCR-Trainer Rolf Kern noch von «wir sind noch nicht im Playoff-Modus angekommen» gesprochen und damit die reelle Hoffnung geschürt, dass schon bald vieles besser werden könnte. Von einer Rehabilitation waren die Winterthurer dann allerdings in Biglen weit entfernt.

Sie wirkten bei personellem Gleichstand vor allem in ihren Offensivaktionen zu behäbig und statisch. Dadurch sahen sie sich immer wieder in Zweikämpfe verwickelt, bevor sie von aussen nach innen hätten ziehen können und so Gefahr heraufzubeschwören in der Lage gewesen wären. Rasche Passfolgen, die Abhilfe hätten schaffen und das feste Langnauer Bollwerk aushebeln können, fehlten fast ganz, sei es, weil zu sehr den individuellen Fähigkeiten vertraut wurde, oder sei es, weil die dafür nötigen Anspielstationen fehlten. Der ab dem Mitteldrittel gehäufte Ballbesitz verkam zur belanglosen ‹l'art pour l'art›.

Die zweite Seite der Medaille war, dass der HCR ob seiner offensiven Nöte die Contenance im Spielaufbau verlor und immer wieder Ballverluste in den gefährlichen Zonen zu beklagen hatte. Diese nutzten die lauffreudigen und flinken Stürmern der Emmentaler zu überfallartigen Kontern und zu einem halben Dutzend Tore.

Den Kampf annehmen
Es fehlte dem HCR also an allen Ecken und Enden. Eine gewisse Ratlosigkeit war erkennbar. Viel Zeit, Lösungen zu suchen und zu finden und diese zu implementieren, blieb Kern und seinem Team seither nicht. Bloss drei Tage nach dem missratenen Auftritt in Biglen geht es heute mit dem dritten Spiel der Best of 7-Serie weiter. Dieses zu gewinnen und so mit Verspätung in die Playoffs und in die Serie hineinzufinden, ist schon fast Pflicht, denn sonst kommt Langnau zu drei ‹Matchbällen›.

Wie der erste Sieg zu bewerkstelligen ist, hat die Partie in Biglen offenbart. Mehr Tempo, mehr Direktspiel, mehr Ballnähe und mehr kollektives Handeln sind gefordert. Langnau hat es vorgemacht. Und gleichzeitig müssen der – für Playoffs typische – erbitterte Kampf um jeden noch so kleinen Raum angenommen und die Eigenfehler deutlich reduziert werden. Ein Schönheitspreis muss dabei nicht gewonnen werden. Ob sich all dies in lediglich drei Tagen umsetzen lässt, wird sich weisen.

René Bachmann (rab)