NLA: Rychenberg will «Historisches» schaffen
Unihockey

NLA: Rychenberg will «Historisches» schaffen

Derzeit deutet alles darauf hin, dass die Saison 2017/18 für den HC Rychenberg heute in der Eulachhalle 1 (Anpfiff um 17 Uhr) oder spätestens morgen im bernischen Kirchberg zu Ende gehen wird. Nach drei ausgetragenen Halbfinalspielen gegen Qualifikationssieger SV Wiler-Ersigen steht es aus der Sicht der Winterthurer 0:3, womit jede weitere Niederlage das Aus bedeutet.

Die Probleme in der Offensive
Nach zu grossen Teilen überzeugenden Auftritten in der Spektakel bietenden Viertelfinalserie gegen Langnau ist es Rolf Kern und seiner Mannschaft bislang nicht gelungen, auch ein passendes Rezept gegen den Titelverteidiger zu finden. Offensichtliches Sorgenkind ist die offensive Durchschlagskraft. Hatte der HCR in der ersten Playoffrunde noch in fünf Partien 31 Tore erzielt, sind es nach 180 gespielten Minuten gegen den zweiten Berner Widersacher lediglich zwei.

Dass mit Fredrik Holtz und Mikko Hautaniemi die beiden besten Skorer der Qualifikation zeitweilig angeschlagen waren, ist eine Facette der offensiven Erfolglosigkeit. Entscheidender war jedoch, dass es die Winterthurern zu selten schafften, sich gegen Wilers überaus aufsässige und strikt mannorientierte Abwehr in erfolgversprechende Abschlusspositionen zu manövrieren. Soll dies an diesem Wochenende besser werden, braucht es entschieden mehr Tempo und Präzision in der Ballzirkulation und mehr Durchschlagskraft im Eins-gegen-eins.

Ein erster Sieg als Türöffner?
Ist es sonst schon Usus, nicht zu weit vorauszuschauen, sondern nur von Spiel zu Spiel zu planen, gilt dies für den HCR in seiner derzeitigen Lage natürlich erst recht. Vorerst gilt es erst einmal, in der Eulachhalle sein Heimpublikum in den Bann zu ziehen und möglichst Wiler am «Sweep» zu hindern. Alles Weitere wird sich daraus ergeben. Entgegenkommen kommen dürfte den Winterthurern, dass sie nichts mehr zu verlieren haben und entsprechend unbeschwert an ihre Aufgabe herangehen können.

Obwohl in der Playoff-Geschichte der NLA noch nie ein Team ein 0:3 wettzumachen fähig war, lässt sich Assistenztrainer Daniel Costa seine Zuversicht nicht nehmen: «Selbstverständlich ist die Hoffnung noch da. Wiler war in den ersten drei Partien einfach stets eine Spur besser und einen Schritt schneller. Übermächtig ist es aber nicht.» Sie müssten es einfach mal schaffen, Wiler aus seiner geordneten Defensive herauszulocken. Am besten ginge dies, wenn der HCR vorlegen könnte, so wie es ihm gegen Langnau von einer Ausnahme abgesehen immer gelungen war. «Jetzt müssen wir gewinnen», erläutert Costa, «und zwar vier Mal in Folge. Ich bin überzeugt, dass dies möglich ist.» Die Unterstützung der eigenen Fans ist ihnen dabei gewiss.