NLA: Rychenberg tut sich schwer zum Auftakt
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NLA: Rychenberg tut sich schwer zum Auftakt

Der HC Rychenberg unterliegt zum Saisonauftakt Alligator Malans auswärts mit 2:9. Der vorn wie hinten zähe Auftritt macht deutlich, dass noch viel Arbeit auf den neuen Trainer Jukka Kinnunen zukommt.

Der neu formierte HC Rychenberg hatte in Maienfeld das erwartet schwierige Match zu bestreiten. Zum einen weil Malans eine eingespielte Equipe stellt und zum erweiterten Favoritenkreis im Kampf um den Meistertitel zählt, zum anderen weil sich die neu von Jukka Kinnunen trainierten Winterthurer ihrerseits nach dem Abgang der dominanten Ausländerfraktion erst wieder neu finden müssen.

Es war zu grossen Teilen diesen Umständen geschuldet, dass das Heimteam den wesentlich homogeneren und kongruenteren Eindruck hinterliess und die Partie dank vier Toren zwischen der 44. und 48. Minute verdientermassen zu seinen Gunsten entschied. Erstaunlich daran war bloss, dass die Winterthurer zu diesem Zeitpunkt besser ins Spiel gefunden hatten als noch in den einseitigen ersten 27 Minuten.

Erhebliche Startschwierigkeiten
Die erste Chance im Spiel hatte der HCR. Santeri Toropainens Weitschuss konnte der Malanser Keeper in der zweiten Minute gerade noch über die Latte lenken. Es sollte freilich für lange Zeit die einzige nennenswerte Offensivaktion der Winterthurer sein. Malans übernahm danach ohne Wenn und Aber das Diktat und ging auch zwei Minuten später mit seinem ersten gefährlichen Abschluss in Führung.

Der HCR bekundete vor allem in der Vorwärtsbewegung enorme Probleme und fand offensiv während den folgenden zwanzig Minuten so gut wie nicht mehr statt. In erster Linie lag dies an der mangelhaften Präzision und noch fehlenden Abstimmung, war aber auch Niederhall der Störarbeit des Gastgebers, der die Räume geschickt verstellte. Aus diesen Gründen gelang es den Winterthurern nicht, sich in der Offensive den Zweikämpfen zu entziehen. Malans und seine aktive Defensive kamen einfach noch zu früh in der Saison. Um dagegen anzukommen, braucht es mehr Sicherheit, Genauigkeit und abgestimmte Laufwege.

Allerdings verriet auch die Defensive der Winterthurer noch die eine oder andere Schwäche. Das Beste aus ihrer Sicht war, dass sie sich lange Zeit im Spiel halten konnten. Nach dem ersten Drittel lagen sie nur mit 0:1 im Hintertreffen, was auch ein paar starken Paraden ihres Torhüters Ruven Gruber zu verdanken war. Etwas überraschend war dann, dass der HCR nach der Ausgleich Lukas Grunders im Gefolge einer Einzelleistung in der 27. Minute besser Paroli bieten konnte. Das Geschehen und die Spielanteile glichen sich aus, auf nicht eben berauschendem Niveau, was in einem Startspiel sowieso bass erstaunt hätte, und mit nur wenigen Chancen auf beiden Seiten.

Vermaledeite 25 Sekunden
Es war dann in der 36. Minute ein unglückliches Gegentor, das die Winterthurer wieder auf die Verliererstrasse beförderte. Nach einem Ballverlust in der Mittelzone sprang der Ball unkontrolliert von Knien zu Füssen und landete zufällig auf der Schaufel des allein stehenden Ursin Thöny. Dieser bezwang Gruber zum 2:1. Kurz vor der zweiten Pause verdoppelte Malans seinen Vorsprung nach einem groben Stellungsfehler Rychenbergs in der Abwehr.

Kinnunens Team fand aber nochmals den Weg zurück: Bei einem schnellen Gegenstoss entwischte Nils Conrad in der 44. Minute und traf zum Anschlusstreffer. Die Freude währte allerdings nur sehr kurz, denn nur sechs Sekunden später war der alte Abstand nach einem Schuss aus grosser Distanz wieder Tatsache. Dieses 4:2 entpuppte sich im Nachhinein als Todesstoss, denn der HCR reagierte in der Folge zu kopflos und gewährte den Bündnern dadurch Freiräume, die diese weidlich ausnutzten. Fünf weitere Tore im Schlussdrittel, drei davon um die 47. Minute innert 25 Sekunden, waren Zeugnis davon.

Für den neuen HCR-Trainer war die 2:9-Niederlage eine harte Landung. Gleichwohl sieht Kinnunen nicht nur die allzu einfachen Gegentore, sondern auch das Positive im Spiel seiner Mannschaft: «Im ersten Drittel war Malans besser, im zweiten waren wir es. Bis zum 2:4 waren wir im Spiel, gaben es danach aber zu einfach weg. Da wurden wir zu hektisch.» Dem allzu deutlichen Schlussresultat will er freilich keine grössere Bedeutung zumessen: «Ich nehme vor allem die ersten 44 Minuten mit. Drei Gegentore bis dahin sind okay, die sechs danach natürlich nicht. Malans war aber auch ein kampf-, laufstarker und kompakter Gegner und kam dadurch öfter zum Kontern als wir.» Ob Langnau am kommenden Samstag einen einfacheren Gegner abgeben wird, ist fraglich.

Telegramm

UHC Alligator Malans – HC Rychenberg Winterthur 9:2 (1:0, 2:1, 6:1)

  • Sporthalle Lust, Maienfeld
  • Schiedsrichter: Fässler/Schläpfer
  • 390 Zuschauer
  • Malans: Wittwer; Tromm, Berry; Veltšmíd, Camenisch; Obrecht, Gartmann; Buchli, Hartmann, Friolet; Nett, Eriksson Elfsberg, Karlander; Thöny, Braillard, Vetsch.
  • Rychenberg: Gruber; Toropainen, Saarnio; Aeschimann, Schaub; Conrad, Sämi Gutknecht; Huser, Tilus, Schwerzmann; Lutz, Grunder, Andi Gutknecht; Wöcke, Gröbli, Studer; Hauser.
  • Tore: 4. Friolet (Berry) 1:0. 27. Grunder (Schaub) 1:1. 36. Thöny 2:1. 40. Eriksson Elfsberg (Veltšmíd) 3:1. 44. (43:08) Conrad (Wöcke) 3:2. 44. (43:14) Veltšmíd (Nett) 4:2. 47. (46:48) Nett (Eriksson Elfsberg) 5:2. 47. (46:56) Thöny 6:2. 48. Tromm (Berry) 7:2. 55. Thöny (Braillard) 8:2. 60. Karlander (Camenisch) 9:2.
  • Strafen:
  • Bemerkungen: Rychenberg ohne Borth (abwesend), Haag, Kern, Napierala und Schüpbach (Ersatz). Beide Teams durchgehend mit drei Linien. 47. Time-out Rychenberg. Thöny und Gröbli als beste Spieler ihrer Mannschaft ausgezeichnet.
  • Resultate der 1. Runde: UHC Alligator Malans – HC Rychenberg Winterthur 9:2. Unihockey Tigers Langnau – Floorball Köniz 9:6. Grasshopper-Club Zürich – SV Wiler-Ersigen 3:5. Zug United – UHC Uster 7:9. UHC Waldkirch-St. Gallen – Chur Unihockey 7:4. UHC Thun – Kloten-Bülach Jets 4:3 n. Pen.