NLA: Geduld und Biss sind gefragt
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NLA: Geduld und Biss sind gefragt

Im Auswärtsspiel gegen Schlusslicht Kloten-Dietlikon Jets geht es für den HC Rychenberg darum, sich mit einem Sieg über dem Strich festzusetzen.

Nachdem der HC Rychenberg gut in die Saison gestartet war, gab es zuletzt auswärts gegen Waldkirch-St. Gallen und zuhause gegen Chur zwei leichte Dämpfer. Beide Male wären drei Punkte möglich und angesichts der eigenen und der gegnerischen Leistung auch verdient gewesen. Doch das Team von Jukka Kinnunen geriet in beiden Spielen früh in Rücklage und musste sich am Ende damit zufrieden geben, via Verlängerung noch zwei respektive einen Zähler ergattert zu haben.

Einer, der viel Verantwortung übernimmt, zuletzt immer besser in Fahrt kam und auch mit seinen teils spektakulären Toren zu den Comebacks seiner Mannschaft beitrug, ist Mikko Saarnio. Der auf diese Saison hin aus Oulu zum HCR gestossene Finne weiss um den schmalen Grat, auf dem sich sein Team derzeit bewegt: «Für uns gibt es keine einfachen Spiele. Dies war gegen Thun, Waldkirch und Chur zu erkennen.» Das defensiv ungenügende erste Drittel gegen die Bündner gab in der Mannschaft einiges zu reden: «Zur Zeit sind wir ganz gut mit dem Ball. Wir dürfen aber die Physis nicht vergessen. Wir brauchen auch eine starke Abwehr.»

Kloten enttäuschend gestartet
Die Punktverluste gegen Waldkirch und Chur waren ärgerlich, erst recht weil es sich bei den Gegnern um zwei direkte Konkurrenten um die Playoffplätze gehandelt hatte. Ehe der Meisterschaftsbetrieb für gut zwei Wochen ausgesetzt wird, bekommt es der HCR am Mittwoch mit einem dritten Widersacher dieses Zuschnitts zu tun, mit den Kloten-Dietlikon Jets (20 Uhr, Turnhalle Ruebisbach). Die Zürcher Oberländer und ihre beiden Ex-Rychenberger Basile Diem und Patrick Kapp galten vor der Saison als Kandidat für die ersten acht Plätze, nicht zuletzt dank der Rückkehr Yannick Jaunins (aus Turku) sowie der Zuzüge Johannes Jokinens (Kalmarsund), Alain Kaisers (GC) und Mikael Karlssons (Linköping).

Mit bloss einem Punkt aus den ersten sechs Runden ist Kloten der Saisonstart allerdings gründlich misslungen. Der Verein reagierte vor zwei Wochen mit der Freistellung des finnischen Übungsleiters Arto Riihimäki. An seiner Stelle sollen der bisherige Assistent Nivin Anthony und der vormalige U21-Trainer Sven Engeler das leck geschlagene Boot auf Vordermann bringen.

Was der HCR für einen Erfolg in Kloten braucht, weiss Saarnio ganz genau: «Wir müssen einerseits in Ballbesitz Geduld zeigen und andererseits gut verteidigen. Vor allem dürfen wir keine einfache Gegentore mehr zulassen.» Dabei könnte helfen, dass sich seine Linie in den letzten drei Spielen immer besser gefunden hat und so die bislang federführende von Captain Nils Conrad vermehrt entlasten konnte. Noch seien sie aber nicht am Ende der Fahnenstange angelangt: «Wir drei Finnen gewöhnen uns sukzessive mehr an die Schweizer Spielweise. Wir müssen aber als Linie noch besser spielen, dann werden wir auch zu mehr Chancen kommen.» Vielleicht gibt es ja bereits in Kloten die nächsten Fortschritte zu sehen. Und nach dem Derby? Da werden Kinnunen und sein Team ein erstes Fazit ziehen und zwei Wochen Zeit für allfällige Korrekturen und fürs Kopflüften haben.

René Bachmann (rab)