NLA: Ein reifer Auftritt zum Jahresabschluss
Unihockey

NLA: Ein reifer Auftritt zum Jahresabschluss

Der HC Rychenberg zeigt im Sechspunktespiel gegen Chur eine sehr solide Leistung und setzt sich zurecht mit 9:5 durch. Die Playoutplätze sind dadurch, zumindest bis auf Weiteres, kein Thema mehr.

Der HC Rychenberg kann den bevorstehenden Festtagen mit einem guten Gefühl entgegenblicken. Mit einem während 53 Minuten abgeklärten und solidarischen Auftritt hielt er Chur Unihockey in der 15. Runde mit 9:5 erfolgreich auf Distanz und vergrösserte mit dem eher zu knapp ausgefallenen Sieg seinen Vorsprung auf die Teams unter dem Strich auf sechs und mehr Punkte.

Basis des richtungsweisenden Erfolges war eine Verteidigung, die bloss zu Beginn mit ein paar Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, im weiteren Verlauf der Partie aber sehr kompakt agierte und kaum noch Nennenswertes zuliess. In den wenigen kritischen Situationen stand den Bündnern ein stark haltende Torhüter Ruven Gruber im Wege.

Früh das Diktat übernommen
Den besseren Start in dieses Sechspunktespiel erwischten die Gäste. Gruber hatte ein paar knifflige Situationen zu bereinigen und meisterte dies mit Bravour. HCR-Trainer Rolf Kern erkannte das zu Grunde liegende Problem und wusste zu reagieren: «In den ersten Minuten bekundete wir zwei-, dreimal Schwierigkeiten mit Churs Kontern. Später konnten wir diese aber erfolgreich unterbinden.»

Aufgrund der Startminuten war es eine Überraschung, dass Kerns Team in der siebten Minute durch Fredrik Holtz nach feiner Vorarbeit Rasmus Sundstedts in Führung ging. Ausgleichende Gerechtigkeit war es dann, dass Chur in der 14. Minute auszugleichen vermochte, obwohl der HCR seit dem 1:0 das Diktat übernommen und damit den knappen Vorsprung nachträglich gerechtfertigt hatte. Diesen stellten die Winterthurer kurz vor Ablauf der ersten zwanzig Minuten wieder her. Innert 31 Sekunden traf zuerst Kari Koskelainen in Überzahl zum 2:1, glich Chur postwendend wieder aus und vollendete Michel Wöcke einen Konter zum 3:2.

Der HCR blieb auch im weiteren Verlauf der Partie das spielbestimmende Team. Chur spielte zwar munter mit und besass zeitweise gar mehr Spielanteile, sobald es jedoch in Tornähe ging, offenbarten sich die grundlegenden Unterschiede. Die Winterthurer agierten in der Defensive solidarisch und kompakt und begingen nur wenige Fehler. Gleichzeitig schafften sie es immer wieder, Löcher in die Churer Hintermannschaft zu reissen.

Deckel im Schlussdrittel zugemacht
So nutzten sie in der 24. und 32. Minute mit raumgreifenden Pässen die ganze Breite des Spielfeldes aus und sorgten mit den daran anschliessenden Direktschüssen von Mikko Hautaniemi und Tobias Studer für die vermeintliche Vorentscheidung. Bloss vermeintlich, weil Chur kurz vor der zweiten Pause zwei der seltenen Unachtsamkeit der Winterthurer Hintermannschaft ausnutzte, um wieder auf 4:5 heranzukommen.

Verschob war nicht aufgehoben. Der HCR liess sich vom unnötig knappen Spielstand nicht irritieren, sondern blieb seiner Marschroute treu und setzte im Schlussdrittel nach. Und schon das nächste Tor brachte die Entscheidung: Koskelainen verwertete in der 46. Minute einen messerscharfen Steilpass Nils Conrads zum 6:4, worauf Chur keine passende Antwort mehr fand. Selbst eine fast fünfminütige Unterzahl beim Stand von 8:5 überstand der HCR mehr oder minder problemlos.

«Der Start glückte uns nicht eben gut. Und nach den zwei dummen Gegentoren wurden wir gegen Ende des Mitteldrittels ein wenig hektisch», legte Kern den Finger auf die schwächeren Phasen. Insgesamt zeigte er sich mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden: «Abgesehen von diesen hielten wir uns aber an unseren ‹Gameplan› und waren hinten ziemlich stabil.» Freilich mochte er nicht unerwähnt lassen, dass das Spiel auch für sein Team gelaufen war. Zum einen musste Chur sukzessive mehr öffnen und zum anderen konnte der HCR bei Gegentoren stets bald reagieren. Dennoch oder gerade deswegen war der Sieg der Winterthurer hochverdient.

 

Resultate der 15. Runde: HC Rychenberg Winterthur – Chur Unihockey 9:5. UHC Thun – SV Wiler-Ersigen 5:6. UHC Uster – Unihockey Tigers Langnau 4:5. Floorball Köniz – UHC Waldkirch-St. Gallen 11:5. Grasshopper-Club Zürich – Zug United 9:3. UHC Alligator Malans – Kloten-Bülach Jets 9:2.

Telegramm

HC Rychenberg Winterthur – Chur Unihockey 9:5 (3:2, 2:2, 4:1)
Sporthalle Oberseen, Winterthur Schiedsrichter: Hürzeler/Peter 450 Zuschauer
Rychenberg: Gruber; Conrad, Sundstedt; Huser, Aeschimann; Hautaniemi, Wöcke, Holtz; Kern, Koskelainen, Schaub; Lutz, Gutknecht, Studer.
Chur: Furrer; Stucki, Bischofberger; Schneider, Beeler; Jung, Luzi Weber; Riedi, Rieder, Hirschi; Blumenthal, Zellweger, Binggeli; Mayer, Keskitalo, Cavelti.
Tore: 7. Holtz (Sundstedt) 1:0. 14. Riedi (Binggeli; Ausschluss Wöcke) 1:1. 19. (18:24) Koskelainen (Hautaniemi; Ausschluss Stucki) 2:1. 19. (18:40) Mayer (Schneider) 2:2. 19. (18:55) Wöcke (Holtz) 3:2. 24. Hautaniemi (Holtz) 4:2. 32. Studer (Gutknecht) 5:2. 36. Hirschi (Ausschlüsse Lutz und Cavelti) 5:3. 38. Riedi (Stucki) 5:4. 46. Koskelainen (Conrad) 6:4. 52.(51:43) Gutknecht (Holtz) 7:4. 52. (51:57) Riedi (Penalty) 7:5. 55. Conrad (Holtz) 8:5. 60. Koskelainen (Kern; ins leere Tor) 9:5.
Strafen: 3x2 Minuten gegen Rychenberg (13. Wöcke, 34. Lutz, 57. Kern), 2x2 Minuten gegen Chur (18. Stucki, 34. Cavelti).
Bemerkungen: Rychenberg ohne Borth, Grunder (auf Reisen), Baumer, Haag, Niiranen, Schwerzmann (verletzt), Weder (abwesend) und Schüpbach (Ersatz), dafür mit Aeschimann und Lutz (U21). Chur ohne Studer. Rychenberg mit zwei Verteidigungspaaren und drei Sturmlinien (Doppeleinsätze von Conrad und Sundstedt), ab der 41. Minute mit zwei Linien. Chur mit drei, ab der 52. Minute mit zwei Linien. 5. Lattenschuss Sundstedt. 39. Pfostenschuss Kern. 55. Time-out Chur. Chur in Ballbesitz von 55:00 bis 56:19 und von 58:19 bis 59:51 mit einem zusätzlichen Feldspieler anstelle des Torhüters. Koskelainen und Hirschi als beste Spieler ihrer Mannschaft ausgezeichnet.