NLA: Der HCR verliert wenig zwingend
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NLA: Der HCR verliert wenig zwingend

Der HC Rychenberg verliert in der achten Runde sein Auswärtsspiel gegen Langnau mit 6:8. Die vermeidbare vierte Niederlage in Serie zieht den Sturz unter den Strich nach sich.

Am Freitag hatte der HC Rychenberg im Cupspiel gegen Kloten ab Spielmitte deutlich gemacht, dass er das Unihockeyspielen beileibe nicht verlernt hat. Das Team von Rolf Kern konnte jedoch den Schwung nicht in die Meisterschaft hinüberretten. Gegen Langnau bekundete anfangs die Defensive ihre liebe Mühe und als sich diese ab dem Mitteldrittel etwas stabilisiert hatte, kam ihr die Verkrampfung in den Weg. Es mangelte an der nötigen Unbeschwertheit und Präzision im Abschluss. Der HCR verlor darum die Neuauflage des letztjährigen Playoff-Viertelfinals mit 6:8, was angesichts des keinesfalls übermächtigen Gegners mehr ein Resultat der gegenwärtigen mentalen Verfassung war als zwingend.

Vorentscheidung verpasst
Das Startdrittel war mehr eines fürs spärlich erschienene Publikum als für die Trainer. Passend für den Austragungsort zeigte sich die Verteidigung auf beiden Seiten so löcherig wie der in der Umgebung hergestellte Emmentaler Käse. Zwei, drei erfolgreiche Pässe reichten in der Regel völlig aus, um die wacklige Abwehr auszuhebeln und eine Grosschance zu kreieren. Entsprechend häufig brannte es hüben wie drüben vor dem Tor. Die beiden Torhüter besassen eine Vielzahl an Möglichkeiten sich auszuzeichnen. Da ihnen dies allerdings nur in den wenigsten Fällen gelang, fielen im ersten Abschnitt - nahezu pari verteilte - sieben Tore.

Kern schien in der ersten Pause die richtigen Worte gefunden zu haben, denn seine Abwehr bekam von da an besseren Zugriff auf des Gegners Stürmer und liess weit weniger, zeitweilig gar keine gefährliche Szenen zu. Da die Langnauer derweil ihrem regionalen Produkt weiterhin alle Ehre machte, war es nichts als logisch, dass der HCR den knappen Rückstand bis zur 33. Minute in einen Vorsprung verwandelte. Ein Wermutstropfen war, dass mehr als die Tore Niklas Niiranens und Mikko Hautaniemis zum 5:4 möglich oder eigentlich zwingend gewesen wären. Dieses Versäumnis rächte sich. Unmittelbar vor der zweiten Pause nutzte das Heimteam zwei Rychenberger Unachtsamkeiten zur erneuten, nunmehr ziemlich schmeichelhaften Führung.

Die Wende nicht mehr geschafft
Dem Eintorerückstand rannte der HCR in den letzten zwanzig Minuten erfolglos hinterher. Dass es ihm misslang, eine neuerliche Wende herbeizuführen, lag zum einen am - durch die Niederlagen - angegriffen Nervenkostüm. Dieses bewirkte, dass es evident an der Gelassen- und Selbstsicherheit im Abschluss fehlte, was zwei, drei zwingende Tore verhinderte. Zum anderen wusste sich Langnaus Goalie erheblich zu steigern. In der Summe dessen bedeutete das 7:5 des Gastgebers in der 50. Minute bereits die Entscheidung. Auch die Herausnahme von Torhüter Nicolas Schüpbach, der den nicht mitgereisten Ruven Gruber vertrat, half nichts mehr.

Summa summarum war es für den HCR eine unnötige, aber gleichzeitig nicht zufällige vierte Niederlage in Serie, die er in Biglen einstecken musste. Kerns Team ist derzeit labil und wenn es nicht läuft, fallen einem sonst federleichte Dinge plötzlich schwer. So zum Beispiel bei dem rund halben Dutzend Mal, als ein Spieler im Langnauer Slot zum Abschluss kam, aber nicht reüssierte. Dazu passte am anderen Ende auch, wie der letztlich entscheidende Gegentreffer zum 5:7 fiel. Das Heimteam spedierte den Ball einfach mal in Richtung Tor und der Abpraller landete just auf einem seiner Stöcke.

Aus der misslichen Situation, in die er sich hineinmanövriert hat, kann sich der HCR retten, indem er als Kollektiv zusammenrückt, ein grosses Kämpferherz an den Tag legt und ein paar Erfolgserlebnisse feiern kann. Ein erstes war die Qualifikation für den Cup-Viertelfinal, ein zweites wäre in Langnau in Reichweite gewesen. In den drei Wochen, in denen der Meisterschaftsbetrieb nun ruht, hat er Zeit, die vulnerable Defensive auf Vordermann zu bringen. 65 Gegentore in acht Spielen sind einfach viel zu viele.

René Bachmann (rab)

 

Resultate der 8. Runde: Unihockey Tigers Langnau – HC Rychenberg Winterthur 8:6. Floorball Köniz – Chur Unihockey 7:2. SV Wiler-Ersigen – UHC Waldkirch-St. Gallen 12:3. Kloten-Bülach Jets – Grasshopper-Club Zürich 6:17. UHC Alligator Malans – UHC Uster 8:6. UHC Thun – Zug United 2:6.

Telegramm

Unihockey Tigers Langnau – HC Rychenberg Winterthur 8:6 (4:3, 2:2, 2:1)
Espace-Arena, Biglen Schiedsrichter: Bühler/Bühler 230 Zuschauer
Langnau: Jürg Siegenthaler; Dario Langenegger, Stefan Siegenthaler; Strohl, Beer; Mosimann, Willi; Kropf, Johan Samuelsson, Steiner; Flühmann, Gfeller, Glauser; Brechbühl, Aeschlimann, Ruch; Engel.
Rychenberg: Schüpbach; Conrad, Wöcke; Niiranen, Haag; Huser, Aeschimann; Schwerzmann, Sundstedt, Holtz; Parli, Koskelainen, Schaub; Hautaniemi, Gutknecht, Studer.
Tore: 3. Holtz 0:1. 11. (10:06) Steiner (Kropf) 1:1. 11. (10:52) Flühmann (Gfeller) 2:1. 12. (11:24) Hautaniemi (Studer) 2:2. 15. (14:41) Gutknecht (Hautaniemi) 2:3. 15. (14:47) Kropf (Johan Samuelsson) 3:3. 18. Stefan Siegenthaler (Kropf; Ausschluss Haag) 4:3. 25. Niiranen (Schaub) 4:4. 33. Hautaniemi (Gutknecht) 4:5. 40. (39:19) Kropf (Johan Samuelsson; Ausschluss Haag) 5:5. 40. (39:58) Johan Samuelsson (Langenegger) 6:5. 50. Aeschlimann (Engel) 7:5. 59. (58:50) Gfeller (ins leere Tor; Ausschluss Stefan Siegenthaler!) 8:5. 60. (59:42) Holtz (Parli; Ausschluss Stefan Siegenthaler) 8:6.
Strafen: 4x2 Minuten gegen Langnau (19. Aeschlimann, 30. Brechbühl, 57. Johan Samuelsson, 59. Stefan Siegenthaler), 3x2 Minuten gegen Rychenberg (16./38. Haag, 53. Gutknecht).
Bemerkungen: Rychenberg ohne Borth, Grunder (auf Reisen), Gruber (krank), Baumer (abwesend), Gisiger, Lutz und Weder (Ersatz). Langnau ohne Bärtschi und Anton Samuelsson. Beide Teams durchgehend mit drei Linien. 40. Lattenschuss Schwerzmann. 55. Time-out Rychenberg. Rychenberg ab 58:32 mit einem zusätzlichen Feldspieler anstelle des Torhüters. Kropf und Gutknecht als beste Spieler ihrer Mannschaft ausgezeichnet.