NLA: Der HCR steht erneut im Cup-Halbfinal
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NLA: Der HCR steht erneut im Cup-Halbfinal

Der HC Rychenberg qualifiziert sich mit einem ungefährdeten 10:2-Sieg gegen den B-Ligisten Ad Astra Sarnen für den Cup-Halbfinal. In der Meisterschaft war bei Leader SV Wiler-Ersigen hingegen nichts zu holen.

Nach einer schwierigen Phase mit vier Niederlagen, die ihn ins anhaltende Gerangel um den Strich verwickelten, hat sich der HC Rychenberg wieder etwas erholt und konnte vor Wochenfrist zwei wichtige Siege feiern. Zum Abschluss der Hinrunde war gegen Wiler-Ersigen trotz der gesteigerten Zuversicht dennoch nichts zu holen. Ein guter Start hätte die Grundlage sein sollen, um den Tabellenführer so richtig ärgern zu können, doch scheiterte der HCR bei diesem Unterfangen und nach dem fünften Gegentor in der 33. Minuten war die Entscheidung gefallen.

Ein ganz anderes Spiel entspann sich tags darauf in Oberseen. Die Winterthurer überzeugten im Cup-Viertelfinal gegen  Ad Astra Sarnen mit einer defensiv sehr soliden Darbietung und etlichen gelungenen Offensivaktionen. Sie dominierten den Zweiten der NLB von der ersten bis zur letzten Sekunde und hätten bei einer vernünftigen Chancenauswertung noch weitaus höher als 10:2 gewinnen können.

Ein versöhnliches Ende
Es waren im bernischen Kirchberg erst 14 Sekunden gespielt, da zappelte der Ball bereits ein erstes Mal im Tor von Ruven Gruber. Das Vorhaben, gegen den Leader die Null möglichst lange zu halten und ihn damit aus der Ruhe zu bringen, war damit bereits gescheitert. Doch der HCR liess sich von diesem Fehlstart nicht irritieren, sondern konnte dem Favoriten im Startdrittel einige Probleme bereiten. Dies obwohl ihm lediglich drei Verteidiger zu Verfügung standen und für die freie Position auf U21-Center Andi Gutknecht zurückgreifen musste.

Dass der Titelverteidiger nach zwanzig Minuten trotz guter Gegenwehr bereits vorentscheidend 3:0 voran lag, lag vor allem an einer Qualität, seiner Effizienz im Abschluss. Er monopolisierte zwar oft den Ball in seinen Reihen, schoss aber bloss sechsmal in Richtung HCR-Tor, gegenüber 13 (zumeist ungefährlichen) Abschlüssen der Gäste. Die sechs Versuche reichten aber zu drei Toren, da Wiler selbst Halbchancen verwertete.

«Das frühe Gegentor war natürlich alles andere als optimal», betonte Kern. «Ansonsten war das erste Drittel aber ganz okay.» Weniger in Ordnung war dann das Mitteldrittel. «Da verlor unsere Defensive an Aggressivität und auch die Auslösung wollte nicht mehr klappen, was Ballverluste nach sich zog.» Der Gastgeber nutzte diese Mängel zu vier weiteren Toren und hatte damit die drei Punkte nach vierzig Minuten auf sicher. Dem HCR muss zu Gute gehalten werden, dass er sich danach nicht aufgab, das Geschehen im Schlussdrittel weitgehend bestimmte und dieses dank Toren von Tobias Studer und – mit einem sehenswerten «Airhook» – Michel Wöcke 2:0 für sich entschied.

Klassenunterschied klar erkennbar
Das versöhnliche Ende in der Meisterschaft trug womöglich dazu bei, dass der HCR tags darauf im Cup überzeugend ins Spiel fand. In der Verteidigung hatte er von Beginn an Zugriff auf Sarnens Stürmer und liess so gut wie nichts zu. In Zahlen hiess dies, dass die Obwaldner bis zur 50. Minute lediglich zwei nennenswerte Abschlüsse zu verzeichnen hatten (und daraus das Optimum herausholten). Auch Kern zeigte sich erfreut über die Abwehrarbeit: «Wir arbeiteten defensiv sehr sauber.»

In der Offensive wiederum verstand es der HCR immer wieder, sich in die gefährlichen Zonen vorzuspielen. Dabei half, dass Rasmus Sundstedt wieder mittun konnte. Tags zuvor noch krank überzeugte der Schwede ein weiteres Mal mit seiner Passsicherheit und seinem guten Auge für den Mitspieler, womit er dem Angriffsspiel merklich Schwung verlieh. Zudem war er an den wegweisenden ersten beiden Toren direkt beteiligt.

Bloss in einer Hinsicht happerte es bei den Winterthurern gewaltig, nämlich bei der Verwertung der zahlreichen Chancen. Nach dem ersten Drittel hiess es 1:1, obwohl ein 5:1 die minimale Ausbeute hätte sein müssen und eine frühe Vorentscheidung angezeigt gewesen wäre. Und nach vierzig Minuten hiess es 5:2 statt 12:2 oder höher, wie es ohne überdurchschnittliche Effizienz möglich gewesen wäre. Zwei rasche Tore im Schlussdrittel sorgten immerhin dafür, dass der Sieg und damit das erneute Vorrücken ins Cup-Halbfinal nie in Gefahr geriet. Von einer zweiten Überraschung nach dem Erfolg über Zug war Sarnen meilenweit entfernt.

René Bachmann (rab)

 

Resultate der Cup-Viertelfinal: HC Rychenberg Winterthur – Ad Astra Sarnen (NLB) 10:2. SV Wiler-Ersigen – Floorball Köniz 7:1. UHC Alligator Malans – Grasshopper-Club Zürich 3:9. UHT Eggiwil (1. Liga) – Chur Unihockey 4:5.

Resultate der 11. Runde: SV Wiler-Ersigen – HC Rychenberg Winterthur 7:2. Floorball Köniz – UHC Alligator Malans 6:7 n. Vrl. Unihockey Tigers Langnau – Grasshopper-Club Zürich 8:3. Chur Unihockey – Zug United 5:3. UHC Thun – UHC Waldkirch-St. Gallen 12:7. UHC Uster – Kloten-Bülach Jets 5:9.

Telegramm

SV Wiler-Ersigen – HC Rychenberg Winterthur 7:2 (3:0, 4:0, 0:2)
Sporthalle Grossmatt, Kirchberg Schiedsrichter: Hürzeler/Peter 290 Zuschauer
Rychenberg: Gruber; Conrad, Andi Gutknecht; Huser, Aeschimann; Schwerzmann, Wöcke, Holtz; Lutz, Koskelainen, Schaub; Hautaniemi, Sämi Gutknecht, Studer.
Wiler: Reich; Sesulka, Wittwer; Bischofberger, Väänänen; Alder, Bürki; Schlüchter; Louis, Hofbauer, Pritzbuer; Känzig, Mutter, Johnsson; Hollenstein, Meister, Rentsch; Moser.
Tore: 1. (0:14) Pritzbuer (Hofbauer) 1:0 9. Louis (Hofbauer) 2:0. 19. Wittwer (Louis) 3:0. 22. Rentsch (Hollenstein) 4:0. 33. Johnsson (Känzig) 5:0. 38. Louis (Sesulka) 6:0. 39. Väänänen (Hofbauer; Ausschluss Gutknecht) 7:0. 41. Studer (Aeschimann) 7:1. 49. Wöcke (Holtz) 7:2.
Strafen: 1x2 Minuten gegen Wiler (15. Meister), 1x2 Minuten gegen Rychenberg (38. Gutknecht).
Bemerkungen: Rychenberg ohne Borth, Grunder (auf Reisen), Baumer, Haag, Niiranen, Parli (verletzt), Sundstedt (krank), Weder (abwesend), Krebs und Schüpbach (Ersatz), dafür mit Aeschimann, Andi Gutknecht und Krebs (U21). Wiler ohne Krähenbühl und Mendelin. Rychenberg mit zwei Verteidigungspaaren und drei Sturmlinien, ab der 41. Minute mit zwei Linien. Wiler mit drei Linien.

HC Rychenberg Winterthur – Ad Astra Sarnen 10:2 (1:1, 4:1, 5:0)
Sporthalle Oberseen, Winterthur Schiedsrichter: Bühler/Bühler 380 Zuschauer
Rychenberg: Gruber; Conrad, Sundstedt; Huser, Aeschimann; Schwerzmann, Wöcke, Holtz; Hautaniemi, Sämi Gutknecht, Studer; Krebs, Lutz, Schaub.
Sarnen: Britschgi; Berchtold, Läubli; Markström, Basil von Wyl; Pass, Jonas von Wyl; Roman Schöni, Zurmühle, Liikanen; Eronen, Amstutz, Abegg; Cornel von Wyl. Marco Schöni, Ming.
Tore: 10. Liikanen (Berchtold) 0:1. 16. Holtz (Sundstedt) 1:1. 23. (22:11) Sundstedt (Conrad; Ausschluss Markström) 2:1. 23. (22:38) Schwerzmann (Conrad) 3:1. 28. Holtz (Wöcke) 4:1. 35. Eigentor Sarnen 5:1. 37. Roman Schöni (Liikanen; Ausschluss Aeschimann) 5:2. 41. Schwerzmann (Conrad) 6:2. 42. Wöcke (Schwerzmann) 7:2. 50. Hautaniemi (Sämi Gutknecht) 8:2. 57. Conrad (Holtz; Ausschluss Liikanen, ins leere Tor) 9:2. 59. Holtz (Schwerzmann; ins leere Tor) 10:2.
Strafen: 1x2 Minuten gegen Rychenberg (36. Aeschimann), 2x2 Minuten gegen Sarnen (22. Markström, 56. Liikanen).
Bemerkungen: Rychenberg ohne Borth, Grunder (auf Reisen), Baumer, Haag, Koskelainen, Niiranen, Parli (verletzt), Weder (abwesend), Krebs und Schüpbach (Ersatz), dafür mit Aeschimann, Andi Gutknecht und Krebs (U21). Sarnen mit allen Titularen. Rychenberg mit zwei Linien, ab der 52. Minute mit einer zusätzlichen dritten Sturmlinien. Thun mit drei, ab der 41. Minute mit zwei Linien. 34. Pfostenschuss Holtz. 42. Time-out Sarnen. Sarnen von 55:14 bis 58:57 bei Ballbesitz mit einem zusätzlichen Feldspieler anstelle des Torhüters, selbst in Unterzahl. Holtz und Liikanen als beste Spieler ihrer Mannschaft ausgezeichnet.