NLA: Der HCR hievt sich noch auf Rang 2
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NLA: Der HCR hievt sich noch auf Rang 2

Dank zwei verdienten Siegen gegen Thun und Langnau hievt sich der HC Rychenberg am Ende der Qualifikation noch auf den zweiten Platz. In den Playoffs kommt es nun ein weiteres Mal zum Duell mit den Emmentaler.

Unspektakulär sachlich und ohne grössere Schwierigkeiten hat der HC Rychenberg seine beiden letzten Aufgaben der Qualifikationsphase hinter sich gebracht. Gegen das unangenehme, weil kampfstarke und stets bis zum Schlusspfiff hartnäckige Thun setzte er sich dank seines diesmal überaus potenten Powerplays mit 8:5 durch. Gegen Langnau war es hingegen vor allem die ab dem Mitteldrittel sehr überzeugende Abwehrarbeit, die dem ab da unangefochtenen 4:0-Erfolg zu Grunde lag.

Da der HCR gleichzeitig Schützenhilfe von Langnau und Kloten erhielt, konnte er das stark ersatzgeschwächte Malans und GC in der Tabelle noch überholen und zum Abschluss der Qualifikation auf den zweiten Rang vorstossen. Dieser bringt der Mannschaft von Rolf Kern den potenziellen Heimvorteil fürs Halbfinale ein. Doch so weit ist es noch längst nicht. Zuerst gilt es die Viertelfinals erfolgreich zu gestalten. Wie im Vorjahr und bereits zum vierten Mal seit der Einführung der Achter-Playoffs auf die Saison 2009/10 heisst dort der Gegner Langnau. Die Best of 7-Serie startet am ersten März-Wochenende.

Frühe Entscheidung verpasst
Im Hinspiel hatte der HCR gegen Thun wegen eines miserablen, 1:6 verlorenen Startdrittels eine empfindliche Niederlage einstecken müssen. Dass sich die Spieler ihrer noch erinnerten, war offensichtlich. Die Winterthurer nahmen das Heft energisch in die Hand und erzeugten erheblichen Druck aufs Thuner Tor, ohne dabei die Defensive über Gebühr zu entblössen und so den schnellen Gegenstössen Tür und Tor zu öffnen.

Die Absicht war, auf diesem Weg alsbald eine grössere Zäsur zu schaffen. «Zuerst gilt es, vier, fünf Tore vorzulegen, dann ist es gegen Thun in Ordnung», erklärte Kern den Plan. Es gelang dann freilich nur bedingt, diesen auch umzusetzen. Zwar kreierte sein Team ausreichend viele gute Chancen, deren Verwertung hinkte den Erwartungen jedoch deutlich hinterher. Statt des möglichen 8:1 hiess es nach vierzig Minuten bloss 4:3.

«Wir waren zu wenig kaltblütig», bemerkte Kern und fügte hinzu: «Den Game Plan setzten wir mehr oder weniger um, aber Balltempo und Passgenauigkeit waren zu wenig gut. Da steckte wohl der bevorstehende Cupfinal in den Köpfen meiner Spieler.» So kam es, wie es gegen die Berner kommen kann. Diese kämpften, als gäbe es kein Morgen, und bewiesen bei ihren raren Ausflügen bis vors gegnerische Tor grosse Effizienz. Es war eine äusserst undankbare Aufgabe für den kaum je geprüften HCR-Keeper Luis Schaub.

Thun unterbrach den Spielfluss immer wieder mit kleinen Fouls und blieb hartnäckig. Auch nach Mikko Hautaniemis 1:3 in der 22. Minute und Fredrik Holtz' 2:4 in der 35. Minute liess es sich nicht entscheidend abschütteln. Als die Gäste jedoch in der 43. Minute überraschend ausglichen, hatte der HCR genug vom Treiben. Er erhöhte die Pace, provozierte damit alsbald Strafen und sorgte mit drei Toren im Powerplay für die Entscheidung.

Ab dem Mitteldrittel ungefährdet
Entschieden weniger lange, nämlich bloss ein Drittel lang, musste der HCR tags darauf in Biglen um die drei Punkte bangen. Nach überlegen geführten ersten fünf Minuten geriet er für den Rest des ersten Abschnitts auf Abwege und musste Langnau ein Chancenplus zugestehen. «Wir bestritten die Zweikämpfen zu wenig konsequent», bemängelte Kern, «und agierten zuweilen etwas überhastet.» Es war dem bestechend sicheren Torhüter Ruven Gruber und einem Powerplaytor zu verdanken, dass das Startdrittel nicht nur schadlos überstanden werden konnte, sondern gar mit einem 1:0 für den HCR endete.

Die Gefahr einer Niederlage war damit gebannt, denn die Winterthurer legten in der Folge einen oder zwei Zacken zu. In der Defensive liessen sie von da an nur noch sehr wenig zu, was bei Grubers Shutout mithalf. Und in der Offensive fanden sie zwar nicht in gehäufter Regelmässigkeit, aber doch immer wieder mal den Weg zu aufgelegten Torchancen.

Als Matchwinner entpuppte sich dabei Nils Conrad. Der grossgewachsene Kreativverteidiger hatte bereits das entscheidende Zuspiel fürs 1:0 geliefert und war auch in der Folge an allen Toren beteiligt. Zu den denen Michel Schwerzmanns und Cédric Rüegseggers in der 21. respektive 54. Minute lieferte er die Assists 2 und 3 und dazwischen sorgte er in der 28. Minute im Alleingang für das zwischenzeitliche 3:0.

Mit diesem 4:0 in Biglen endet die Qualifikation. Der Blick richtet sich am sofort auf den nächsten Samstag. Dann will der HCR gegen GC seinen fünften Cupsieg erringen.

René Bachmann (rab)

Resultate der 21. Runde: HC Rychenberg Winterthur – UHC Thun 8:5. UHC Uster – SV Wiler-Ersigen 6:10. UHC Alligator Malans – Unihockey Tigers Langnau 6:7 n. Vrl. Chur Unihockey – Grasshopper-Club Zürich 2:11. Floorball Köniz – UHC Grünenmatt-Sumiswald 10:4. Kloten-Bülach Jets – UHC Waldkirch-St. Gallen 6:5. – 22. Runde: Unihockey Tigers Langnau – HC Rychenberg Winterthur 0:4. SV Wiler-Ersigen – Chur Unihockey 4:3 n. Vrl. UHC Uster – UHC Alligator Malans 9:5. Grasshopper-Club Zürich – Kloten-Bülach Jets 8:7 n. Vrl. UHC Thun – Floorball Köniz 2:11. UHC Grünenmatt-Sumiswald – UHC Waldkirch-St. Gallen 8:11.

1 SV Wiler-Ersigen 22 177 : 107 +70 57
2. HC Rychenberg Winterthur 22 138 : 96 +42 48
3. Grasshopper-Club Zürich (TV) 22 174 : 124 +50 47
4. UHC Alligator Malans 22 145 : 101 +44 44
5. Chur Unihockey 22 144 : 117 +27 40
6. Floorball Köniz 22 132 : 111 +21 35
7. Unihockey Tigers Langnau 22 130 : 124 +6 35
8. Kloten-Bülach Jets 22 133 : 145 -12 27
9. UHC Waldkirch-St. Gallen 22 115 : 144 -29 26
10. UHC Uster 22 109 : 143 -34 22
11. UHC Thun 22 111 : 179 -68 9
12. UHC Grünenmatt-Sumiswald 22 105 : 222 -117 6

 

Playoff-Viertelfinal. Paarungen: HC Rychenberg Winterthur (2.) – Unihockey Tigers Langnau (7.). SV Wiler-Ersigen – Kloten-Bülach Jets (8.). Grasshopper-Club Zürich (3.) – Floorball Köniz (6.). UHC Alligator Malans (4.) – Chur Unihockey (5.).

Telegramm

HC Rychenberg Winterthur – UHC Thun 8:5 (2:1, 2:2, 4:2)
Sporthalle Oberseen, Winterthur Schiedsrichter: Svrček/Waliczko (Cze) 350 Zuschauer
Rychenberg: Luis Schaub; Klauenbösch, Sundstedt; Niiranen, Huser; Conrad, Gutknecht; Buff, Podhráský, Holtz; Kapp, Rüegsegger, Schwerzmann; Hautaniemi, Grunder, Moritz Schaub.
Thun: Straubhaar; Sigrist, Michael Fankhauser; Amstutz, Winkler; Stauffer, Brügger; Frey, Wettstein, Thomas; Obi, Fröhlich, Taurama; Habegger, Götti, Kummer; Börjegren, Kropf, Stulz.
Tore: 7. Frey 0:1. 14. Grunder (Moritz Schaub) 1:1. 20. Grunder (Hautaniemi) 2:1. 22. Hautaniemi (Grunder) 3:1. 23. Obi (Amstutz) 3:2. 35. Holtz (Conrad; Ausschluss Habegger) 4:2. 40. Taurama (Amstutz) 4:3. 43. Wettstein (Stulz) 4:4. 52. Sundstedt (Conrad; Ausschlüsse Stauffer und Stulz) 5:4. 53. Buff (Sundstedt; Ausschluss Stulz) 6:4. 55. Stulz (Götti) 6:5. 59. Hautaniemi (Buff; Ausschluss Obi) 7:5. 60. Holtz (Buff) 8:5.
Strafen: 1x2 Minuten gegen Rychenberg (4. Hautaniemi), 4x2 Minuten gegen Thun (33. Habegger, 51. Stauffer, 52. Stulz, 58. Obi).
Bemerkungen: Rychenberg ohne Keller (verletzt), Kern (krank), Borth, Gruber, Koskelainen, Wöcke (alle Ersatz), und Haag (Thurgau, NLB). Thun vollzählig. Rychenberg mit drei, ab der 44. Minute mit zwei Linien. Thun mit drei, ab der 50. Minute mit zwei Linien. 29. Lattenschuss Buff. 34. Lattenschuss Holtz. 55:25 Time-out Thun. Thun von 59:00 bis 59:33 mit einem zusätzlichen Feldspieler anstelle des Torhüters. Grunder und Straubhaar als beste Spieler ihrer Mannschaft ausgezeichnet.

Unihockey Tigers Langnau – HC Rychenberg Winterthur 0:4 (0:1, 0:2, 0:1)
Espace Arena, Biglen Schiedsrichter: Hohler/Koch 220 Zuschauer
Langnau: Jürg Siegenthaler; Stefan Siegenthaler, Mosimann; Beer, Schlegel; Bärtschi, Gfeller; Steiner, Johan Samuelsson, Brechbühl; Aeschlimann, Engel, Hollenstein; Krähenbühl, Guggisberg, Glauser.
Rychenberg: Gruber; Wöcke, Sundstedt; Niiranen, Klauenbösch; Conrad, Gutknecht; Buff, Podhráský, Holtz; Kapp, Rüegsegger, Schwerzmann; Hautaniemi, Grunder, Moritz Schaub.
Tore: 13. Sundstedt (Conrad; Ausschluss Krähenbühl) 0:1. 21. Schwerzmann (Conrad) 0:2. 28. Conrad 0:3. 54. Rüegsegger (Conrad; Ausschluss Moritz Schaub!) 0:4.
Strafen: 3x2 Minuten gegen Langnau (13. Krähenbühl, 36. Stefan Siegenthaler, 38. Mosimann), 2x2 Minuten gegen Rychenberg (36. Holtz, 52. Moritz Schaub).
Bemerkungen: Rychenberg ohne Keller (verletzt), Kern (krank), Borth, Huser, Koskelainen, Luis Schaub (alle Ersatz), und Haag (Thurgau, NLB). Langnau ohne Baumgartner und Langenegger (beide verletzt). Rychenberg durchgehend mit drei Linien. 56:40 Time-out Langnau. Langnau ab 56:40 in Ballbesitz mit einem zusätzlichen Feldspieler anstelle des Torhüters. Bärtschi und Gruber als beste Spieler ihrer Mannschaft ausgezeichnet.