NLA: Als Aussenseiter zum Titelverteidiger
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NLA: Als Aussenseiter zum Titelverteidiger

Wie vor einer Woche gegen den SV Wiler-Ersigen ist der HC Rychenberg auch in seinem nächsten Auswärtsspiel – gegen Titelverteidiger Floorball Köniz – klarer Aussenseiter.

Mit sieben Punkten aus den ersten vier Spielen und dem fünften Rang war der HC Rychenberg besser als von vielen erwartet in die Saison gestartet, erst recht weil sein Startprogramm alles andere denn einfach gewesen war. Seither wurden die Erfolgserlebnisse des neu von Jukka Kinnunen betreuten Teams aber seltener. Gegen Widersacher, die mehrheitlich der hinteren Tabellenhälfte zugerechnet werden, holte es aus den nächsten vier Runden bloss noch drei Punkte, was ein Abrutschen auf den achten Platz nach sich zog. Der Vorsprung auf Radim Cepeks Zug, den ersten Verfolger unter dem Playoff-Strich, beträgt nur ein Zähler. Zudem folgte am vergangenen Sonntag das unerwartete Ausscheiden im Cup-Achtelfinal.

Die nackten Resultate fielen also zuletzt ernüchternd aus, was Kinnunen prosaisch mit «wir bekommen wohl, was wir verdienen» kommentiert. Gleichwohl attestiert der Finne seiner Mannschaft, dass sie weitere Fortschritte im Spiel mit Ball gemacht habe. Diese Einschätzung bestätigen die Eindrücke von den einzelnen Partien: Gegen Waldkirch, Chur, Kloten und im Cup Thun diktierte der HCR das Geschehen grösstenteils, mal eklatant deutlich wie in den ersten vierzig Minuten gegen den Kantonsrivalen, mal etwas weniger ausgeprägt wie gegen Chur. Und selbst gegen Titelfavorit Wiler machte er eine gute Figur, was um ein Haar mit Punkten belohnt worden wäre.

Verteidigen und kontern
Die Ergebnisse sind demnach schlechter als die Leistungen. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass den Winterthurern bislang die nötige Effizienz im Abschluss fehlte. Ein untrügliches Indiz dafür sind ihre 31 erzielten Tore, womit sie nur die Nummer 11 der Zwölferliga sind. Defensiv liegen sie hingegen mit 39 Gegentoren auf Rang 6. Treffsicherheit und Abwehrqualitäten werden auch am Sonntag in Köniz bedeutend sein. «Wie gegen Wiler werden wir wohl weniger oft in Ballbesitz sein», erwartet Kinnunen. Wie Wiler besteche Köniz durch seine hohe Passqualität und seine Arbeitsmoral. Davon könnten sie lernen.

«Eine stabile Verteidigung, gute Konter und Konstanz dürften für uns zentral sein.» Chancenlos sieht er seine Mannschaft gegen den neu von seinem Landsmann Jyri Korsman trainierten Titelverteidiger nicht: «Rufen beide gleich viel ihres Potentials ab, wird sich Köniz durchsetzen. Doch ist für uns auch ein Sieg möglich. Dafür muss allerdings alles klappen.» Zuversichtlich stimmt Kinnunen, «wie gut wir diese Woche trainierten.» Zudem sei es eine grosse Freude und Motivation, dass die Partie ein Eventspiel – zum 20-jährigen Bestehen des Berner Vorortclubs – ist und ein grosser Zuschaueraufmarsch zu erwarten ist. Noch unklar ist indessen, ob Michel Schwerzmann in Köniz wird mittun können. Am vergangenen Samstag war der Flügelstürmer gegen Wiler nach zwanzig Minuten verletzt ausgeschieden.