Medaillentraum geplatzt: Schweiz verliert gegen Brasilien
Faustball

Medaillentraum geplatzt: Schweiz verliert gegen Brasilien

Grosse Enttäuschung auf der Schützenwiese in Winterthur: Die Schweizer gehen an der Heim-WM leer aus und verlieren gegen Brasilien mit 0:4. Damit bleibt ihnen der undankbare 4. Rang.

Die Schweiz hat in der Vorrunde gegen die Brasilianer in einem knappen Spiel die Oberhand behalten können. Nach einem 0:1-Satzrückstand verwandelten die Schweizer die Partie gegen die Südamerikaner in einen 3:1-Sieg. Ein Blick in die Geschichtsbücher zeigt jedoch: Die Brasilianer sind ein Gegner, welcher der Schweizer Nationalmannschaft nicht unbedingt liegt. Vier Mal haben die beiden Equipen bisher in einem kleinen Final gegeneinander gespielt und vier Mal hiess der Sieger Brasilien. Zudem haben die Brasilianer, die zweifache Weltmeister sind, insgesamt schon elf WM-Medaillen gewonnen. Die Schweizer im Vergleich dazu erst deren drei (zwei Mal Silber, ein Mal Bronze).

Doch natürlich gab es auch Argumente für die Schweizer Nationalmannschaft. Nicht nur, dass sie das Vorrundenspiel gewonnen hatten, sondern auch die Steigerung im gestrigen Halbfinalspiel nach der enttäuschenden Niederlage im Viertelfinal gegen Österreich. Kommt hinzu, dass die Schweizer vor Heimpublikum auflaufen konnten. Ein Faktor, der durchaus das Zünglein an der Waage spielen konnte. Den Faktor «Heimpublikum» machte auch Nationaltrainer Oliver Lang in seiner Ansprache vor dem Bronze-Spiel zum Thema. «Ich will, dass wir da als Einheit rausgehen und gemeinsam vor dieser grossartigen Kulisse eine Topleistung abrufen. Eine Leistung mit ganz viel Herz und Leidenschaft, damit heute Abend jeder in den Spiegel schauen und mit gutem Gewissen sagen kann: Ich habe alles gemacht für den Sieg.»

Auf allen Positionen fehlerhaft
Was die Aufstellung anging, schenkte Nationaltrainer Oliver Lang zu Beginn denselben fünf Spielern das Vertrauen wie gestern: Raphael Schlattinger und Jan Meier im Angriff, Mario Kohler am Zuspiel, sowie Martin Dünner und Malik Müller in der Abwehr. Die Anfangsphase war ausgeglichen, wobei sich die Brasilianer leichte Vorteile erspielen konnten, je länger der Satz dauerte. Mit 11:8 ging dieser Durchgang an die Südamerikaner.

Im zweiten Satz schalteten die Schweizer dann einen Gang höher und konnten früh in Führung gehen. Zwischenzeitlich lagen sie gar mit 9:7 in Front. Doch nach dem Time Out der Brasilianer gingen vier Punkte in Folge an den Gegner. Damit ist auch Satz zwei weg. Dasselbe Bild im dritten Satz: Die Schweizer legen vor (5:3) und verlieren den Durchgang mit 8:11. «Vom Service über den ersten Ball, der zu oft unruhig war, bis hin zum Zuspiel, das zu ungenau war, und dem Abschluss, der mal top und mal flop war, hat es auf keiner Position so wirklich gepasst. Und so reicht es auf Topniveau halt einfach nicht», so Captain Ueli Rebsamen.

Leistung nicht gebracht
Im vierten Satz gerieten die Schweizer früh ins Hintertreffen. Doch sie steckten den Kopf nicht in den Sand, sondern kämpften sich nach einem 4:7-Rückstand wieder auf 7:7 heran. Doch auch dieser Zwischenspurt änderte nichts am Spielausgang. Die Schweizer verlieren auch ihren letzten Satz an dieser WM mit 9:11. Damit verpassen die Schweizer ihre hochgesteckten Ziele vor Heimpublikum. Verständlicherweise ist die Enttäuschung im Schweizer Lager riesig.

«Leider haben wir unsere Leistung an dieser WM nie auf den Platz gebracht. Auch heute war Brasilien keinesfalls übermächtig, aber wir haben es selber vergeigt. Und da schliesse ich mich selbstverständlich mit ein. Auch wir haben im Coaching Fehler gemacht», gibt sich Nationaltrainer Oliver Lang selbstkritisch. «Dass wir nicht abliefern konnten, ist besonders bitter, weil wir hier in Winterthur eine gigantische WM erlebt haben. So etwas hat es im Faustballsport glaube ich noch nie gegeben. Das war schlicht sensationell.»

Faustball Weltmeisterschat. Männer. in Winterthur. Spiel um Bronze: Schweiz vs. Brasilien 0:4 (8:11, 9:11, 8:11, 9:11)