Marcel Hug parat für WM-Rennen in Lyon
Behindertensport

Marcel Hug parat für WM-Rennen in Lyon

Der Thurgauer Rollstuhl-Leichtathlet Marcel Hug bestreitet reist heute Donnerstag mit der Schweizer Delegation zu den Weltmeisterschaften nach Lyon (18.-29. Juli), wo der 27-jährige Pfyner samstags über 10'000 Meter als Weltrekordhalter und Mitfavorit erstmals um Medaillen kämpft.

 

Von Markus Rutishauser

Marcel Hug (27, Pfyn)

Marcel Hug (27, Pfyn)

Der mehrfache Thurgauer Sportler des Jahres reist mit viel Zuversicht im Gepäck nach Lyon. "Der neue Rennrollstuhl passt perfekt und die Formkurve stimmt," freut sich Marcel Hug. Und auch die WM-Bahn mit ihrem weichen Belag könne ein Trumpf für ihn sein. Dass mit dem Olympia-Überflieger Weir und Fearnley zwei grosse Namen an der WM fehlen, bedauert Hug zwar, doch seine Medaillenchancen werden dadurch natürlich noch gesteigert. Trotzdem stuft der Pfyner die Konkurrenz als sehr stark ein: "Besonders zu rechnen ist mit dem starken Franzosen Casoli, den Chinesen und den Japanern."

Keine taktischen Spielereien

Im bisherigen Saisonverlauf hinterliess Marcel Hug einen sehr formstarken Eindruck. Innerhalb weniger Tage absolvierte der Thurgauer gleich drei 1500-Meter-Rennen an grossen Meetings. In Birmingham konnte er sich dabei gegen Weir ein weiteres Mal durchsetzen. Und auch bei der Athletissima in Lausanne verlief alles wunschgemäss. Einzig in Paris durfte Hug mit seinem Abschneiden nicht zufrieden sein. Weshalb er in der französischen Hauptstadt "nur" auf den dritten Rang fuhr, war allerdings schnell klar: "Aufgrund meiner starken Leistungen zuvor schien ich mir der Sache vielleicht zu sicher zu sein. Ich fuhr zu defensiv und wartete zu lange hinten im Feld. Die Aufholjagd kam zu spät und so konnte ich nur noch auf Platz drei vorstossen." Dem Umstand, dass es im letzten grossen 1500-Meter-Rennen vor der WM nicht zu Sieg reichte, mag Hug allerdings durchaus auch Positives abzuringen: "Ich wurde in meinem Übermut etwas gebremst und ermahnt, keinen Athleten zu unterschätzen. Taktische Spielereinen werden in meinen WM-Rennen keinen Platz mehr haben!"