Marcel Hug mit vielversprechendem Saisonauftakt
Behindertensport

Marcel Hug mit vielversprechendem Saisonauftakt

Australien, Dubai, Portugal - der Thurgauer Weltklasse-Rollstuhlleichtathlet Marcel Hug hat ein intensives erstes Quartal hinter sich. Die dabei erzielten Resultate lassen auf ein erneut erfolgreiches Wettkampfjahr hoffen.

Nach mehrjähriger Absenz reiste der Pfyner wieder einmal nach Australien. In Sydney und Canberra standen Rennen der Summer Down Under Series auf dem Programm. Primäres Ziel des 27-Jährigen waren dabei die Qualifikationslimiten für die Europameisterschaften. "Dieses Ziel erreichte ich in allen Disziplinen. Zudem kam es bereits zu den ersten Duellen zwischen David Weir (vierfacher Paralympics-Goldmediallengewinner 2012 in London, die Red.) und mir, welche ziemlich ausgeglichen waren. Oft trennten uns nur Hundertstelssekunden," zieht Hug eine positive Australien-Bilanz.

Im Februar reiste Marcel Hug mit dem Schweizer Nationalkader ins bereits traditionelle Trainingslager nach Dubai. Nach einer erfolgreichen Trainingswoche mit optimalen Rahmenbedingungen standen in der 2. Woche zwei Bahnmeetings auf dem Programm. Erneut präsentierte sich der in Neuenkirch LU wohnhafte Thurgauer in toller Frühform. Insbesondere auf den Kurzstrecken lief es ihm überraschend gut. Über die 200 Meter konnte Hug sogar seinen Schweizerrekord von 2010 um 0,03 Sekunden verbessern. Und über 400 Meter verpasste er seine eigenen nationale Bestmarke nur gerade um 0,01 Sekunden.

Wettkampfpech in Lissabon
Als wettkampfmässige Vorbereitung auf die grossen Marathons bestritt der 27-jährige Ausnahmeathlet den Halbmarathlon von Lissabon. Nach einem sehr aktiven Rennen ereilte ihn in der Schlussphase viel Wettkampfpech. Zusammen mit dem Japaner Kota hatte er sich von den übrigen Favoriten (u.a. Weir) absetzen können, ehe ihm zwei Kilometer vor der Ziellinie ein Defekt einen dicken Strich durch seine erfolgversprechende Taktik zog. Weil sein Reifen stetig Luft verlor, konnte er das Tempo des Japaners nicht mehr mitgehen. Der Abstand zu den Verfolgern war immerhin so gross, dass er den 2. Rang ins Ziel retten konnte, "ein zweiter Rang, der sich wie ein Sieg anfühlte," fügte Hug an.

Grosse Ehre
Erstmals wurde Marcel Hug für die Laurus Sports Awards nominiert, welche in Kuala Lumpur/Malaysia überreicht wurden. Der Thurgauer war einer von sechs Nominierten in der Kategorie "Behindertensport". Hug: "Es war für mich eine riesige Ehre und Anerkennung, an den 'Oscars des Sports' dabei sein zu dürfen. Es war eine sehr schöne Gala mit Glanz und Glamour. Auch wenn ich - wie erwartet - den Award nicht gewonnen habe, war es ein tolles Erlebnis!" Zumindest reichte es Marcel Hug am Morgen danach zu einem Erinnerungsfoto mit Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel.

Neuer Dienstwagen
Seit wenigen Tagen ist der Thurgauer  Sportler mit einem neuen "Dienstwagen" unterwegs. Bis zu den Paralympics 2016 in Rio ist Marcel Hug Markenbotschafter der Jaguar Landrover Schweiz AG. Ein XF Sportbreak wurde behindertengerecht umgebaut. "Ein wunderschönes Auto," freut sich Hug, "mit grossem Laderaum, tiefer Ladekante, günstigem Verbrauch und viel Fahrkomfort."