Manuel Lüscher knapp am Podest vorbei
Schiessen

Manuel Lüscher knapp am Podest vorbei

Fast hätte sich die Schweiz am zweiten Tag der Europameisterschaften in Baku über die erste Medaille freuen können. Der Nidwaldner Manuel Lüscher zeigte mit dem Gewehr 50m liegend eine hervorragende Leistung und wurde Vierter. Auch das Team verpasste mit dem fünften Platz die Medaillen nur knapp. Auf Bronze fehlten lediglich 2.1 Punkte.

Vierte und fünfte Plätze kennt Manuel Lüscher zur Genüge: Schon mehrmals hat der Gewehrschütze aus Ennetbürgen an Titelkämpfen einzeln oder im Team die Medaillen knapp verpasst. Das änderte sich leider auch an seinen letzten Europameisterschaften als Junior nicht: Der Nidwaldner belegte in Baku (Aserbaidschan) im Liegendmatch mit dem Kleinkalibergewehr auf 50 Meter den vierten Platz. Bis zum 16. Schuss schien eine Medaille in Griffweite. Im 17. Schuss allerdings wurde Lüscher mit einer 9.2 zurückgebunden. Ein Handicap, das sich als zu gross herausstellte. «Bei diesem Schuss habe ich zu lange gezögert», analysierte der Schweizer Teamleader unmittelbar nach dem Final. Der Kroate Borna Petanjek und der Brite Cameron Pirouet konnten sich etwas von Lüscher absetzen und sich schliesslich Silber und Bronze sichern. Gold ging überlegen an den Ungaren Zalan Pekler, der mit 250.6 Punkten auch einen neuen Junioren-Final-Weltrekord aufstellte.

Manuel Lüscher trauerte einerseits der verpassten Chance nach, freute sich aber andererseits auch über seine Leistung. In den letzten Monaten konnte der Nidwaldner sein Potenzial nicht nach Wunsch abrufen. «Nun habe ich bewiesen, dass ich das Schiessen nicht verlernt habe. Es geht doch noch», so Lüscher. Dass es noch geht, bewies er auch in der Qualifikation – allerdings erst in der zweiten Hälfte. Insbesondere die zweite von sechs 10er-Serien gelang Lüscher nicht nach Wunsch. Mit 98.9 Punkten schien ein Finalplatz in weiter Ferne. «Ich wollte es perfekt machen und schoss deshalb am Anfang zu vorsichtig», erklärt Lüscher. Eine Änderung der Taktik brachte den gewünschten Erfolg. Lüscher achtete weniger auf den Wind und zog seinen Rhythmus durch. Mit Erfolg: 103.4, 104.4 und 103.7 Punkte in den drei letzten Serien liessen ihn in der Tabelle immer weiter nach vorne rücken. Mit 615.1 Punkten qualifizierte er sich als Siebter für den Final. Einen Rang gewann er, weil dem Russen Artem Filippov wegen eines unberechtigten Protests zwei Punkte abgezogen wurden. Filippov fiel damit aus den ersten acht finalberechtigten Rängen, zudem bedeutete das Jury-Verdikt auch den Verlust der Teammedaille für Russland. Gold ging in der Teamwertung an Deutschland vor Norwegen und Ungarn. Den Schweizern fehlten als fünftplatziertes Team 2.1 Punkte auf Bronze.

Zum guten Teamergebnis haben neben Lüscher Ludovic Rohrbasser (Neyruz) und Sven Riedo (St. Ursen) beigetragen. Rohrbasser belegte mit 611.9 Punkten den 15. Rang. Riedo komplettierte das gute Schweizer Ergebnis mit 607.1 Zählern und Rang 32.

Resultate, weitere Informationen und Bilder zum Download:
http://www.swissshooting.ch/desktopdefault.aspx/tabid-85/48_read-12495/