Kreuzlingens Vorsprung an der Spitze schmilzt
Fussball

Kreuzlingens Vorsprung an der Spitze schmilzt

Nach drei Siegen in der Rückrunde musste Kreuzlingen am Samstag eine unerwartete 1:2 (0:1) Niederlage gegen Widnau einstecken. Weil die Seebuben just jene Attribute der letzten Partien vermissen liessen, geht der Erfolg der Rheintaler in Ordnung.

 

Kreuzlingen startete nicht wunschgemäss in die Partie gegen den Tabellenachten aus Widnau. Gleich der erste St. Galler Angriff in der dritten Minute hätte auch den Führungstreffer bedeuten müssen. Doch Daniel Lässer, sträflich alleine vor FCK Torhüter Stokanovic, schob den Ball am Tor vorbei. Kurz darauf nahm der Tabellenführer das Heft energisch in die Hand. Mit einem weiten Zuspiel auf Torjäger Sven Bode, der den Ball an der Sechzehnerlinie akrobatisch kontrollierte und sofort abzog, schienen die Dinge den erwarteten Lauf zu nehmen. Was zu jenem Zeitpunkt niemand ahnen konnte: es sollte die einzige klare Torchance der Thurgauer bleiben (6.). Für Unterhaltungswert sorgten an diesem Nachmittag die Gäste. Beispielsweise Noah Thönig mit seinem Antritt. Wie der 19-jährige Rheintaler Youngster durch die Kreuzlinger Reihen rauschte, nötigte allseits Respekt ab. In der 13. Minute stand er am Ausgangspunkt des St. Galler Führungstreffers, als er von der Kreuzlinger Verteidigung nur noch mit einem Foulspiel im Strafraum gestoppt werden konnte. Spielmacher Lässer versenkte den fälligen Strafstoss sicher. Später, Widnau hatte die Partie sicher unter Kontrolle, wirbelte er erneut gefühlt an der halben FCK Mannschaft vorbei. Dass er den Ball abschliessend lässig mit dem Aussenrist statt in die Maschen nur an den Aussenpfosten setzte, goutierte ihm der eigene Anhang allerdings gar nicht (34.).

Trotz 0:1 Optimismus auf dem Hafenareal

Trotz des 0:1 Pausenrückstands war die Stimmung bei den Grün-Weissen auf der Tribüne weiterhin von Optimismus geprägt. Schliesslich hatte man sowohl in Uster als auch gegen Frauenfeld die passende Antwort zur Hand. Selbst als Daniel Lässer, Widnaus bester an diesem Nachmittag, sich nach einer Stunde ein Herz fasst und nach einem Solo über das halbe Spielfeld mit einem präzisen Schuss ins tiefe Eck auf 2:0 erhöhte, taten dies einige wenige (Kreuzlinger) Optimisten als weiteres Missgeschick ab. Nur der Kampf der Akteure auf dem grünen Rasen wurde immer mehr zum Krampf. Selbstverständliches wurde plötzlich zur Herkules Aufgabe, und auch die Flügelzange der Seebuben wollte an diesem Nachmittag einfach nicht kneifen. Bleibt in der Regel nur noch die Keule. Doch auch hier hielten die Rheintaler kräftig dagegen, steckten ein und teilten ihrerseits kräftig aus. Letztlich genügt dann eben auch ein kurzzeitiges Aufflackern wie der in der 80. Minute nicht mehr. Ein Pentrelli Zuspiel ins Zentrum wehrten die Widnauer nur ungenügend ab, Ersatzspieler Selcuk Tidim beförderte den Ball per Kopf in die Maschen. Die verbleibenden Minuten brachten die Gäste jedoch erstaunlich souverän über die Zeit.

Immerhin bleibt dem FCK die Gewissheit, mit einem Dreipunktevorsprung an der Tabellenspitze weiterhin alles in den eigenen Händen zu haben. Doch schon nächsten Samstag könnte sich die Situation beim ersten Verfolger in Balzers grundlegend ändern. Darum heisst es ab  sofort für die Ortancioglu Truppe: Verlieren verboten.

Telegramm

Kreuzlingen : Widnau 1:2 (0:1)   Hafenareal  270 Zuschauer.  - SR: Roger Studer.
Tore: 13. Lässer (Foulelfmeter), 60. Lässer 0:2, 84. Tidim 1:2.
Kreuzlingen: Stokanovic; Werne (72. Schröder), Ballarini, Seeger, Karaki; Selmani, Vieira (33. Pentrelli), Kohli, Dodes (61. Tidim), Di Lionardo (72. Frick); Bode.
Widnau: Schatzmann; Massari (87. Faleschini), Liechti, Lukic, de Alemeida; Noah Thönig, Lässer, Lamorte, Varano (77. Lüchinger), Fischer (75. Nüesch); Hutter (67. Samuel Thönig). Verwarnungen:  12. Karaki (Foul), 93. Platzverweis Karaki (gelb-rot). Bemerkungen: 34. Pfostenschuss Noah Thönig. Kreuzlingen ohne:  Meresi (Aufbautraining), Nay, Juchli und Afkir (Aufgebot anderes Team). Widnau ohne: Aggeler (gesperrt), Babic (verletzt), Giuliano Lamorte (Aufgebot anderes Team).