Kreuzlingen weiter auf der Siegesstrasse
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Kreuzlingen weiter auf der Siegesstrasse

Kreuzlingen setzt seinen Siegeszug fort. Beim 3:0 Sieg über Tabellennachbar Chur zeigten sich die Seebuben den Gästen in allen Belangen überlegen und hätten bei besserer Chancenauswertung weit höher gewinnen müssen.

Das dritte Spiel innert acht Tagen warf beim Gastgeber vor Anpfiff die Frage auf, wie haben die eigenen Akteure diesen Kraftakt verdaut. Die Antwort liess nicht lange auf sich warten. Mit hartnäckigem Forechecking, viel Laufarbeit und überlegener Technik musste sich Chur Trainer Jouke Faber nach Abpfiff gar die Bemerkung gefallen lassen, sein Team hätte agiert, als sei es permanent in Unterzahl gewesen. Bereits in der Startviertelstunde wirbelten die Kreuzlinger die Gäste gehörig durch, schufen sich durch Suarez (8.), Mathys (10.), und Qerfozi (14.) drei erstklassige Einschussmöglichkeiten. Der Führungstreffer liess dann aber doch eine halbe Stunde auf sich warten und war ein typisches Produkt der Marke Andi Qerfozi. Mit der ihm eigenen Wucht und Technik setzte er sich bei einem schnellen Spielzug am Strafraum durch und schloss mit einem satten Schuss via Innenposten erfolgreich ab.

Chur war nicht nur in dieser Situation überfordert, sondern sie leisteten sich auch gröbere Aussetzer die Trainer Faber nach Spielschluss zu ironischen Bemerkungen verleitete: „Da bekommt doch ein Verteidiger von mir tatsächlich nach 37 Minuten eine Verwarnung für Zeitschinden – obwohl wir im Rückstand sind“. Dies zu einem Zeitpunkt, als die Hafenstädter plötzlich merklich Tempo aus dem Spiel nahmen was FCK Trainer Ortancioglu an der Seitenlinie prompt mit scharfen Zurufen quittierte. Seine Spieler verstanden und setzten noch vor dem Pausenpfiff einen drauf: Marco Suarez stieg bei einem präzisen Beran Freistoss am höchsten und erzielte mit dem Kopf das 2:0. Es war schon das dritte Kopfballtor des Kreuzlinger Spielmachers in der Rückrunde.

"Mindestens zehn hundertprozenter"
Weil sich die Scheren beider Teams in Durchgang zwei nochmals ein gehöriges Stück weiter öffneten, musste der FCK zu keinem Zeitpunkt um die drei Punkte bangen. Chur Trainer Faber analysierte gar: „Ich habe zu einhundert Prozent keine einzige Torchance meines Teams ausgemacht“. Die Gründe für das Überraschungsteam der Vorrunde das noch vor dem FCK auf dem vierten Tabellenplatz überwinterte, lieferte der Übungsleiter aber glaubhaft nach:“ Wir hatten viele kurzfristige Abgänge in den letzten Wochen, mussten unser Kader gar mit Spielern der zweiten Mannschaft auffüllen“.

Sorgen die FCK Trainer Ortancioglu nicht kennt. Stirnrunzeln erzeugt da schon eher die mangelnde Chancenauswertung seiner Spieler. „Ich hatte mindesten zehn hundertprozenter auf meinem Radar“. Alleine Andi Qerfozi, gemeinhin bekannt für seine Kaltblütigkeit vor dem Tor, sündigte gleich mehrfach. Daneben schafften aber auch andere Kreuzlinger das Kunststück den Ball aus sicherer Position – und meist noch ohne Gegenspieler - irgendwohin, nur nicht in die Maschen zu setzen. Captain Fabian Wilhelmsen jedenfalls musste nach mustergültigem Konter und kräfteraubendem 30 Meter Sprint sicher noch am meisten Energie aufbringen um das erlösende und längst überfällige 3:0 zu erzielen (64.). Trainer Ortancioglu freute sich nach Abpfiff dafür umso mehr, dass sein Team zum zweiten Mal in Folge ohne Gegentor blieb.

Telegramm

Kreuzlingen – Chur 3:0 (2:0).
Hafenareal - 205 Zuschauer. SR: Adem Aygün.
Tore: 30. Qerfozi 1:0, 45. Suarez 2:0, 64. Wilhelmsen 3:0.
Kreuzlingen: Kessler; Narr, Wilhelmsen, Schröder (46. A. Pajaziti), Wulf; Affentranger, Mathys, Tütünci (77. Juchli), Beran; Suarez (75. Arifagic); Qerfozi.
Chur: Hartmann; Gomes, Gruber (56. Salihagic), Pergl, Kavcic; Bearth, Sivalingam, Demarmels, Elmer (67. Tino), Lebien (67. Cazzato); Tia.
Verwarnungen: 24. Kavcic (Foul), 37. Gruber (Zeitspiel), 47. Demarmels, 65. Elmer, 90. Pergl (alle Foul). Bemerkungen: Gute Schiedsrichterleistung. Kreuzlingen ohne: Dolce (gesperrt), B. Pajaziti, Keller, (verletzt), Kojic und Knoll (abwesend).