HSG Konstanz zum dritten Mal gegen Aue
Handball

HSG Konstanz zum dritten Mal gegen Aue

Nach einem wichtigen 34:33-Erfolg gegen Wilhelmshaven wartet auf die HSG Konstanz ein weiteres Duell mit einem punktgleichen Konkurrenten. Bereits am Freitag, 19 Uhr, trifft die HSG schon zum dritten Mal in dieser Saison auf den EHV Aue.

In der Erzgebirgshalle erwartet das Team von Daniel Eblen nicht nur eine heiße Atmosphäre, sondern auch ein Gegner, der sich nach den ersten beiden Aufeinandertreffen mit Konstanz deutlich entwickelt und stabilisiert hat.

Ein, zwei Nächte habe er schon gebraucht, erzählt Daniel Eblen, um den Thriller gegen Wilhelmshaven vollständig zu verarbeiten. Wenn schon die Adrenalin-Ausschüttung und der Blutdruck auf der Tribüne ungesunde Werte übersteigen, was muss da erst in einem Trainer-Körper passieren? „Langweilig wird einem jedenfalls nicht“, lächelt der HSG-Coach die Anspannung vom Samstag weg. „Dafür war die Nacht danach ganz angenehm.“ Den Schlaf des Trainers versüßt hatte „eine ganz andere Konsequenz im Angriff als etwa in Saarlouis. Das war eine komplette 180-Grad-Drehung“, so Eblen.

Der A-Lizenzinhaber wunderte sich wie die 1150 HSG-Fans über die vielen Tore. „Es war kein typisches Abstiegskampfspiel“, erklärt er, „bei so viel Tempo haben beide Abwehrreihen keinen Zugriff bekommen und es gab keine Verschnaufpausen und viele Angriffe.“ Eine Verschnaufpause gestattet auch der dicht getaktete Spielplan in der 2. Bundesliga nicht. Nach der 23:31-Niederlage in der ersten Runde des DHB-Pokals und einem 23:23-Remis am Bodensee muss die HSG Konstanz am ungewohnten Freitagabend erneut die knapp 550 Kilometer lange Reise in das Erzgebirge zum Duell Tabellenzehnter gegen -elfter antreten.

Dann wird möglicherweise auch Stefan Hanemann erstmals seit Juni vergangenen Jahres wieder bei einem Pflichtspiel im Tor stehen. Fürchterlich harte neun Monate ohne einen Einsatz für den Junioren-Nationaltorwart könnten somit in Aue für den 21-Jährigen enden. „Ich bin bereit“, freut sich Hanemann auf sein Comeback und mögliches Zweitliga-Debüt. Er steht erstmals in dieser Saison im Kader der HSG Konstanz, nachdem Patrick Glatt beruflich verhindert ist und Hanemann sich in den letzten Wochen mit guten Trainingsleistungen zurückgemeldet hat. Eine lange Leidenszeit für den talentierten Schlussmann steht somit kurz vor ihrem Ende und die Vorfreude beim 1,98 Meter großen Modellathleten ist groß.

Sein Trainer lobt den Einsatz und Trainingsfleiß des talentierten Keepers wie den Zusammenhalt seiner gesamten Mannschaft: „Es ist wichtig, dass wir immer zusammenstehen. Es wird passieren, dass es trotzdem nicht reicht, aber wir müssen immer das Maximale herausholen.“ Dass dies in Aue, einer Mannschaft, die nach dem siebten Platz im letzten Jahr zu Saisonbeginn ganz schwer in die neue Spielzeit fand und sich nach völlig missglücktem Start plötzlich lange im Tabellenkeller wiederfand, besonders schwer wird, steht außer Frage. Nach der Entlassung des erst zur aktuellen Saison verpflichteten Trainers Maik Handschke und der Beförderung von Co-Trainer Stephan Swat zum Chefcoach läuft es nämlich wieder beim Zweitliga-Urgestein, das nun schon 23 Jahre dem Bundesliga-Unterhaus angehört und in den letzten Jahren stets zu den Spitzenmannschaften gehörte – ganz besonders in der heimischen Erzgebirgshalle, wo die Sachsen traditionell zu den besten Heimmannschaften der Liga zählen.

Gerade in den letzten Wochen ist die Heimstärke aller Zweitliga-Teams wieder besonders auffällig. Am letzten Spieltag gab es etwa nur einen einzigen Auswärtssieg in der Zweiten Liga. Daniel Eblen hat keine Erklärung und kann nur mutmaßen: „Jetzt, wo jeder dringend Punkte benötigt, kann es schon sein, dass mit Unterstützung der eigenen Zuschauer vor eigenem Publikum immer noch ein paar Prozent mehr draufgepackt werden können – und Aue ist dafür bekannt, zu Hause besonders stark zu sein.“

In der jetzigen Verfassung sieht er Aue wieder dort, wo der EHV die letzten Jahre immer stand: auf den vorderen Plätzen. „Das ist jetzt wieder eine ganz stabile Mannschaft. Wenn der Saisonstart anders verlaufen wäre, würde Aue sicher wieder vorne mitmischen.“ Drei Siege in den letzten vier Spielen untermauern die Beobachtungen des gebürtigen Konstanzers. Vor allem auf Torwart Robert Wetzel war in den letzten Spielen Verlass, dazu kommt mit Marc Pechstein der mit schon 175 Treffern zweitbeste Torschütze der 2. Bundesliga. Eblen: „Aue beherrscht verschiedene Abwehrsysteme, verfügt über ein gutes Gegenstoßverhalten, einen brandgefährlichen Rückraum und starke Außen – für mich eine Topmannschaft.“ Die beiden bisherigen Duelle in dieser Saison fasst er kurz und bündig zusammen: „Einmal war es ein Krimi, einmal war nichts drin für uns.“

 

Damit sich dies ändert und angesichts der Stärken des Gegners im Konterspiel fordert der Konstanzer Übungsleiter wenige Fehler seiner Spieler. „Wenn Aue sein Gegenstoßspiel aufzieht, wir es schwer. Wir müssen daher in der Abwehr so stabil wie möglich stehen und sehen, dass wir selbst in den Gegenstoß kommen“, erklärt der 42-Jährige. „Im Angriff wird es eine Gratwanderung zwischen fehlerfreiem und druckvollem Spiel.“ Ebenfalls wichtig: ein guter Start, sodass die Partie nicht wie in Saarlouis bereits nach einer Viertelstunde entschieden ist. Beim Unterfangen, nach dem Coup beim Tabellendritten Bietigheim in der Rückrunde ein zweites Mal Zählbares in der Fremde zu ergattern, wird die HSG allerdings auf den weiterhin erkrankten Simon Flockerzie und vier Langzeitverletzte verzichten müssen, zu denen nun auch Fabian Maier-Hasselmann zählt. Dafür werden Felix Krüger und Benjamin Schweda den Weg nach Sachsen zum mit drei Isländern und je einem Slowaken, Esten und Tschechen verstärkten Profiteam antreten.

 

EHV Aue – HSG Konstanz
(Freitag, 19 Uhr, Erzgebirgshalle Lößnitz)

Weitere Informationen unter: www.hsgkonstanz.de