HSG Konstanz vor schwerem Doppelspieltag
Handball

HSG Konstanz vor schwerem Doppelspieltag

Gegen die Nummer zwei und vier: „Es könnte schwierig sein, aber es ist möglich“, gibt HSG-Präsident Otto Eblen in Anlehnung an Mentalcoach Franz X. Bühler vor dem schweren Doppelspieltag der HSG Konstanz zunächst am Freitag, 20 Uhr, in der heimischen Schänzle-Sporthalle und am Sonntag, 17 Uhr, beim Tabellenvierten SG BBM Bietigheim die Marschroute vor.

Für den Macher der HSG Konstanz liegt der Unterschied bereits darin, dass man die Aufgaben nicht mit der Abwandlung „Es könnte möglich sein, aber es ist schwierig“ angehen dürfe.

Dabei ist sich der 69-Jährige der vor allem personell angespannten Situation seiner zuletzt unter großen Verletzungsproblemen leidenden Mannschaft durchaus bewusst, aber er fordert auch ein Zusammenrücken und Besinnen auf die eigenen Stärken. „Es kommt nun darauf an, mit mehr Kampfgeist die Abwehr wieder zu festigen“, fordert er. „Nur wenn es uns gelingt, wieder auf unsere Stärke zu bauen, kommt auch das verbesserte Angriffsspiel zur Wirkung. Wir machen es unseren Gegnern im Moment zu einfach. Wir dürfen uns nicht von vielen Schwierigkeiten ablenken lassen.“

Am ersten Doppelspieltag der Rückrunde hofft die HSG Konstanz, wieder auf ihren besten Feldtorschützen Mathias Riedel, der zuletzt mit Grippe ausfiel, und Linkshänder Felix Krüger im Rückraum zurückgreifen zu können, während die Lage sich am Kreis nach wie vor mit den drei verletzungsbedingten Ausfällen von Manuel Both, Sebastian Bösing und Chris Berchtenbreiter schwierig gestaltet und vorerst nicht zu entspannen scheint. Daniel Eblen, Sohn des HSG-Präsidenten und bereits seit 2004 Cheftrainer der ersten Mannschaft, freut sich auf den Heimvorteil am Freitag gegen den mit einem Bus voller Fans anreisenden TV Hüttenberg nach eineinhalb Monaten ohne Partie in der heimischen „Schänzle-Hölle“ und sieht genau darin eine kleine Außenseiterchance gegen den Mitaufsteiger, der innerhalb kürzester Zeit zum immer wahrscheinlicheren zukünftigen Erstligisten mutiert ist. „Wir freuen uns riesig auf das Heimspiel“, sagt der 42-Jährige, „wir sind zuletzt weit gereist und hoffen nun auf eine ganz besonders enthusiastische Unterstützung unserer Fans gegen eine absolute Topmannschaft.“

Der Konstanzer Übungsleiter setzt darauf, dass, wenn die HSG die Partie lange offen gestalten kann, die heiße Atmosphäre und der Rückenwind durch die eigenen Anhänger „den X-Faktor“ zu einer möglichen Überraschung ausmachen können. Davor wird trotz des 25:24-Auswärtssieges in der Hinrunde beim ehemaligen mittelhessischen Erstligisten harte Arbeit gegen die Mannschaft anstehen, die, laut Eblen, die wenigsten Fehler der Liga macht und über das beste Gegenstoßverhalten der Liga verfügt. „Hüttenberg ist taktisch immer perfekt auf der Höhe, macht es dem Gegner mit seiner 3:2:1-Deckung extrem schwer zum Torerfolg zu kommen und erzielt selbst viele einfache Tore. Das ist extrem clever“, so Eblen. „Hüttenberg steht völlig zurecht dort oben.“

Auch wenn die Erinnerungen an das zweite Spiel im Bundesliga-Unterhaus nach dem Wiederaufstieg durchweg positiv sind und man die Bedeutung des damaligen Erfolges erst jetzt wirklich bemessen kann, so sieht der HSG-Coach dennoch nun aufgrund der Personalsituation und der rasanten Entwicklung der vom isländischen  ehemaligen Erstliga-Trainer Aðalsteinn Eyjólfsson zum Erfolg geführten Ex-Mannschaft von Konstantin Poltrum und Paul Kaletsch erneut andere Voraussetzungen als zu Saisonbeginn. Der Auswärtscoup der HSG war schließlich die erste und einzige Heimniederlage des Klubs aus der 10000-Einwohner-Gemeinde aus dem Lahn-Dill-Kreis. Danach folgten bis auf ein Unentschieden nur noch Siege vor eigenem Publikum.

Zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt erwartet die Handballer aus der größten Stadt am Bodensee schon am Sonntag die nächste Spitzenmannschaft. Die HSG Konstanz muss dann bei der nach der überraschenden Heimniederlage am Wochenende gegen Nordhorn-Lingen – abgesehen vom ersten Spieltag – erstmals aus den Aufstiegsrängen gerutschten SG BBM Bietigheim antreten. Daniel Eblen hat auch vor dieser Topmannschaft großen Respekt. „Ein klasse besetzter Gegner, der über viele junge, hochtalentierte Spieler und dazu über einige wichtige, ganz erfahrene Leute verfügt.“ Neben der guten 6:0-Abwehr warnt er auch hier vor dem gefährlichen Gegenstoßspiel der Schwaben und der besonders guten Effektivität. Großer Rückhalt ist mit Aron Rafn Edvardsson der 2,05 Meter große isländische Nationaltorhüter. Matthias Stocker bekommt in der Viadukthalle zudem die Chance, sich für die unglückliche 27:29-Heimniederlage gegen Bietigheim mit seinem langjährigen Mitspieler und Jugendfreund Robin Haller zu revanchieren.

Während Präsident Otto Eblen somit an die letzten Spiele erinnert, die „gezeigt haben, dass die HSG handballerisch mithalten kann“ und zudem auf  eine bessere Chancenverwertung hofft, richtet auch sein Sohn den Blick nach vorne und sieht durchaus eine kleine Außenseiterchance für seine talentierte Truppe. „Wir werden uns nicht ergeben und brennen auf unsere Chance. Dazu müssen wir wieder besser in der Deckung stehen – und für den Angriff haben wir uns auch etwas überlegt.“ Tiefer will er sich nicht in die Karten schauen lassen, aber vor allem gegen Hüttenberg wird das Spiel in der Offensive damit stehen und fallen, ob es der HSG Konstanz gelingt, die 3:2:1-Deckung der Hessen in Bewegung zu bringen und den Ball, wie Eblen es ausdrückt, „am Leben zu halten.“

Weitere Informationen unter: www.hsgkonstanz.de

Telegramm

2. Handball-Bundesliga:
HSG Konstanz – TV Hüttenberg
(Freitag, 20 Uhr, Schänzle-Sporthalle)

SG BBM Bietigheim – HSG Konstanz
(Sonntag, 17 Uhr, Sporthalle am Viadukt