HSG Konstanz kann hohen Rückstand gegen Junglöwen nur fast wettmachen
Handball

HSG Konstanz kann hohen Rückstand gegen Junglöwen nur fast wettmachen

Zwischen „katastrophal und ganz ordentlich“ Noch reichlich Sand im Getriebe war bei der HSG Konstanz im ersten Testspiel. Nach lediglich vier Trainingstagen war die fehlende Abstimmung unübersehbar.

Die daraus resultierende hohe Fehlerquote nutzten die Junglöwen, die bereits seit Wochen in der Vorbereitung stehen, mit elf Gegenstößen eiskalt aus. Cheftrainer Daniel Eblen nahm die 27:28 (11:15)-Niederlage gegen das Drittliga-Team der Rhein-Neckar Löwen daher gelassen: „Wir haben die Jungs darauf hingewiesen, dass genau das passieren kann. Gerade im Angriff hat man gesehen, dass wir noch weit weg sind von dem Handballspiel, das jeder braucht.“

Neben Benjamin Schweda und Junioren-Nationaltorwart Stefan Hanemann, der sich mit der deutschen U21-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Algerien auf Siegeskurs befindet und bislang drei souveräne Siege in drei Spielen feiern durfte, musste die HSG dabei auch auf Mathias Riedel verzichten. Der Anführer und Leistungsträger war am Donnerstagabend im Training umgeknickt. Die genaue Diagnose steht noch aus, allerdings steht eine Bänderverletzung und eine mehrwöchige Pause zu befürchten. Vor nahezu vollbesetzter Tribüne in der kleinen Geschwister-Scholl-Halle vor über 200 Zuschauern wirkte Konstanz von Beginn an fahrig und hatte große Probleme mit dem schnellen Spiel der Kraichgauer, die schon wesentlich präziser und effektiver als die Gastgeber agierten.

Schon in den Anfangsminuten profitierte Kronau-Östringen dabei von vielen technischen Fehlern der Konstanzer und setzte sich über 4:1 auf 8:3 ab. „Wir hatten Phasen, die waren wirklich katastrophal“, machte Daniel Eblen unmissverständlich klar, betonte aber im gleichen Atemzug: „Und dann hatten wir wieder Abschnitte dabei, die für die frühe Phase, in der wir uns befinden, schon ganz gut waren.“ So wie die auf den 9:4-Führunsgtreffer der Löwen folgenden Minuten. Binnen weniger Zeigerumdrehungen zog Konstanz das Tempo an und demonstrierte, was ohne eine sehr hohe Fehlerquote möglich gewesen wäre. Mit einem 6:0-Lauf gingen die Bodenseehandballer das erste Mal mit 10:9 in Front.

„Die Passsicherheit und Abstimmung sind noch nicht da“, so der HSG-Coach, dessen Team mit dem stumpfen Boden in der ungewohnten Halle, auf dem das Prellen zur echten Herausforderung wurde, deutlich größere Probleme offenbarte als die vorzugsweise mit schnellem Umschaltspiel und Konterhandball operierenden Gäste. Der A-Lizenzinhaber nutzte den ersten Aufgalopp in die lange Testspielreihe zudem zu vielen Wechseln und gab allen Akteuren viel Einsatzzeit. So konnten sich die flüssig kombinierenden Nordbadener zur Pause wieder auf 15:11 absetzen.

Trotzdem konnten sich die Zuschauer auch über schöne Aktionen wie einen tollen Pass von Konstantin Poltrum auf Felix Klingler zum spektakulären Tempogegenstoß oder Tim Juds tolle Einzelleistung durch drei Gegenspieler hindurch und einen Schlagwurf von Tom Wolf freuen. Nach dem 22:16 für Kronau startete Konstanz in der letzten Viertelstunde noch einmal eine beachtliche Aufholjagd. Vor allem Paul Kaletsch präsentierte sich schon wieder in starker Form und nahm das Heft in die Hand. Mit Maximilian Wolf im Tor, der einen langen Wurf auf das leere HSG-Tor in Unterzahl im Sprint zurück in den Kasten gerade noch sehenswert um den Pfosten lenken konnte, glichen die Hausherren erst zum 26:26 aus, vergaben dann aber erneut mehrmals die Chance zur möglichen Führung – genau wie in den Schlussminuten. Paul Kaletsch markierte zwar 30 Sekunden vor dem Ende erneut den 27:27-Ausgleich, Kronau gelang aber im letzten Angriff zwei Sekunden vor dem Ende der Lucky Punch zum 28:27-Sieg.

„Wir müssen noch viel trainieren und ich glaube nicht, dass das ein großes Negativerlebnis war, überhaupt nicht. Ich habe ein paar Sachen gesehen, die haben mich positiv überrascht“, bilanzierte Daniel Eblen den ersten Auftritt seiner neuformierten Mannschaft und konkretisierte das Positive: „Das war zum Beispiel wie Maximilian Schwarz im Innenblock gedeckt hat, das hat mir sehr gut gefallen. Tom Wolf hat mir auch sehr gut gefallen, im Angriff wie in der Abwehr. Und natürlich haben wir mit Felix Klingler jemanden, der saumäßig gefährlich ist. Er wird uns sicher richtig gut tun.“

HSG Konstanz: Maximilian Wolf, Konstantin Poltrum (Tor); Felix Gäßler, Fabian Maier-Hasselmann (2), Sebastian Bösing (1), Fabian Schlaich (2), Chris Berchtenbreiter (2), Felix Krüger (2), Samuel Wendel (1), Paul Kaletsch (8/1), Julius Heil, Tim Jud (2), Tom Wolf (3), Felix Klingler (4), Maximilian Schwarz.
Zuschauer: 200

Testspiele HSG Konstanz:
Di. 25. Juli, 20 Uhr, Sporthalle Ost: SV Salamander Kornwestheim – HSG Konstanz
Fr. 28. Juli, 19.30 Uhr, Sporthalle GSS: HSG Konstanz – HC Kriens-Luzern
Sa. 29. Juli, 19 Uhr, BBC-Arena: Kadetten Schaffhausen – HSG Konstanz
Mi. 2. August, 20.30 Uhr, Egelsee-Sporthalle Kreuzlingen: HSG Konstanz – BSV Bern Muri
Do. 10. August, 20 Uhr, Sporthalle GSS: HSG Konstanz – Pfadi Winterthur
Fr. 11. August, 20 Uhr, Sporthalle GSS: HSG Konstanz – HBW Balingen-Weilstetten II
Di. 15. August, 20 Uhr, Sporthalle GSS: HSG Konstanz – SV Salamander Kornwestheim
Mi. 16. August, 19 Uhr, Sporthalle Buchenwald: Fortitudo Gossau – HSG Konstanz
Kurzfristige Änderungen jederzeit möglich.

DHB-Pokal, 1. Runde am 19. und 20. August in Teningen:
Samstag, 19. August:
17:00 Uhr: SG Köndringen-Teningen – HC Elbflorenz Dresden
20:00 Uhr: HSG Konstanz – HSG Wetzlar
Sonntag, 20. August:
16:00 Uhr: Sieger Spiel 1 – Sieger Spiel 2

Spielplan in der 2. Handball-Bundesliga:
26.08.2017, 20:00 Uhr, Schänzle-Sporthalle: HSG Konstanz – ASV Hamm-Westfalen
02.09.2017, 19:00 Uhr, Castello Düsseldorf: HC Rhein Vikings – HSG Konstanz
09.09.2017, 20:00 Uhr, Schänzle-Sporthalle: HSG Konstanz – Eintracht Hildesheim

Weitere Informationen unter: www.hsgkonstanz.de