Grossartig gekämpft, aber unglaublich knapp gescheitert
Faustball

Grossartig gekämpft, aber unglaublich knapp gescheitert

Die Schweizer Faustballnationalmannschaft verliert einen hochstehenden World Games Final gegen Deutschland im entscheidenden 7. Satz und muss sich mit Silber begnügen.

Es war alles angerichtet für den ganz grossen Triumph: der erste Titel an den World Games. Die Schweizer Faustballer starteten stark in das Finalspiel gegen Deutschland und konnte die ersten beiden Sätze mit 11:9 und 11:7 gewinnen. Obwohl Weltmeister und Titelfavorit Deutschland verkürzen konnte, gingen die Schweizer wenig später mit 3:1-Sätzen in Führung. Der Titel war in greifbarer Nähe.

Doch Deutschland steckte nicht auf und kämpfte sich auch ohne ihren verletzten Teamleader Patrick Thomas wieder zurück in die Partie. Im sechsten Satz lagen die Schweizer mit 9:7 in Front und haben im siebten Durchgang auch nochmals mit 9:8 geführt. Gereicht hat es am Ende trotzdem nicht. Deutschland verwandelte den ersten Matchball und holte sich den Titel an den World Games in einem unglaublich engen Spiel mit 11:9 im entscheidenden siebten Satz. Die Deutschen verteidigen damit ihren Titel von 2013 und bleiben weiterhin die beste Mannschaft der Welt.

Riesen Enttäuschung bei den Schweizern
Die Enttäuschung im Schweizer Lager war nach dem Finalspiel grenzenlos. So nahe dran am Sieg bei den World Games waren sie noch nie. Nach vier Finalniederlagen in Folge gegen Deutschland sah es lange Zeit danach aus, als könnten die Jungs von Nationaltrainer Oliver Lang diese Serie in Polen endlich durchbrechen. Doch am Ende war Deutschland ein Tick abgebrühter und hat den Schweizern den grössten Triumph in der Geschichte vor der Nase weggeschnappt.

„Diesmal haben wir wirklich Gold verloren. Wenn wir 3:1 führen in den Sätzen, müssen wir das mit unserer Erfahrung einfach nach Hause spielen. Dass wir das nicht geschafft haben, ist eine riesige Enttäuschung für uns“, sagte Nationaltrainer Oliver Lang wenige Minuten nach Spielende. Auch bei Captain Ueli Rebsamen sass der Frust nach der Finalniederlage gegen Deutschland tief: „Wir hatten es ganz klar in der eigenen Hand, diesen Final zu gewinnen. Wie wir diesen Sieg noch verschenken konnten, weiss ich wirklich nicht.“

Empfang am Flughafen Zürich
Auch wenn es ein paar Tage dauern wird, bis die Enttäuschung im Schweizer Lager abgeklungen ist, darf die Mannschaft stolz sein auf das Turnier in Polen. Sie haben sich souverän für die Halbfinals qualifiziert, haben dort Österreich mit 3:0 bezwingen können und haben Weltmeister Deutschland im Finale bis zum äussersten gefordert.

Am Mittwoch kehrt die Schweizer Nationalmannschaft aus Polen zurück. Um 19:05 Uhr ist die Landung am Flughafen Zürich geplant, wo ein Empfang für die Spieler und den Staff vorgesehen ist.

Resultat:
World Games. Final: Deutschland vs. Schweiz 4:3 (9:11, 7:11, 11:6, 7:11, 11:8, 12:10, 11:9). – Spiel um Bronze: Österreich vs. Brasilien 3:2 (5:11, 12:10, 11:1, 10:12, 11:5)