„Wahnsinn, welche Energie wir auf das Spielfeld gebracht haben“:
Handball

„Wahnsinn, welche Energie wir auf das Spielfeld gebracht haben“:

HSG Konstanz landet nächste Big Points und springt hoch auf Platz 13 der 2. Bundesliga

2. Handball-Bundesliga:

HSG Konstanz – HC Elbflorenz Dresden 29:24 (14:12)

 

Die Emotionen verrieten es: Die Felsbrocken, die den Konstanzern von den Herzen fielen, waren immens groß. Als Fabian Wiederstein, Tom Wolf und Paul Kaletsch in den letzten Spielminuten wie im Rausch trafen und sich von über 1500 frenetischen Zuschauern feiern ließen, war der 29:24 (14:12)-Heimsieg gegen den HC Elbflorenz Dresden schon eingetütet. Mit den Punkten zwölf und 13 gelang der HSG zudem ein riesiger Schritt in der Tabelle in das Mittelfeld bis auf Platz 13 der 2. Handball-Bundesliga. Am 26. Dezember, 17 Uhr, steht ihr wieder im Hexenkessel „Schänzle-Hölle“ mit dem Christmas-Game das nächste wegweisende Duell gegen Hüttenberg bevor.

 

Abstiegskampf war angesagt in Konstanz. Sechzehnter gegen Fünfzehnter. Viel Kampf war daher erwartet worden, die erste Halbzeit war dann auch noch viel Krampf. Viele Fehler auf beiden Seiten, nervöse Hände – aber immense Spannung und hohe Intensität prägten das Geschehen. Paul Kaletsch wollte nicht um den heißen Brei herumreden: „Für mich war das ein Must-Win-Spiel.“ Immerhin traf Fynn Beckmann nach neun Minuten bereits zum 6:3. Sicherheit gewann die HSG dadurch aber noch nicht. Stattdessen nahm Dresden den Kampf an und glich zum 8:8 aus. Fabian Wiederstein besorgte kurz vor der Pause dann zumindest eine knappe Zwei-Tore-Führung.

 

So richtig Fahrt auf nahm die zuvor durchwachsene, teilweise auch zerfahrene Partie erst nach dem Seitenwechsel. Wieder einmal bildeten die über 1500 enthusiastischen Fans auf der Tribüne mit der Heimmannschaft eine perfekte Symbiose. Nachdem die HSG schon zu Beginn des Spiels mit einem prächtigen gelb-blauen Fahnenmeer wie in den Relegationsduellen begrüßt worden war, trieben sich beide Parteien nun gegenseitig zu Höchstleistungen. Schon nach 40 Minuten erhoben sich die Zuschauer komplett bei jedem Angriff der HSG und sorgten für echte Gänsehaut. Gänsehaut, die Tom Wolf und Co. forderten – und dann für den eigenen Düsenantrieb nutzten.

 

Michael Haßferter lief nun zu großer Form auf, hielt seinem Team mit spektakulären Reflexen den Rücken frei. Am Ende waren es elf Paraden. Paul Kaletsch trumpfte mit eminent wichtigen Aktionen auf und narrte ein ums andere Mal mit trickreichen Anschlüssen die Deckung der Gäste, während Fynn Beckmann die zwischenzeitliche Abwehrumstellung des HC Elbflorenz Dresden auf eine 3:3- bzw. 4:2-Varaiante hervorragend im Eins-gegen-Eins ausnutzte. Sinnbildlich für die Konstanzer Energieleistung stand jedoch Fabian Wiedersteins schier unmenschliches Tor zum 26:20 (58.). Elf Meter vor dem gegnerischen Gehäuse bekam er den Ball, machte drei kräftige Schritte, riss dabei zwei an ihm hängende Gegenspieler mit und wuchtete den Ball unter ohrenbetäubendem Lärm in die Maschen.

 

Die Fans waren sprachlos, HSG-Coach Daniel Eblen ebenso. Nach dem Spiel immer noch. „Nach solch einer Partie und Vorrunde fällt mir auch nicht mehr viel ein“, rang er nach den passenden Worten. „Nur vielen Dank an euch und die Stimmung in der Halle. Die Mannschaft hat gekämpft bis zum Schluss.“ Aber auch spielerisch überzeugt und dem großen Druck toll standgehalten. Denn Dresdens Strategie, die Gelb-Blauen „mit viel Tempo und vielen Wechseln physisch unter Druck zu setzen“, so der 45-Jährige, konterten diese auf ihre eigene Weise. Mit einem Block gegen 2,09-Meter-Mann Michal Kasal, einem gehaltenen Siebenmeter des eingewechselten Simon Tölke und Highlights wie einem Dreher im Fallen von Fabian Schlaich und einem Heber von Fabian Maier-Hasselmann. „Das war schon ein richtig geiler Abend, ein Vorweihnachtsspiel, wie man es sich wünscht“, strahlte Paul Kaletsch, der auch noch die 100-Tore-Markie durchbrochen hatte. Entscheidend für den besten Vorlagengeber der 2. Bundesliga war jedoch die „überragende Defensive und Torhüter. Wahnsinn, welche Energie wir da auf das Spielfeld gebracht haben.“

 

Nun steht der HSG Konstanz ein schönes Weihnachtsfest mit zwei wichtigen Punkten unter Baum bevor, ehe schon am zweiten Weihnachtsfeiertag mit dem TV Hüttenberg der nächste direkte Konkurrent im Kampf um den Klassenerhalt am Schänzle gastiert. „Ich brenne auf dieses Spiel“, ließ der Ex-Hüttenberger Paul Kaletsch wissen. „Aber auch weil die sportliche Situation das ergibt. Das sind die Spiele, die ich am allerliebsten habe. Der Sieg gegen Dresden war nur die halbe Miete. Wir wollen noch einen weiteren vor der Pause.“ Der Hunger vor dem nächsten Vier-Punkte-Spiel am 26. Dezember, 17 Uhr, in der „Schänzle-Hölle“ gegen Hüttenberg ist noch nicht gestillt. Tickets sind online ab 12 Euro unter www.hsgkonstanz.de/tickets erhältlich.

 

Das komplette Spiel im Re-live: www.hsgkonstanz.de/livestream

 

HSG Konstanz – HC Elbflorenz Dresden 29:24 (14:12)

 

HSG Konstanz: Maximilian Wolf, Simon Tölke (1 Parade/davon 1 Siebenmeter), Michael Haßferter (11 Paraden) (alle Tor); Michel Stotz (1), Fabian Schlaich (2), Aron Czako, Matthias Hild (1), Tom Wolf (5/1), Fabian Wiederstein (4), Paul Kaletsch (8/2), Felix Krüger, Fabian Maier-Hasselmann (1), Fynn Beckmann (5), Tim Keupp, Samuel Wendel (2).

Trainer: Daniel Eblen

 

HC Elbflorenz Dresden: Mario Huhnstock (2 Paraden), Tom Göres (3 Paraden/davon 1 Siebenmeter) (alle Tor); Gabor Pulay (3), Julius Dierberg (2/1), Arseniy Buschmann (1), Mindaugas Dumcius (3), Philip Jungemann (1), Robin Hoffmann (1), Sebastian Greß (4), Marek Vanco (1), Henning Quade (1), Michal Kasal (1), Jonas Thümmler, Marc Pechstein (6/2).

Trainer: Rico Göde

 

Zuschauer: 1500 in der Schänzle-Sporthalle Konstanz

 

Schiedsrichter: Michael Kilp und Christoph Maier

 

Zeitstrafen: Konstanz 6 Minuten (Kaletsch 2 Min., Beckmann 2 Min., Krüger 2 Min.) Dresden 8 Minuten (Hoffmann 4 Min., Jungemann 2 Min., Kasal 2 Min.)

 

Siebenmeter: Konstanz 3/4 (Kaletsch scheitert an Göres) – Dresden 3/4 (Dierberg scheitert an Tölke)

 

Weitere Informationen unter:

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