Vor Trainingslager: HSG Konstanz egalisiert Fünf-Tore-Rückstand gegen Schweizer Pokalfinalisten Bern
Handball

Vor Trainingslager: HSG Konstanz egalisiert Fünf-Tore-Rückstand gegen Schweizer Pokalfinalisten Bern

Temporeiches Spiel dank Leistungssteigerung in den letzten 20 Minuten noch ausgeglichen. Nun drei Einheiten pro Tag im Trainingslager.

Testspiel:

HSG Konstanz – BSV Bern Muri 32:32 (15:18)

 

Der Schweiß floss in Strömen beim Testspiel der HSG Konstanz gegen den BSV Bern Muri. Trotz drückender Hitze lieferten sich beide Mannschaften dabei einen temporeichen und intensiven Schlagabtausch. Vor allem in der ersten Halbzeit war auf Seiten der Gastgeber das Tempo mitunter gar zu hoch, sodass sich viele leichte Ballverluste einschlichen, die der Schweizer Meisterschafts-Halbfinalist und Pokalfinalist mit zahlreichen Gegenstößen eiskalt bestrafte. Nach der Pause legte die HSG Konstanz allerdings zu, zeigte Moral und egalisierte beim 32:32 (15:18)-Remis einen zwischenzeitlichen Fünf-Tore-Rückstand. Damit bleibt die HSG auch im dritten Test weiter ungeschlagen.

 

EHF-Pokal-Teilnehmer BSV Bern Muri erwies sich dabei als starker Kontrahent und echter Prüfstein, nicht zuletzt dank der wurfgewaltigen Neuverpflichtung Matthias Gerlich. Der 2,04-Meter-Hüne, der über die Stationen Magdeburg, Essen, Rhein-Neckar Löwen, Leipzig, Coburg und Eisenach vor ein paar Wochen in die Schweizer Bundessstadt kam, zeichnete als bester Torschütze der Partie für sieben wuchtige Treffer aus der Distanz aus. HSG-Cheftrainer Daniel Eblen bemängelte später die nicht optimale Abwehrarbeit, suchte die Verantwortung aber eher in der Offensive. Denn zwar war Konstanz um hohes Tempo bemüht, doch der HSG-Motor stotterte doch deutlich mehr als in den ersten beiden Testspielen. Aufgrund zahlreicher technischer Fehler konnte Bern relativ mühelos seine Tore über den Gegenstoß erzielen, während die Gastgeber vornehmlich noch mit sich selbst kämpften. „Wir haben zwischendurch viel zu viele Fehler gemacht“, bilanzierte der A-Lizenzinhaber. „18 Gegentore zur Halbzeit sind natürlich viel zu viel.“ Dennoch legte Konstanz meist einen Treffer bis zum 8:7 vor, konnte dann bis zum 11:11 immer wieder ausgleichen, ehe die Eidgenossen mit einem 4:0-Lauf durch die angesprochenen Fehler der Gastgeber auf 15:11 stellten.

 

Nach der Pause besserte sich das zuvor teils überhastete wirkende Konstanzer Spiel zusehends und die HSG erspielte sich viele gute Chancen – nun fehlte allerdings die nötige Kaltschäuzigkeit vor dem Tor und es wurden einige völlig freie Einwurfmöglichkeiten ausgelassen.  „Wir lassen noch zu viel liegen“, meinte auch der HSG-Coach, konnte aber der bald folgenden Aufholjagd auch Positives abgewinnen, schließlich sei sein Team für den frühen Stand der Vorbereitung schon „ganz gut drauf gewesen. Der Ball ist teilweise schon ganz gut gelaufen, auch wenn wir uns in der ersten Halbzeit viel zu schnell unterbrechen lassen und Bern so in die Karten gespielt haben.“

 

In der zweiten Halbzeit wurde dies deutlich besser. Hätte die HSG Konstanz nun nach dem Treffer zum 27:27 nach 23:27-Rückstand, der zuvor schon auf fünf Tore (17:22) angewachsen war, ihre schön herausgespielten Möglichkeiten etwas effizienter genutzt, die HSG-Fans und Daniel Eblen hätten sich nicht reihenweise die Haare raufen müssen. Doch die Moral, der Kampfgeist und die körperliche Verfassung trotz intensiven Trainingseinheiten und tropischen Temperaturen ließ sie dennoch zufrieden auf den dritten Test blicken. Gerade, weil Konstanz sogar am Sieg schnupperte und Fabian Maier-Hasselmann das umjubelte 31:30 erzielte. Trotz Überzahl und 32:31-Führung musste sich Konstanz schließlich doch mit einem 32:32-Remis begnügen, wurde aber vor allem für die Einstellung und die deutliche Leistungssteigerung in den letzten 20 Spielminuten mit Applaus verabschiedet. „Der Gegner war nicht von Pappe und wir hatten gute Ansätze“, sagte Eblen, ärgerte sich zugleich jedoch über zu großes Risiko vor allem in der zweiten Welle. „Die Fehler sind tödlich. Hier müssen wir disziplinierter und ruhiger werden“, so der 43-Jährige.

 

Nach dem Härtetest gegen Bern startete die HSG Konstanz in das dreitägige Trainingslager in der Sportschule Ruit mit jeweils drei Einheiten pro Tag. Schwerpunkte werden dann ein alternatives Abwehrsystem, die Überzahl sowie die Abstimmung und die Auslösehandlungen sein. „Es gibt noch viel zu tun“, lacht Eblen. Der Schweiß, er wird auch in den nächsten Tagen in Strömen fließen. Nach dem Trainingslager warten schon die nächsten Gradmesser auf die HSG Konstanz. Am 8. August kommt etwa der bisherige Schweizer Serienmeister und Champions-League-Dauergast Kadetten Schaffhausen mit vielen Nationalspielern und Superstar Gábor Császár um 19 Uhr in die Schänzle-Sporthalle.

 

HSG Konstanz: Maximilian Wolf, Simon Tölke (Tor); Michel Stotz (2), Fabian Schlaich (2), Tom Wolf (1), Fabian Wiederstein (4), Paul Kaletsch (7/4), Felix Krüger, Fabian Maier-Hasselmann (3), Joschua Braun (1), Tim Jud (5), Tim Keupp (3), Samuel Wendel (1), Maximilian Schwarz (1), Samuel Löffler (2).

Telegramm

Die Testspiele (alle Heimspiele in der Schänzle-Sporthalle), kurzfristige Änderungen jederzeit möglich:

8. August, 19 Uhr: HSG Konstanz – Kadetten Schaffhausen

10. August, 19.30 Uhr: HSG Konstanz – HBW Balingen-Weilstetten II

14. August: SV Salamander Kornwestheim – HSG Konstanz

15. August, 19 Uhr: HSG Konstanz – TSV Fortitudo Gossau

16. August, 18.45 Uhr: HSG Konstanz – Pfadi Winterthur

 

DHB-Pokal, Erstrunden-Turnier in der Lindach-Sporthalle, Weilheim/Teck:

18. August, 20 Uhr: Frisch Auf Göppingen – HSG Konstanz

19. August, 17.30 Uhr: Mögliches Finale des Erstrundenturniers gegen Balingen oder Haßloch

 

Die ersten Saisonspiele der HSG Konstanz in der 3. Liga, Saison 2018/19:

25. August, 19.30 Uhr: TuS Fürstenfeldbruck – HSG Konstanz

1. September, 20 Uhr: HSG Konstanz – HBW Balingen-Weilstetten II

9. September, 16.30 Uhr: TVS Baden-Baden – HSG Konstanz

15. September, 20 Uhr: HSG Konstanz – VfL Pfullingen

22. September, 20 Uhr: HSG Konstanz – TGS Pforzheim

 

Weitere Informationen unter:

www.hsgkonstanz.de