U23 der HSG Konstanz nach drittem Coup gegen Topteam Tabellenführer
Handball

U23 der HSG Konstanz nach drittem Coup gegen Topteam Tabellenführer

Trainer Stocker: „Optimal. Wir sind jetzt so weit weg von den Abstiegsplätzen wie es nur geht.“

Oberliga Baden-Württemberg:

SG Pforzheim/Eutingen – HSG Konstanz U23 19:22 (11:10)

 

Der fast unheimliche Lauf der U23 der HSG Konstanz geht weiter, auch beim Meisterschafts-Topfavoriten SG Pforzheim/Eutingen. Selbst beim Titelkandidaten Nummer eins blieb die Drittliga-Reserve nach erneut „brutal guter Deckungsarbeit“, so Trainer Matthias Stocker, mit 22:19 erfolgreich. Der dritte Sieg im dritten Spiel, saisonübergreifend das 16. Duell, aus dem die HSG-Talente nicht als Verlierer vom Platz gehen. Nun thront die Stocker-Equipe sogar an der Tabellenspitze.

 

Dementsprechend ausgelassen war die Stimmung bei der jüngsten Mannschaft der Oberliga. „Das ist optimal“, lachte Trainer Matthias Stocker glücklich nach dem Triumph, mit dem die wenigsten gerechnet haben. Dann schob er, beim Blick auf die Oberliga-Tabelle, mit einem spitzbübischen Lächeln hinterher: „Wir sind jetzt so weit weg von den Abstiegsplätzen wie es nur geht.“ Damit gab er direkt wieder die Marschroute vor: Konzentration hochhalten, am Boden bleiben und – wenn auch nur kurz – den Moment genießen, aber nicht allzu viel auf die Momentaufnahme geben. Auch, wenn sie fast schon sensationell ist. Nach dem direkten Wiederaufstieg mischt die junge Truppe vom Bodensee auch die vierte Liga auf.

 

So auch in Pforzheim. 3:0 für die Gäste stand es nach nicht einmal vier Minuten, 5:1 nach achteinhalb. Wieder starteten die Konstanzer furios und mit einem Höllentempo, das selbst das erfahrene Team um den letztjährigen Bundesligaspieler Felix Lobedank überraschte und zunächst vor kaum zu lösende Aufgaben stellte. Doch Pforzheim stellte sich bald auf das schnelle Spiel der Gelb-Blauen ein und übte mit der eigenen guten Deckung, die zuletzt nur 16 Gegentreffer von Drittliga-Absteiger Köndringen-Teningen hatte hinnehmen müssen, viel Druck aus. Felix Lobedank war es, der nun zudem viele Räume für seine Mitspieler eröffnete. Aus 6:2 für Konstanz wurde ein 6:6, ehe die Gäste bei einem Zwei-Tore-Rückstand kurz vor der Pause etwas den Anschluss zu verlieren drohten.

 

Für Stocker die Quittung dafür, dass man nicht durchschlagskräftig genug war und nun einige freie Chancen ausließ. Doch sein Team Überstand die kritische Phase in Unterzahl, ging mit nur einem Tor Rückstand in die Pause und witterte seine Chance nach dem Seitenwechsel. Nun formte die HSG einen schier unüberwindbaren Abwehrblock und musste in den zweiten 30 Minuten nur noch acht Gegentore hinnehmen. Dazu trug dieses Mal mit Beachhandball-Nationaltorwart Moritz Ebert erneut ein bärenstarker Schlussmann bei, sodass Stocker sehr zufrieden feststellte, „wie schwierig dadurch die Abschlusspositionen für Pforzheim oft wurden.“ Einige Versuche der Goldstädter gingen so am Tor vorbei.

 

Und Konstanz nach 38 Minuten durch Luca Merz mit 14:13 wieder in Führung. Patrick Volz gelang dann in der Endphase in einer umkämpften Partie der erste Zwei-Tore-Vorsprung (18:16), obwohl die HSG-Reserve ohne die für die erste Mannschaft antretenden Pascal Mack und Joschua Braun auskommen musste. Als Marius Oßwald schließlich zwei Minuten vor dem Ende auf drei Tore erhöhte, war der dritte Coup gegen das dritte Topteam in Folge perfekt. Für den HSG-Coach war neben der überragenden Deckungs- und Torwartleistung – „nur 19 Gegenstore sagen alles“, sagte er – und dem starken Kollektiv ein Mann im Angriff dafür ganz besonders verantwortlich: Samuel Löffler. „Er hat das Heft in der Crunchtime in die Hand genommen“, gab es dafür ein Sonderlob des B-Lizenzinhabers: „Er hat den Zug zum Tor gezeigt und seine Mitspieler hervorragend in Szene gesetzt.“

 

Der Saisonstart ist den HSG-Talenten damit mehr als gelungen, doch Stocker warnt schon vor dem nächsten „Brocken“, wie er den ehemaligen Zweitligisten Herrenberg nennt, der am Sonntag um 17 Uhr in die Schänzle-Sporthalle kommt. Stocker: „Wir dürfen die Euphorie und das Selbstvertrauen mitnehmen – aber müssen zugleich den Ball flach halten. Jede Woche müssen wir neu an das Limit gehen.“ Dann kann seine Mannschaft viel bewegen und erreichen, das hat sie eindrucksvoll gezeigt.

 

HSG Konstanz U23: Lukas Herrmann, Moritz Ebert (Tor); Joel Mauch (3/3), Kai Mittendorf (2), Jerome Portmann, Marius Oßwald (2), Patrick Volz (3), Samuel Löffler (6), Luca Merz (4), Lars Michelberger, Simon Storz, Jonas Hadlich (2), Hendrik Dahm, Carl Gottesmann.

Zuschauer: 380.

 

Weitere Informationen unter:

www.hsgkonstanz.de