„Schwung drin“: HSG Konstanz läuft mit 39:22-Sieg warm für Relegation
Handball

„Schwung drin“: HSG Konstanz läuft mit 39:22-Sieg warm für Relegation

Konstanzer Hochgeschwindigkeitsexpress nicht zu stoppen

3. Liga:

HSG Konstanz – HC Oppenweiler/Backnang 39:22 (20:8)

 

Hans Artschwager, Vizepräsident des Deutschen Handballbundes und Präsident des Württembergischen Handballverbandes, hatte es vor der Übergabe der Medaillen und des Meisterwimpels an die HSG Konstanz auf den Punkt gebracht. „Es ist nicht leicht, in solch einen kochenden Kessel zu kommen“, richtete er sich nach der 22:39 (8:20)-Niederlage des HC Oppenweiler/Backnang beim Süddeutschen Meister HSG Konstanz an die geschlagenen Gäste. „Zu einem Team, das einen Flow hat, bei dem es läuft.“ Vor knapp 1200 Fans im Hexenkessel Schänzle-Hölle lief sich die HSG im letzten Punktspiel vor den eigenen Anhängern mit dem höchsten Saisonsieg warm für die Aufstiegsspiele zur 2. Bundesliga.

 

49:9 Punkte stehen für die HSG nach dem 13. Sieg im 15. Heimspiel zu Buche, bei plus 143 Toren. In Schwung kommen für die Relegation gegen Eisenach war die Marschroute für den letzten Auftritt daheim beim SÜDKURIER-Spieltag vor den alles entscheidenden Duellen. Bereits nach fünfeinhalb Minuten war klar: die guten Trainingseindrücke der letzten Woche sollten sich nahtlos auf dem Spielfeld fortsetzen. Enthusiasmus, Spielfreude und ganz viel Tempo waren von der ersten Sekunde an deutlich zu spüren. 4:0 hieß es zu diesem Zeitpunkt bereits. Weil Konstanz in der Abwehr gut arbeitete und Simon Tölke sich bei seinem Comeback nach Verletzungspause direkt wieder mit 14 Paraden einfügte. „Das war schon überraschend gut“, freute sich Cheftrainer Daniel Eblen über die gelungene Rückkehr seines Keepers. Verzichten musste er zwar noch auf Tim Keupp und Fabian Maier-Hasselmann, ansonsten kamen im Verlaufe des Spiels alle Akteure und damit auch die vor Ostern zahlreichen Verletzten zurück.

 

Dies führte gegen ebenfalls ohne ein paar Spieler angetretene Gäste, die den Klassenerhalt bereits vorzeitig gesichert hatten, zu einer teilweise erdrückenden Überlegenheit des Meisters. Nach Ballgewinnen in der Deckung schaltete die HSG blitzschnell um. Der Konstanzer Hochgeschwindigkeitsexpress überrollte Oppenweiler/Backnang phasenweise und der Vorsprung war bald auf 17:7 (25.) angewachsen. Nach 30 Minuten leuchtete gar eine 20:8-Führung für die Gelb-Blauen von den Anzeigetafeln. „Die Konzentration und der Fokus waren ganz andere als vor Ostern“, freute sich Eblen. Bei dem unwahrscheinlich hohen Tempo, das seine Schützlinge anschlugen, nahm er auch den einen oder anderen Fehler in Kauf.  Denn, so der HSG-Coach, „da war Schwung drin.“ Wenngleich er nicht unerwähnt lassen wollte, dass sich seine Mannschaft in einer anderen Phase als der Gegner befände. „Oppenweiler lässt es austrudeln, wir sind auf einem anderen Ast.“ Auf stark ansteigendem. Ein Schritt in die richtige Richtung sei es gewesen, meinte der 44-Jährige. Aber, mit Blick auf die Relegation, auch: „Interessant wird es, auf einen Gegner in der gleichen Phase zu treffen.“

 

Derweil erhöhte Konstanz erbarmungslos weiter von Minute zu Minute. Matthias Hild markierte mit einem seiner fünf Treffer nach knapp 39 Minuten das 28:11, Michel Stotz erhöhte wenig später gar auf 31:13 (45.). In der Folge wechselte Daniel Eblen kräftig durch und gewährte der zweiten Garde Spielzeit. Die folgenden fünf Minuten, inklusive einer Konstanzer Unterzahl, nutzten die Gäste für ihre große Stärke. Schlampige Zuspiele und überhastete Aktionen in der Offensive landeten postwendend per Tempogegenstoß im Gehäuse der Hausherren. Nach dem 6:0-Lauf der Württemberger stand es „nur“ noch 31:19 (49.). Dabei hatte der Konstanzer Übungsleiter ganz bewusst auf eine Auszeit verzichtet. „Diese Phase kam mir eigentlich ganz recht“, verblüffte er, führte aber sogleich aus: „So konnten wir noch einmal eine Drucksituation simulieren.“ Ziel sei es gewesen, die Spieler erkennen zu lassen, dass manchmal auch das Tempo gedrosselt werden müsse. „Da müssen wir dazulernen. Das war nicht optimal.“ Danach zog sein junges Team die Zügel allerdings noch einmal an und erhöhte vor dem Schlusspunkt durch den HCOB auf 39:21, nachdem zuvor auch noch Schlussmann Maximilian Wolf mit einem Wurf über das ganze Spielfeld erfolgreich gewesen war. So konnte der 44-Jährige anschließend zufrieden bilanzieren, dass „wir erreicht haben, was wir wollten. Wir wollten gut in der Abwehr stehen und dann schnell umschalten. Diese Ziele haben wir ganz gut erreicht, das war wichtig.“

 

Nach dem letzten Punktspiel am 4. Mai in Saarlouis wird es für die HSG Konstanz am 11. Mai in Eisenach (19.30 Uhr) und am 18. Mai in Konstanz in den Relegationsspielen um den direkten Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga ernst. Darauf schwor sich die HSG zusammen mit ihren enthusiastischen Anhängern nach dem Spiel ein. Tom Wolf bedankte sich bei allen Fans und Helfern und meinte dann: „Ihr wisst alle, was  in zwei Wochen auf uns zukommt. Fahrt nach Eisenach. Kommt zum Heimspiel. Lasst uns noch einen abbrennen, ein Riesen-Feuerwerk auf die Platte bringen und dann holen wir uns die zweite Liga hier nach Konstanz zurück.“

 

HSG Konstanz: Maximilian Wolf (5 Paraden/1 Tor), Simon Tölke (14 Paraden) (Tor); Michel Stotz (1), Fabain Schlaich (5), Matthias Hild (5), Tom Wolf (1), Fabian Wiederstein (6), Paul Kaletsch (6/1), Felix Krüger (3), Joschua Braun (1), Tim Jud (5), Samuel Wendel (4), Samuel Löffler (1).

 

Zuschauer: 1150 in der Schänzle-Sporthalle Konstanz.

 

Schiedsrichter: Stefan Walter und Christian Staszak.

 

Das Spiel im Re-live:

https://www.youtube.com/watch?v=CEBc-x49Pqw

 

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