RED LIONS machten Unmögliches möglich
Eishockey

RED LIONS machten Unmögliches möglich

Seit der ordentlichen Generalversammlung vom vergangenen Mittwoch ist es definitiv: Die RED LIONS haben ihre Startsaison in der obersten Amateurliga mit einer weissen Weste beendet. Entgegen den Prognosen vieler konnte Finanzchef Carl von Heeren bei Einnahmen und Ausgaben von rund 175'000 Franken eine schwarze Null präsentieren. Damit hat sich das jüngste Baby im nationalen Eishockey zumindest den Respekt von Sport, Wirtschaft und Politik schon mal verdient. Allerdings gibt es Mutationen im Vorstand, und es muss dringend Ersatz gefunden werden.

Es war ein Kampf gegen die Uhr, als die Swiss Regio League im Juni 2017 das 1.-Liga-Projekt des Schlittschuhclubs Reinach offiziell bewilligte. Die Initianten hatten damit nämlich nur vier Monate Zeit, um die hiefür notwendigen Finanzen zu beschaffen (175'000.-), die Infrastruktur den höheren Anforderungen anzupassen (Einbau einer Sitzplatztribüne in der Eishalle Oberwynental, Umbau einer abbruchwürdigen Baracke in ein heimeliges VIP-Bistro) und ein konkurrenzfähiges Team auf die Beine zu stellen. Das Resultat ist bekannt.

Weil 90% aller Spieler zu diesem Zeitpunkt schon anderweitig unter Vertrag waren, umfasste das Kader der RED LIONS lediglich zehn Namen und musste sich mit Leihgaben anderer Klubs (Rapperswil, Olten, Laufen usw.) sportlich über Wasser halten. An einen geregelten Trainingsbetrieb war nicht zu denken und der ist bekanntlich das A und O in jeder Mannschaftssportart.

Trotzdem verdiente sich das Rumpfteam die Anerkennung von Sponsoren, Werbepartnern und Matchbesuchern. Man ging immer mit Herz und viel Leidenschaft ans Werk und verlor viele der insgesamt 30 Partien erst in der Schlussphase – wenn sich der auf zu wenige Schultern verteilte Kraftverschleiss bemerkbar machte. Eine Einstellung, die von den wichtigsten Geldgebern des 1.-Liga-Neulings denn auch honoriert wurde, konnten doch sämtliche Sponsorenverträge verlängert werden!

Neue Saison, neue Vorausetzungen

Alles Vergangenheit und Schnee von gestern. Sportchef Augstburger und seine Helfer haben es mit einigen Monaten Verspätung nun geschafft, ein komplettes Team mit zwanzig Feldspielern und drei Torhütern zu verpflichten. Mit dem letztjährigen Assistenztrainer André Augstburger und dem Neuzuzüger Patrick Rothen (34) teilt sich ein Duo in die Aufgaben des Trainers, wobei Letzterer wie damals der heutige HCD-Trainer Arno Del Curto in Reinach seine zweite Karriere startet. Die Hausaufgaben sind also gemacht, und spannende Abende in der Eishalle Oberwynental garantiert.

Denn der neue Modus mit je 13 Mannschaften, aufgeteilt in zwei Gruppen Ost und West, wird für alle Beteiligten zur grossen Herausforderung. Mit sofortiger Wirkung sind Aufstieg und Relegation nämlich wieder eingeführt. Oben bleiben heisst denn auch das Minimalziel der RED LIONS, doch Captain und Leitwolf Simon Schnyder hält es mit den zuletzt so erfolgreichen Schweizer Nationalspielern: «Ich will einen Platz im Playoff. Das ist mit einer funktionierenden Mannschaft durchaus ein realistisches Ziel.»

Start mit exklusivem Grillplausch

Das Sommertraining unter der Federführung von Patrick Rothen ist vor einer Woche angelaufen, ein erster Höhepunkt wartet auf die 17 Sponsoren und 35 Mitglieder des Business Clubs schon am 13. Juni in Form eines Grillplauschs mit Stargästen wie HCD-Trainer Arno Del Curto, ZSC-CEO Peter Zahner und Nationalspieler Matthias Rossi – ein Trio mit sportlicher Vergangenheit in Reinach. Den wichtigsten Geldgebern der RED LIONS winkt damit die einzigartige Chance, sich mit drei Persönlichkeiten der nationalen Eishockeyszene in den Lokalitäten der Atrium Design AG über Gott und die Welt, ihre Klubs und vor allem die grossartigen Taten des Schweizer Nationalteams an der WM 2018 unterhalten zu können.

Vorstand sucht Verstärkung(en)

Zwei Mutationen gibt es im Vorstand der RED LIONS. Aus beruflichen Gründen musste Präsident Werner Ruf-Solér im vergangenen Herbst vorzeitig das Handtuch werfen. Mit Rouven Blattner sprang ein Mann in die Bresche, der seine ganze Jugendzeit in Reinach verbracht hat, das Hockey-Abc im SCR gelernt hat und als Generalagent bei der Vaudoise rund 60 Angestellte zu führen hat. Ein Macher mit Führungserfahrung also.

Albert Fässler