Ohne Sieben Einbruch nach 45 Minuten: Verfolger Blaustein zu stark für U23 der HSG Konstanz
Handball

Ohne Sieben Einbruch nach 45 Minuten: Verfolger Blaustein zu stark für U23 der HSG Konstanz

Oberliga Baden-Württemberg:

HSG Konstanz U23 – TSV Blaustein 20:29 (13:13)

 

45 Minuten war das Spitzenspiel des Viertliga-Tabellenersten gegen den Zweiten ein intensives Duell auf Augenhöhe. Dann ging nichts mehr bei der U23 der HSG Konstanz und Verfolger Blaustein kam dank elf torloser Minuten der Drittliga-Reserve und eines 6:0-Laufs zum 29:20 (13:13)-Kantersieg.

 

Für Trainer Matthias Stocker angesichts der Stärke der Gastmannschaft jedoch kein Beinbruch: „Gegen diesen Gegner darf man verlieren. Das war mit Abstand die beste Mannschaft, gegen die wir in dieser Saison gespielt haben.“ Allerdings war es nicht nur die beeindruckende Abwehrleistung der Ulmer Vorstädter, die mit extrem aggressiver und körperbetonter Spielweise ihre Vorteile im physischen Bereich ausspielten, auch die Konstanzer trugen nach einer lange ordentlichen Leistung viel zur hohen Niederlage bei. Stocker: „Ich wünsche mir dringend eine bessere Chancenverwertung. 45 Minuten waren wir auf Augenhöhe. Dass wir mit vier, fünf Toren verlieren kann gegen Blaustein passieren – aber so ist es eine richtige Klatsche geworden.“

 

Der Start seines Teams jedenfalls war ordentlich. Jerome Portmann hatte zum 4:2 getroffen und bis zum 8:7 legten die Hausherren stets mit mindestens einem Treffer vor. Kai Mittendorf sorgte schließlich für einen ausgeglichen Halbzeitstand nach einem ersten Durchgang, in dem Konstanz den robust auftretenden Gästen mit viel Tempo das richtige Mittel entgegensetzen konnte, zumal A-Jugend-Torwart Sven Koester nach überstandener Verletzung einen tollen Eindruck hinterließ.

 

Doch schon bald zeichnete sich ab, dass die HSG-Talente den Ausfall von sieben Spielern – quasi einer ganzen Mannschaft – dieses Mal gegen einen bärenstarken Kontrahenten schwerlich wird kompensieren können. Zu schwer wog der kurzfristige Ausfall vor allem von Linkshänder Joschua Braun und Allrounder Jonas Hadlich. Doch Konstanz kämpfte und hielt das Spiel 45 Minuten offen. Als Kapitän Marius Oßwald den Treffer zum 18:21 markiert hatte, war das Pulver der HSG jedoch verschossen. Weil der drittligaerfahrene TSV-Keeper Samuel Beha über sich hinaus wuchs – aber Konstanz auch sehr, sehr viele freie Chancen ausließ. 19 Fehlwürfe bei 20 eigenen Toren hatte Matthias Stocker notieren lassen. „Bei allem Respekt vor der Leistung von Blaustein: Aber das zeigt schon, wo unsere Probleme lagen und sind viel zu viele ausgelassene freie Möglichkeiten.“

 

Im Endeffekt sei der Druck der Gäste in der Deckung zu hoch gewesen, konstatierte er. Sein Team blieb nun elf Minuten ohne Torerfolg und Blaustein nutzte dies zu einem 6:0-Lauf und zur Entscheidung: 27:18 nach 53 Minuten. Die Abschlussschwäche der Konstanzer war ein gefundenes Fressen für die starken Außen der Gäste, die zudem im Rückraum um den erstligaerfahrenen Jan Behr über enorme Qualität verfügen. „Wir spielen eine gute erste Halbzeit“, fand Stocker, „und lassen dann drei, vier freie Chancen aus. So wird es schwer. Wir kommen nicht mehr durch die Abwehr, die Köpfe gehen runter und die Brust des Gegners wird immer breiter.“

 

Bei so vielen eigenen Fehlern sei es nicht möglich, einem Gegner wie Blaustein über die volle Distanz Paroli zu bieten oder gar einem Spiel noch einmal eine Wende zu geben, meinte der 30-Jährige, der nun auf eine schnelle Rückkehr zumindest eines Teils der sieben Verletzten hofft. Ein paar Tage mehr als sonst bleiben der U23 der HSG Konstanz bis zum nächsten schweren Spiel am nächsten Samstag bei Drittliga-Absteiger Köndringen-Teningen.

 

HSG Konstanz U23: Sven Koester,Lukas Herrmann (Tor); Joel Mauch (4/3), Kai Mittendorf (1), Jerome Portmann (3), Marius Oßwald (1), Carl Gottesmann, Pascal Mack (3), Patrick Volz (3), Samuel Löffler (3), Felix Fehrenbach, Luca Merz (2), Simon Storz, Hendrik Dahm.

 

Weitere Informationen unter:

www.hsgkonstanz.de