„Note Eins für Einstellung und läuferische Leistung“:
Handball

„Note Eins für Einstellung und läuferische Leistung“:

HSG Konstanz meistert schweres Etappenziel in Pfullingen

3. Liga:

VfL Pfullingen – HSG Konstanz 28:31 (14:18)

 

Von null auf 100: Auch den Kaltstart beim VfL Pfullingen meisterte die HSG Konstanz souverän. In der zweiten Halbzeit – mit Ausnahme der letzten Spielminute – immer mit sechs bis drei Toren in Front, behauptete sich der Drittliga-Tabellenführer mit 31:28 (18:14) und baute die Bilanz auf 15 Siege in Folge und nun schon 34:4 Punkte aus.

 

Dabei standen die Vorzeichen nicht besonders günstig. Im ersten Spiel nach langer Pause musste Konstanz mit zehn Feldspielern auskommen, da sich zum Verletzten Linkshänder Fabian Maier-Hasselmann am Freitag noch Tom Wolf hinzugesellte. Der HSG-Kapitän verletzte sich im Abschlusstraining und wird voraussichtlich mehrere Wochen ausfallen. Auf der anderen Seite wartete ein hochmotivierter Gegner, der bereits wieder seit einer Woche wieder im Spielbetreib steckt, von der eigenen Saison-Rekordkulisse von 900 Zuschauern unterstützt wurde – und mit einer großen Überraschung für die Gäste vom Bodensee aufwartete.

 

Trainer Frederick Griesbach, der Pfullingen nach der Saison verlassen wird, ließ eine unglaublich aggressive und unangenehme Pressing-Abwehr spielen, die die HSG bereits „auf dem halben oder dreiviertel des Spielfeldes attackierte“, so Eblen. „Schwierig“ für den HSG-Coach, weil mit einer offenen Manndeckung von der ersten Minute an „nicht zu rechnen war.“ Doch wie die HSG Konstanz auch mit kleinem Aufgebot dieser Herausforderung begegnete, nötigte den erneut vielen mitgereisten HSG-Fans ebenso wie dem Gegner größten Respekt ab. Pfullingen versuchte ganz früh zu stören, viele Ballverluste zu provozieren und ging gnadenloses Tempo über die schnelle Mitte und jede Chance zur ersten und zweiten Welle.

 

Bis auf die 5:4-Führung durch Niklas Roth (9.) und wieder Roth, der nach einer Viertelstunde auf 8:6 erhöhte, war in der für die Gäste nötigen Akklimatisierungsphase nicht viel passiert. Dann waren die Visiere neu justiert und Konstanz übernahm trotz des unorthodoxen Spiels der Württemberger das Kommando. Mit intensiver Deckungsarbeit, die im 6:0-Verbund kaum Lücken für Pfullingens Offensivkräfte ließ, einem bärenstarken Simon Tölke im Tor und vielen guten Ideen und Lösungen im Angriff. „Die Jungs haben das gut gelöst“, attestierte Eblen seinen Schützlingen, die von ihm jedoch exzellent justiert und im richtigen Moment mit dem siebten Feldspieler ergänzt worden waren.

 

Doch auch Simon Tölke hatte mit drei bereits in der ersten Halbzeit parierten Siebenmetern einen erheblichen Anteil am Sieg. Bei der Rückkehr an die alte Wirkungsstätte trug er insgesamt 20 Paraden in seine Statistiken ein und gab sich nach Spielende dafür die „Note Zwei plus“. Dafür muss man schon ein ganz strenger Lehrer sein, doch zumindest in seiner Mannschaft erkannte er die wahre Energieleistung, die in Pfullingen vollbracht wurde. „Note Eins für die ganze Mannschaft“, lächelte er verschmitzt. „Für die Einstellung und läuferische Leistung.“ Denn das Pensum war enorm, was Jud, Kaletsch, Wiederstein und Co. abspulten, um einen wie schon im Hinspiel bei der letzten Konstanzer Niederlage (28:29) sehr unbequem auftretenden Kontrahenten nach 30 Minuten auf vier Toren Distanz zu halten.

 

Als dann Fabian Wiederstein kurz nach der Pause auf 22:16 stellte und die Sechs-Tore-Führung bis in die letzten 15 Minuten Bestand hatte, schien sich der nächste Erfolg anzubahnen. Einmal bäumte sich Pfullingen jedoch noch auf und verkürzte auf 22:25 (50.). Paul Kaletsch setzte dann schließlich den 31:28-Schlusspunkt hinter einen verdienten, aber hart erkämpften Auswärtssieg. Weil, so Eblen, „wir immer dann ein Tor gemacht haben, als wir eines machen mussten. Es war wichtig, dass wir nach der Pause wieder gut reingekommen sind.“

 

Alsdann kamen in der Pressekonferenz bereits die Fragen nach der 2. Bundesliga auf. Wie die Skifahrer wolle man dabei sein, bremste der Übungsleiter des Spitzenreiters. „Wir wollen schnellstmöglich ins Ziel kommen“, erklärte er und erläuterte: „Dabei sehen wir nur auf das nächste Tor und darauf, dort gut durchzukommen, nicht auf das letzte. Das Ende interessiert bei uns aktuell niemanden, wir sind mittendrin.“ Ganz in diesem Sinne ergänzte Simon Tölke später nach der emotionalen Heimkehr, man sei glücklich, ein Zeichen gesetzt und den Platz an der Sonne gefestigt zu haben. „Wir sind froh“, meinte der Schlussmann, „hier gewonnen zu haben. Erreicht haben wir aber noch gar nichts. Vor uns wartet in Pforzheim das nächste schwere Auswärtsspiel.“

 

HSG Konstanz: Maximilian Wolf, Simon Tölke (Tor); Michel Stotz (2), Fabian Schlaich (6), Jerome Portmann, Fabian Wiederstein (4), Paul Kaletsch (8/4), Felix Krüger (5), Joschua Braun (2), Tim Jud (3), Tim Keupp (1), Samuel Wendel.

 

Zuschauer: 900 in der Kurt-App-Sporthalle.

 

Schiedsrichter: Dominik Schek und Lars Zick.

 

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