Nach 14 Siegen in Serie: HSG Konstanz vor letztem Bezwinger Pfullingen gewarnt
Handball

Nach 14 Siegen in Serie: HSG Konstanz vor letztem Bezwinger Pfullingen gewarnt

Cheftrainer Daniel Eblen: „Es ist gut, dass es wieder in den Wettkampf geht“

3. Liga:

VfL Pfullingen – HSG Konstanz

(Samstag, 20 Uhr, Kurt-App-Sporthalle)

 

Nach einer durch die Weltmeisterschaft im eigenen Land ungewöhnlich langen Spielpause steigt Drittliga-Spitzenreiter HSG Konstanz wieder in das Spielgeschehen ein – und geht dabei direkt in die Vollen. Denn das Hinspiel gegen den VfL Pfullingen war mit der knappen 28:29-Heimniederlage am vierten Spieltag wahrscheinlich der bitterste Moment der Saison für die Konstanzer, die danach zu einer beeindruckenden Siegesserie ansetzten und 14 Mal in Folge gewannen.

 

Vor dem Rückspiel am Fuß der Schwäbischen Alb hat die HSG bereits 32:4 Punkte gesammelt und sich sechs Punkte Vorsprung auf die Verfolger erarbeitet. Doch die Erinnerungen an das Hinspiel sind nach wie vor präsent – und wahrlich keine guten. Der Ex-Erstligist aus Pfullingen spielte furios auf, Konstanz war bei weitem noch nicht so eingespielt und auf dem Stand der letzten Partien vor der Pause. Dazu der Hochgeschwindigkeitshandball der Württemberger und fertig war die Überraschung. Daniel Eblen erinnert sich: „Pfullingen hat ein tolles Spiel gemacht, wir selbst waren nicht besonders gut.“ Der Cheftrainer der HSG hat dafür eine einfache Erklärung: „Der VfL war in seiner Leistung viel weiter als wir.“ Für ihn war jedoch ohnehin klar, dass man durch ein paar Negativerlebnisse durchgehen müsse. Eblen: „Wir wussten, was danach kommt. Das haben wir aber schnell weggesteckt. Am Ende war alles gut so, wie es gekommen ist.“

 

Denn die massive Kritik von außen ließ die Mannschaft noch enger zusammenrücken und beförderte eine in den nächsten Monaten beachtliche Leistungsexplosion. Mit der besten Abwehr der Liga und plus 103 Toren eilten die Gelb-Blauen anschließend von Sieg zu Sieg. Unterbrochen nur durch die Spielpause. Stellt sich die Frage, ob dadurch der bemerkenswerte Lauf der HSG Konstanz ebenfalls unterbrochen ist und man ein Stück weit wieder von vorne beginnen muss. Für den HSG-Coach schwierig zu beatworten. „Man versucht“, sagt er, „natürlich darauf aufzubauen, wo man war. Manches muss man jedoch noch einmal frisch aufbereiten.“ Damit ist vor allem die Abstimmung gemeint. Was theoretisch funktioniert, muss wieder so verinnerlicht werden, dass, so der 44-Jährige weiter, „unter dem Druck der Zeit und des Gegenspielers wieder alles zusammenpasst.“

 

In den „Wettkampfdruck“ hineinfinden nennt er dies und verbindet es mit der Hoffnung, dass seiner Mannschaft dies gut gelingt, obwohl die Vorbereitung von vielen krankheits- und verletzungsbedingten Ausfällen geprägt war. Zum Pflichtspielstart im neuen Jahr sind nach einem guten Testspiel bei den Kadetten Schaffhausen mit nur acht Feldspielern jedoch bis auf Fabian Maier-Hasselmann und Benjamin Schweda alle Mann an Bord. Bei Maier-Hasselmann steht die Rückkehr in das Mannschaftstraining voraussichtlich Mitte nächster Woche bevor, Schweda konnte bereits – allerdings ohne vollen Körperkontakt – vorsichtig einsteigen und einige Einheiten absolvieren.

 

„Wir hatten eine gute letzte Woche“, freut sich Eblen über die Rückkehr der angeschlagenen Akteure und lobt: „Die Jungs haben voll mitgezogen.“ Nun steigt die Vorfreude im Team, dass es wieder losgeht. „Es ist gut, dass es wieder in den Wettkampf geht“, verrät Eblen. „Nur hier kann man sich als Mannschaft weiterentwickeln.“ Wie auch bei seinen Schützlingen – und hier ganz besonders  bei den beiden Ex-Pfullingern Simon Tölke und Tim Keupp – ist die Freude auf eine stimmungsvolle Atmosphäre und wieder einige mitreisende Fans groß. Im Konstanzer Lager ist man sich bewusst, was vor den Toren Reutlingens im 18000-Einwohner-Städtchen wartet. Eine Mannschaft, die trotz wechselhafter Ergebnisse vor allem gegen die Spitzenteams der Liga glänzt und insbesondere daheim schwer zu bezwingen ist.

 

Für Eblen eine „gute, top besetzte Mannschaft“, die eine gute Mischung aus Erfahrung, wie dem Ex-Bundesligakeeper Magnus Becker, und vielen jungen Talenten stellt. Allen voran ist hier Jugend-Nationalspieler Axel Goller zu nennen, der mit 18 Jahren in der aktuellen Saison mittels eines Zweitspielrechts schon elfmal in der Bundesliga bei Frisch Auf Göppingen auflaufen durfte. Hohes Tempo zeichnet Pfullingen aus, das in der Abwehr Ballverluste des Gegners provozieren möchte. Eine Falle, die im Hinspiel oft zuschnappte. Gefährlich ist zudem die Lust der Truppe um Kapitän Micha Thiemann an Duellen mit vermeintlichen Favoriten. „Sie machen dort immer besonders gute Spiele, sind befreit und besonders motiviert“, sagt der A-Lizenzinhaber und stellt sich auf einen heißen Tanz ein. Auf Seiten der HSG Konstanz möchte man die Entwicklung in dieser Spielzeit auch in Pfullingen unter Beweis stellen. „Es geht darum“, fordert Eblen, „uns zu zeigen, dass wir in der Abwehr bestehen wollen und es uns selbst beweisen, dass wir gegen dieses hohe Tempo bestehen können. Wenn wir dort anknüpfen, wo wir vor der Pause aufgehört haben, wäre das eine tolle Sache.“ Und damit zugleich die Wiedergutmachung für das Hinspiel gelungen.

 

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