Mit siebtem Sieg in Serie: HSG Konstanz klettert vor 1100 Fans an die Tabellenspitze
Handball

Mit siebtem Sieg in Serie: HSG Konstanz klettert vor 1100 Fans an die Tabellenspitze

Doch HSG muss im Südbaden-Derby lange zittern

3. Liga:

HSG Konstanz – TVS Baden-Baden 26:24 (13:10)

 

Nach einem ganz harten Stück Arbeit durfte die HSG Konstanz in einem rassigen Südbaden-Derby doch noch jubeln. Mit dem 26:24 (13:10)-Erfolg, dem siebten Sieg in Folge, kletterte Konstanz vor über 1100 Fans mit nun 18:4 Punkten an die Tabellenspitze der 3. Liga Süd. Doch bis dahin war es ohne den erkrankten Top-Torjäger Paul Kaletsch und den verletzten Linkshänder Joschua Braun ein steiniger Weg und erst Fabian Schlaich besorgte mit dem 26:22 drei Minuten vor dem Ende die Entscheidung. Am Samstag, 20 Uhr, ist Konstanz erneut gefordert. Dann bei den Rhein-Neckar Löwen II.

 

„Es ging heute nur darum zu gewinnen“, atmete Trainer Daniel Eblen nach einem hochspannenden Schlagabtausch auf. So richtig zufrieden konnte er mit der Leistung seiner Mannschaft über weite Teile der Partie nicht sein. Das lag an einem hervorragenden Gegner, der seine ansteigende Formkurve nach der Fast-Sensation in Heilbronn nun um ein Haar am Bodensee gekrönt hätte. Aber auch am Schlendrian seiner Schützlinge. Zwar stellte Fabian Wiederstein nach etwas mehr als 17 Minuten auf 9:4. Eine scheinbar beruhigende Führung. Und genau das war das Problem. Die Hausherren schalteten nun spürbar einen Gang zurück, oder auch zwei. Baden-Baden nutzte die Gunst der Stunde. Legte weiter sein schnelles, variantenreiches Spiel auf das Parkett, beging kaum Fehler und hatte Konstanz damit bald fest in der Hand.

 

Zumal die Abwehrumstellung vom defensiven 6:0-System hin zur offensiven Variante richtig einschlug. Bis zur Pause konnte die HSG noch einen Drei-Tore-Vorsprung konservieren, doch schon hier bekamen furios aufspielende Baden-Badener langsam Oberwasser. „Wir haben schon in der Halbzeit gemerkt“, so Eblen, „dass das ganz schwer wird.“ Auch weil TVS-Schlussmann Thilo Hafner einen Sahnetag erwischt hatte. Simon Tölke konnte im ersten Durchgang dem zwar einige tolle Paraden entgegen setzen, doch nach der Pause wollte es bei ihm zunächst nicht mehr laufen. Natürlich auch deshalb, weil die Intensität in der Deckung längst nicht an jene der vergangenen Wochen heranreichte.

 

Vor allem fehlte nun der in bislang zehn Spielen 82 Mal erfolgreiche Paul Kaletsch. Zwar habe sein Team es teilweise ganz gut gemacht, doch in einem Punkt war der HSG-Coach schwer enttäuscht: „Von einigen Spielern hätte ich mir heute emotional viel mehr erwartet.“ Zugleich lobte er die famose Leistung der Baden-Badener, die weiter jede Menge Druck auf Konstanz ausübten. Etwa, als Christian Fritz zur 21:20-Führung nach etwas mehr als 46 Zeigerumdrehungen ins Mark der Gastgeber traf. Doch der eingewechselte Schlussmann Maximilian Wolf wurde nun zum entscheidenden Faktor mit ganz wichtigen Szenen. So wie mit einer spektakulären Abwehr und folgendem herrlichen Pass auf den jungen Jerome Portmann. Der netzte zum 23:21 und brachte den mit 1100 Zuschauern am Feiertag prächtig gefüllten Hexenkessel zum Kochen.

 

„Wir waren nicht 100-prozentig konzentriert“, bemängelte Eblen. „Danach wieder zu 100 Prozent zu finden ist sehr schwer. Das ist uns bis zum Ende nicht mehr gelungen.“ Doch auf eines war Verlass: Die Konstanzer Steigerung in der letzten Viertelstunde. Die Deckung wurde etwas stabiler, Maximilian Wolf parierte und vorne fand Tim Keupp immer wieder die Lücke – oder Fabian Wiederstein war zur Stelle. Das reichte. Mit dem 26:22 war drei Minuten vor Schluss die Entscheidung geschafft – und Konstanz nun Spitzenreiter. „Die Tabellenführung ist mir in dem Moment erst einmal egal“, zuckte Eblen mit den Achseln. „Aber sieben Siege nach unserem durchwachsenen Start sind schon toll.“ Für Tim Keupp zählte ebenfalls nur der Sieg. „Egal wie, die zwei Punkte waren wichtig. Baden-Baden war sehr unangenehm, hat uns zu Fehlern gezwungen und sich mit vielen Kreuzbewegungen Räume geschaffen.“ Schließlich, so der fünfmal erfolgreiche Kaletsch-Vertreter, „hat die Qualität, auch an solchen Tagen bestehen zu können, den Ausschlag gegeben.“

 

Eine Qualität die schon am Samstag, 20 Uhr, mit dem dritten Spiel innerhalb von nur acht Tagen erneut gefordert sein wird. Die Rhein-Neckar Löwen werden der HSG Konstanz sicher wieder alles abverlangen. Wie schon Baden-Baden.

 

HSG Konstanz: Maximilian Wolf, Simon Tölke, Lukas Herrmann (Tor); Michel Stotz, Fabian Schlaich (3/2), Jerome Portmann (1), Tom Wolf (4/3), Fabian Wiederstein (4), Felix Krüger (3), Fabian Maier-Hasselmann (1), Tim Jud (4), Tim Keupp (5), Samuel Wendel (1), Samuel Löffler.

 

Zuschauer: 1100 in der Schänzle-Sporthalle Konstanz.

 

Schiedsrichter: Sven Ernst und Johannes Friedhoff.

 

Weitere Informationen unter:

www.hsgkonstanz.de