Linkshänder verlängert vorzeitig: HSG Konstanz hat früh Planungssicherheit
Handball

Linkshänder verlängert vorzeitig: HSG Konstanz hat früh Planungssicherheit

auf der rechten Seite

Gerade erst hat die neue Saison in der 2. Handball-Bundesliga für die HSG Konstanz begonnen, doch Sportchef Andre Melchert hat vor dem Heimspiel am Samstag, 20 Uhr, gegen Tabellenführer ASV Hamm schon die ersten Entscheidungen zu verkünden. Positive, denn Linkshänder Felix Krüger, mit 82 Toren in der letzten Spielzeit sowie sieben Treffern in den Relegationsspielen als drittbester HSG-Torschütze maßgeblich am Aufstieg beteiligt, hat seinen Vertrag vorzeitig bis 30. Juni 2021 verlängert.

 

Eine frühe Entscheidung, die sowohl Melchert als auch Krüger mit einem guten Gefühl in die nächsten Monate gehen lässt. Für die HSG besteht somit auf der rechten Seite mit Fabian Maier-Hasselmann, Fynn Beckmann und Krüger, die allesamt Verträge über die aktuelle Saison hinaus besitzen, früh Planungssicherheit. „Seine Entwicklung geht stetig weiter“, lobt der Sportliche Leister seinen Linkshänder. „Wir wissen, was wir an ihm haben und sind froh, dass er weiter zu uns zählt.“ Die krachenden Würfe aus der zweiten Reihe sind dabei schon lange die gefährlichste Waffe des 1,98 Meter und 100 Kilogramm schweren Hünen. Dazu kommt seine Stärke im Innenblock der Deckung. Doch nicht nur beim Spiel in Hüttenberg wurde deutlich, dass er es mehr und mehr versteht, mit der feinen Klinge und klugen Pässen auch seine Mitspieler toll in Szene zu setzen.

 

Doch der Blick auf die ersten beiden Saisonspiele, er schmerzt den 25-Jährigen. Zweimal gut gespielt, zweimal die Siegchance gegen zwei ambitionierte Ex-Erstligisten kreiert, zweimal hauchdünn nur zweiter Sieger. „Das ist äußerst ärgerlich“, sagt Krüger, wohlwissend, dass man sich als Außenseiter toll präsentiert hat, aber eben auch die Möglichkeit auf unerwartete Punkte aus den Händen gleiten ließ. „Wenn wir konstant das hohe Niveau spielen“, konstatiert er, „sind drei oder vier Punkte drin. Wir müssen uns an die eigene Nase fassen.“

 

So aber war die HSG am Ende vielleicht doch noch zu grün und musste sich mit positiven Eindrücken gegen die Favoriten begnügen. Doch Krüger, der sein Studium der Sportwissenschaften abgeschlossen und an der mit der HSG kooperierenden Exzellenzuniversität nun ein zweites in Wirtschaftswissenschaften begonnen hat, weiß zu differenzieren. „0:4 Punkte sind Mist“, sagt er. Aber auch: „Gegen diese Gegner müssen wir nicht unsere Punkte holen. Es werden die Spiele gegen direkte Konkurrenten kommen, in denen wir müssen.“ Das nächste Heimspiel zählt definitiv nicht dazu. Wenn Tabellenführer ASV Hamm – einziger Zweitligist im Achtelfinale des DHB-Pokals nach deutlichem Erfolg gegen Erstligist Minden – am Samstag, 20 Uhr, in die „Schänzle-Hölle“ kommt, sind die Rollen wieder klar verteilt. Mit 4:0 Punkten und plus 18 Toren hat Hamm seine Ambitionen als der für viele heißeste Titelkandidat mit Nachdruck untermauert. Krüger: „Da müssen wir uns keinen Druck machen, die Ergebnisse von Hamm sind eine Ansage. Aber wenn sich eine Chance auftut, wollen wir da sein.“

 

So wie er selbst weiter bis mindestens 2021 in Konstanz bleiben möchte. Weil er sich wohlfühle, seine Freundin, die gerade eine neue Arbeitsstelle gefunden hat, ebenso. „Und“, erzählt er, „ich habe hier von Anfang an das Vertrauen des Trainers gespürt.“ Zusammen mit den frenetischen Fans gibt es für den in Alpirsbach groß gewordenen Linkshänder nur ein Ziel: Klassenerhalt. Dazu möchte Krüger, der seit 2013 bei der HSG spielt, seinen Teil beitragen und hofft, dass es die junge Mannschaft schafft, künftig immer die nötige Härte in der Abwehr ins Spiel zu bringen. 24 und 25 Gegentore gegen zwei Topteams der Liga sind hierfür nicht die schlechteste Empfehlung. „Dass wir eine schwere Saison vor uns haben, war klar“, hält er fest. „Aber manchmal ist es gut, nicht nachzudenken und einfach zu machen.“ So könnte die jugendliche Unbekümmertheit noch zum Vorteil werden, weil hier eine homogene Truppe zusammen sei, so das Rückraum-Ass weiter. „Wir haben eine gute Teamchemie, geben nie auf und glauben immer an uns.“ Nicht die schlechtesten Chartereigenschaften für eine junge Mannschaft. Und: „Wir sind wild, wir geben Gas“, so Krüger mit einem verschmitzten Grinsen. Es müssen die Gedanken an die „Schänzle-Hölle“ gewesen sein, die in diesem Moment hochgekommen sind. Denn „wild“ wird es, wenn die Gelb-Blauen auf das Parkett kommen auch oben, auf den steil ansteigenden  Rängen. „Ich habe selten so eine Wand erlebt“, sagt der Torjäger, „die so nach vorne treibt. Das muss ein Riesen-Vorteil für uns sein.“ Am Samstag hat der so idyllisch am Seerheinufer liegende Hexenkessel  wieder geöffnet.

 

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