Konstanz-Torwart Simon Tölke: „Wir haben gezeigt, dass wir die Punkte mehr haben wollten“
Handball

Konstanz-Torwart Simon Tölke: „Wir haben gezeigt, dass wir die Punkte mehr haben wollten“

Neuzugang wird mit zahlreichen wichtigen Paraden in der Schlussphase zu einem der Matchwinner.

Torwart Simon Tölke findet sich immer besser im für ihn neuen Spielsystem zurecht. Im Derby gegen Balingen-Weilstetten avancierte er in der zweiten Halbzeit und insbesondere in der entscheidenden letzten Viertelstunde zu einem der Matchwinner beim 30:27-Sieg der HSG Konstanz. Der 25-jährige, 1,89 Meter große Torwart kam vor der Saison vom TV Neuhausen/Erms an den Bodensee und absolviert an der mit der HSG kooperierenden HTWG ein Masterstudium in Unternehmensführung.

 

Im Interview mit HSG-Pressesprecher Andreas Joas lässt er das Spiel Revue passieren, übt Kritik an der Torwart- und Abwehrleistung in der ersten Halbzeit und schwärmt von der Atmosphäre in der „Schänzlehölle“ bei seinem ersten Auftritt in eigener Halle für die HSG Konstanz.

 

Simon, herzlichen Glückwunsch zum Sieg. Du musstest trotz toller Leistung in der Schlussphase nach einem Kopftreffer ausgewechselt werden. Was war passiert?

Eine meiner Kontaktlinsen ist mir hinter den Augapfel gerutscht. Unsere Athletiktrainerin und Physiotherapeutin Cleo Oexle hat sie dann in der Kabine schnell wieder nach vorne geholt und ich konnte weiterspielen. Schlimmer wäre gewesen, wenn ich die Linse verloren hätte.

 

Du wurdest in der zweiten Halbzeit zum Rückhalt, den die Mannschaft dringend benötigt hat. Ein Drehbuch, das man sich für sein Heimdebüt für seinen neuen Verein vorstellt?

In der ersten Halbzeit war das Zusammenspiel von Torhüter und Deckung nicht optimal. Hier werden wir in die Fehleranalyse gehen. Nach der Pause wurde es besser, wir standen kompakter und wir können damit zufrieden sein. In der ersten Halbzeit war es aber nicht das, was wir und ich wollen. Ich bin leider in alte Automatismen verfallen und musste mich erst wieder auf unsere etwa anders funktionierende Abwehr einstellen.

 

Nach deiner erneuten Einwechslung warst Du aber zur Stelle.

Es kann einem Torwart helfen, eine Verschnaufpause zu bekommen, im Kopf klar zu werden, sich neu zu fokussieren und mit dem Trainer zu sprechen. Ich wusste, dass es besser geht und war den Jungs dies schuldig. Es war dann eine andere Situation, man hält den ersten Ball und plötzlich läuft es wie von selbst.

 

Warum war es dennoch so eng bis zum Schluss?

Paul Kaletsch hat es während des Spiels schön auf den Punkt gebracht, als er gefragt hat: Warum habt ihr Angst? Wir mussten heute gewinnen und waren dann in Phasen, in denen wir entscheidend davonziehen können, zu nervös. Dabei gab es keinen Grund dafür. In der ersten Hälfte können wir mit der Defensive nicht zufrieden sein, in der zweiten war offensiv noch einiges Stückwerk.

 

Was war schließlich der entscheidende Faktor für den Sieg?

Wir haben kompakter verteidigt und in den letzten Minuten wenige Fehler begangen. Wir haben gezeigt, dass wir die Punkte mehr haben wollten. Die zwei Punkte waren nötig, der Sieg eine große Befreiung. Es sind uns schon viele Steine vom Herzen gefallen. Über Siege werden wir uns noch schneller und besser finden. Dazu war die Kulisse großartig, die Stimmung super. Als wir am Ende den Sieg erobert haben, war das ein geiles Gefühl.

 

Fragen: Andreas Joas

 

Komplettes Spiel im Re-live:

https://www.youtube.com/watch?v=8fSaH05V4JI

Telegramm

Die ersten Saisonspiele der HSG Konstanz in der 3. Liga, Saison 2018/19:

9. September, 16.30 Uhr: TVS Baden-Baden – HSG Konstanz

15. September, 20 Uhr: HSG Konstanz – VfL Pfullingen

22. September, 20 Uhr: HSG Konstanz – TGS Pforzheim

 

Weitere Informationen unter:

www.hsgkonstanz.de